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Traumathek: Bin ganz aufgeregt, denn das meiste kann man streamen!
Filmkunstbar Fi...: Eigentlich alle aus der Zeit

Deutschland

Filmauswahl 1919-1929 (Part 1)
Nach dem ersten Weltkrieg erlebte der deutsche Filme eine Blüte. Die Entwertung der Mark ermöglichte es, dass deutsche Filme im Ausland konkurrenzlos billig angeboten werden konnten, umgekehrt bekamen ausländische Produzenten einen Anreiz, nach Deutschland zu exportieren. Die Zeit war charakterisiert durch das Nebeneinander grosser Konzerne und kleiner Verleihfirmen. Der stärkste Verleiher war die 1917 gegründete UFA. Im Jahr 1922 wurden in Deutschland 74 Langfilme produziert; eine Zahl, die ansonsten nur Hollywood erreichte. In den folgenden Jahren normalisierte sich der Wert der D-Mark und die Filmkonzerne litten darunter, allen voran die UFA. Der Hugenburg Konzern beteiligte sich schliesslich an der UFA und führte sie geradewegs in den Nationalsozialismus. Es bestätigte sich, dass Krisenzeiten für die künstlerische Entfaltung mehr Möglichkeiten bieten als Zeiten der Konsolidierung. Bis etwa 1923 gestatteten die günstigen Produktionsverhältnisse sowie die Aufgeschlossenheit von Produzenten wie Erich Pommer künstlerische Experimente ohne grösseres Risiko. Nach der Stabilisierung der Mark herrschten mehr und mehr schauträchtige Repräsentationsfilme vor. Die künstlerisch ambitionierten Werke wurden in der zweiten Hälfte der 20er von kleinen Verleihern hergestellt. Während der Blütephase war es allgemein üblich, nach Deutschland zu blicken, um den wahren Gebrauch des filmischen Mediums zu begreifen (Paul Rotha). Bereits frühe Filme zeigen die Neigung zu Darstellung „innerseelischer“ Vorgänger, so Der Golem. Der Schauspieler Paul Wegener, Mitglied des Reinhard Ensembles wie Lubitsch oder Murnau, übertrug Märchenmotive der Romantik auf die Leinwand (Der Student von Prag, 1913). In vielen Filmen wurde Identitätsspaltung zum Thema, dass geradezu besessen behandelt wurde. Die „klassische“ Periode aber begann mit dem Auftreten eines Autors: Carl Mayer. Er verfasste die Drehbücher zu Das Cabinett des Doktor Caligari (1920), Genuine (1920), Hintertreppe (1921) sowie die Vorlagen zu Friedrich Wilhelm Murnaus Der letzte Mann (1924), Tartuffe (1925) oder Sunrise (1927). Die expressionistischen Drehbücher von Mayer waren bereits als präzise Regie Entwürfe verfasst. Er dachte in den Termini der Filmsprache und hatte nie etwas anderes als Drehbücher geschrieben. Die meisten Errungenschaften der Kamera gingen auf Mayer zurück. Nachdem er Panzerkreuzer Potiemkin gesehen hatte, sah Mayer in der russischen Montagetechnik die Zukunft, so ging die Idee von Berlin Symphonie einer Grossstadt ebenfalls auf ihn zurück. Das Cabinett des Doktor Caligari sollte zum nie erreichten Vorbild werden. Wegeners Wachsfigurenkabinett (1924) und Fritz Langs Dr. Mabuse, der Spieler sind die bekanntesten Versuche, doch die expressionistischen Formen degenerierten zum Ornament, die naturalistisch spielenden Schauspieler stempelten das Dekor zur Kulisse. Die Faszination des deutschen Films am Übermenschen aber dauerte auch nach Caligari fort. Die gelungensten Filme der Zeit gestalten Alpträume der Tyrannei und des Terrors. Soziale und politische Realitäten aber fasste keiner der Filme ins Auge, der Schrecken blieb immer innerlich. Mayer selbst leitete schliesslich die Abkehr vom Caligari Stil ein. Filme wie Hintertreppe, Scherben, Sylvester oder Der letzte Mann haben Kammerspielcharakter und sind Kleinbürger Dramen. Über die eng gezogenen Grenzen von Ort, Zeit und Handlung weist keinerlei Hoffnung. In der Nachfolge der