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Tschechien

Neue Welle 1963-69
Wie keine zweite Bewegung im europäischen Film war die tschechische Neue Welle eine Intellektuellen Bewegung. Nicht zuletzt resultierte sie auch aus der literarischen Erneuerung, so den Romanen von Kundera und einer ganzen Reihe von Gegenwartsliteratur, die verfilmt wurde. Der Versuch, eine neue literarische Sprache zu finden, ging einher mit filmischen Formen wie Rückblenden im Film. In Westeuropa wirkten die Vorbilder aus Popkultur, Comics und amerikanischen Filmen, in Osteuropa dagegen besann man sich auf nationale Folklore. Ganz anders als im Heimatfilm klammerte man dabei jegliche Bedürfnisse von Massenkultur aus - die tschechische Neue Welle war eben eine Intellektuellen Bewegung! Die frühen Filme von Milos Forman, Vera Chytilova, Jiri Menzel, aber auch die von älteren Rgisseuren wie Karel Kachyna und Vojtech Jasny rechnet man zur neuen Welle. Jan Nemec kombinierte Avantgarde mit Literaturverfilmungen nach historischen Stoffen in einer ganz eigenen Mischung. Die Funktion von Film, ja aller Künste wandelte sich, positionierte sich öffentlichwirksam und politisch. Ermöglicht wurde der Wandel von einer relativ gemässigten Zensur bis zur Besetzung des Landes. Milos Forman: „Üblicherweise gilt als politischer Film nur der Film, in dem politische Inhalte dargestellt werden. Ich bin jedoch der Auffassung, dass auch Filme vollkommen unpolitischen Inhalts wie Lasky jedne plavovlasky (Love of a blonde) politisch sind. Denn der Tenor dieses Films ist die Überprüfung des eigenen Daseins, die Frage nach dem, was mit uns und um uns herum geschieht. Da steht die Frage nach der Zukunft nicht mehr fern." Ob man bei den osteuropäischen neuen Wellen davon ausgeht, ob Roman Polanski in Polen oder Vera Chytilova in der CSSR nun den Anfang setzten, ist müssig. Ende der 50er begannen die Diskussionen der Filmschaffenden in den sozialistischen Ländern und das markierte den Beginn. 1965 entfalteten sich die neuen Konzepte endgültig, dieses Jahr markierte die Blüte der tschechischen Neuen Welle - gleichzeitig wurde sie 1965 mit der Besetzung der CSSR auch zerstört. Bis dahin hatte sich die Filmkunst zunächst aus den Dogmen des Sozialismus befreit, um schliesslich gesellschaftlich aufklärend zu werden: „Zehn Jahre, einerseits erfüllt von einem messianischen Glauben an den Sozialismus und von Aufbaufieber, andererseits vom Kalten Krieg" (Jan Zalman, 1968). Diese Krise wird besonders deutlich in Sedmikrasky (Daisies). Paradox ist, dass sowohl die tschechische Neue Welle als auch die Nouvelle Vague eine Rückbesinnung waren auf eigene filmhistorische Traditionen, gleichzeitig aber alles Neue, alle Innovationen und Experimente, aufnahmen. Was gibts zu entdecken? The cremator von Juraj Herz, Valerie von Jires und Marketa Lazarova von Frantisek - Filme, die so taufrisch wirken, als seien sie gestern gedreht worden. (Titelbild: Marketa Lazarova)
Az prijde kocour
Der schwarze Peter - Cerny Petr
Komödie aus dem Leben über die ersten Arbeitstage eines Teenagers. Komödie von Milos Forman, 1964
Es lebe die Republik - At’ zije Republika
von Karel Kachyna aus dem Jahr 1965
Krik
Drama von Jaromil Jires, 1964
Nachmittags im Park - Vysoká zed
Wunderschöne Romanze von Karel Kachyna, 1964
Noc nevesty
Der bekannteste Film von Karel Kachyna, 1967.
Oil lamps - Petrolejove lampy
Familien Drama von Juraj Herz
Von etwas anderem - O necem jinem
Früher Film von Vera Chytilová, 1963
Wagen nach Wien - Kocar do Vídne
Kriegsdrama von Karel Kachyna aus dem Jahr 1966.