Kammerspiele standen die „Strassenfilme“ wie Karl Grunes Die Strasse (1923). Die Strasse mit ihrer Leuchtreklame wurde zur negativen Utopie. Der stilistische Kodex des Expressionismus erlaubte es auch weniger begabten Regisseuren, Filme zu drehen. Autoren im vollem Wortsinn waren nur Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau und Ernst Lubitsch. Murnaus Der letzte Mann gilt als Vollendung der deutschen Filmklassik, sein Nosferatu war weitaus einflussreicher als Caligari. Fritz Lang führte den Film über seine Vorbilder der Malerei und Literatur hinaus. Der müde Tod unterscheidet sich von Caligari dadurch, dass nicht grafische, sondern architektonische Strukturen dominieren. Dr. Mabuse, der Spieler gehört auch noch in das Caligari Umfeld, in Metropolis schliesslich erstarrte die Welt zum Ornament. Lang war fasziniert vom Chaos, zu dem er keine Alternative als die Diktatur sah. Murnau, Lang und die meisten Regisseure der 20er verschrieben sich im Verlaufe des Jahrzehnts dem Kommerz von „Grossfilmen“. Ernst Lubitsch nahm in Babelsberg eine Sonderstellung ein. Er schuf Ausstattungsfilme, Lustspiele und phantastische Filme. Sein Spott traf immer wieder die Herrschenden, der Tyrann als kleinbürgerlicher Hahnrei. Nachdem er Deutschland 1922 verliess fand Lubitsch keine Nachahmer und auch in Hollywood blieb er einzigartig. Repräsentativ für die zweite Hälfte der 20er wurde Georg Wilhelm Pabst. Mit Die freudlose Gasse (1925) begann seine Abkehr vom Expressionismus, obwohl auch in seinen letzten Stummfilmen wie Die Büchse der Pandora (1929) noch dunkle Gassen und geneigte Häuserwände zu sehen waren. An der Schwelle zum Tonfilm spezialisierte sich Pabst auf Bergfilme wie Die weisse Hölle von Piz Palü (1929). Die „Neue Sachlichkeit“ drückte sich vor allem in „Querschnittfilmen“ aus ohne emotionale Parteinahme. Ruttmanns Berlin, Symphonie einer Grossstadt (1927) ist der Prototyp. Ein thematisches Gegenstück stellte Menschen am Sonntag dar, ein „professioneller Amateurfilm“ von Billy Wilder, Robert Siodmark, Fred Zinnemann und Edgar Ulmer. Die wenigen Versuche von Sozialkritik fanden sich in Filmen wie Mutter Krausens Fahrt ins Glück oder Kuhle Wampe, doch nach und nach schwand jegliches künstlerische Verantwortungsbewusstsein, insbesondere in den Produktionen der UFA... (vgl. Gregor/Patals: Geschichte des Films, Gütersloh 1962, S. 55f.) (Titelbild: Dr. Mabuse, der Spieler - Ein Bild der Zeit)
Anna Boleyn (1920)
Ernst Lubitsch hat nicht bloss Komödien inszeniert, in seiner Babelsberg Zeit war er auch berühmt für Kostüm-Dramen wie Anna Boleyn aus der Zeit des englischen Königs Henry VIII
Das Weib des Pharao
Noch ein schönes Beispiel für die Historien-Filme von Ernst Lubitsch - mit seinem Lieblings-Schauspieler Emil Jannings
Der Gang in die Nacht
weniger bekannter Film von F.W. Murnau, nach dem Drehbuch von Carl Mayer
Der Student von Prag (1926)
...noch ein Horror-Klassiker seiner Zeit - von Henrik Galeen mit dem unheimlich schauenden Conrad Veidt!
Die Liebe der Jeanne Ney
Die Liebe zu einem Bolschewiken - von Georg Wilhelm Pabst
Die Strasse
Realistisches Drama von Karl Grune (Drehbuch Carl Mayer)
Die freudlose Gasse
Das Wien der grossen Depression nach dem ersten Weltkrieg - ein Meisterwerk von Georg Wilhelm Pabst!
Genuine
Robert Wienes und Carl Mayers enttäuschender Caligari-Nachfolger.
Hintertreppe
Die schönste Liebesgeschichte neuer Sachlichkeit. Von Leopold Jessner und Paul Leni (nach dem Drehbuch von Carl Mayer)
Mutter Krausens Fahrt ins Glück
Phil Jutzis Sozial-Drama neuer Sachlichkeit.
Zur Chronik von Grieshuus
Arthur von Gerlachs Theodor Storm Verfilmung, adaptiert von Thea von Harbou