So, 28/12/2025 - 12:16
Irgendwann hatte sich Brigitte Bardot entschlossen, ihre Prestige trächtige Karriere als Schauspielerin und Sängerin aufzugeben, um sich fortan an ausschliesslich dem Tierschutz zu widmen. Tatsächlich findest du auf imdb ihren letzten Eintrag als Schauspielerin 1973. Berühmt wurde sie 1956 durch ihren Film and God Created Woman, gefilmt von ihrem Mann Roger Vadim. Dank dieser Inszenierung sollte sie zwei Jahrzehnte lang die Nymphe spielen. Doch dann begannt BB, sich auch politisch zu engagieren. Sie unterstützte die Rechte die Tiere und provozierte mit Aussagen über Minderheiten. Und dann engagierte sich Bardot auch noch für Front National, was zu einer Reihe von Verurteilungen führte. Rassenhass und Tierschutz. Geboren wurde sie 1934 in einer katholischen Familie mit Geld. Sie war Tänzerin und bereits mit 15 Jahren auf dem Cover der Elle. Bei einem Vorsprechen lernte sie Roger Vadim kennen und heiratete ihn. Da war sie 18. Es gibt eine ganze Reihe von Bardot Nebenrollen durch die 50er hindurch, bis sie als enthemmter Teenager in Saint Tropez weltberühmt wurde. Über Nacht wurde sie zu einer Ikone, inspirierte John Lennon und sogar Sione de Beauvoir, die ihren berühmte Aufsatz über das Lolita Syndrom verfasste: Bardot als die erste emanzipierte Frau Frankreichs. Es folgte Filme wie La Verite von Henri George Clouzot, Le Mepris von Godard und Viva Maria von Louis Malle. Und Bardot begann, zu singen: „Je T’Aime … Moi Non Plus" von Serge Gainsbourg - mit dem sie immerhin eine aussereheliche Affäre begann. Dann begann der Ruhm sie zu nerven und sie brach das ab, auf das sie nie vorbereitet worden war. Ihr Leben als Star. - At some point, Brigitte Bardot decided to give up her prestigious career as an actress and singer to devote herself exclusively to animal welfare. In fact, her last entry as an actress on IMDb is from 1973. She rose to fame in 1956 with the film And God Created Woman, directed by her husband Roger Vadim. Thanks to this production, she played the nymph for two decades. But then BB began to get involved in politics. She supported animal rights and provoked controversy with statements about minorities. And then Bardot also became involved with the Front National, which led to a series of convictions. Racial hatred and animal welfare. She was born in 1934 into a wealthy Catholic family. She was a dancer and appeared on the cover of Elle at the age of 15. She met Roger Vadim at an audition and married him. She was 18 at the time. Bardot played a number of supporting roles throughout the 1950s until she became world famous as an uninhibited teenager in Saint Tropez. She became an icon overnight, inspiring John Lennon and even Simone de Beauvoir, who wrote her famous essay on the Lolita syndrome: Bardot as France's first emancipated woman. This was followed by films such as La Verite by Henri George Clouzot, Le Mepris by Godard and Viva Maria by Louis Malle. And Bardot began to sing: ‘Je T'Aime ... Moi Non Plus’ by Serge Gainsbourg – with whom she had begun an extramarital affair. Then fame began to get on her nerves and she broke off what she had never been prepared for. Her life as a star.
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Filme in der Liste
And God Created Woman - Und immer lockt das Weib - Et Dieu créa la femme (1956) DVD2628
Fälschlicherweise hielt man Vadims vergessenen Klassiker damals so etwas wie den Vorläufer der Nouvelle Vague. Vermutlich erinnert sich auch die Criterion Collection an dieses Urteil der Godard-Generation. Für uns heute dürfte klar sein, dass And God Created Woman reine Exploitation ist. Eine lächerlich dünne Handlung, schlimme Schauspieler-Leistungen, rückschrittliche Darstellung von Sex und Frauen im Allgemeinen, Rassismus usw. Dafür aber gibts: 1. Knallige Farben, 2. Cinemascope und 3. Brigitte Bardot. Und die Punkte 1 und 2 sind zu vernachlässigen. Ab der fünften Einstellung weiss jeder, worauf er sich da einlässt: Auf bunte Farben, Cinemascope und Brigitte Bardot. Leicht kann man sich den Kino-Skandal von 1956 vorstellen. Natürlich wäre das Anstarren von B.B. nicht akzeptabel, gäbe es nicht zumindest den Anschein einer Handlung. Genauso organisiert Vadim seinen Film. Mit einem Hauch von Handlung. Bardot spielt Juliette, ein Waisenkind aus Saint Tropez. Sie lebt in einer Pflege-Familie. So liegt sie nackt hinter einem Bettlaken am Strand. Auf der anderen Seite des Lakens, die Silhouette vom Immobilienhändler Eric (Curd Jürgens). Wie es sich für einen guten Immobilien-Makler gehört, hegt Eric finstere Pläne mit Juliette. Genauso wie der finstere Antoine Tardieu, gespielt von Christian Marquand. Dieser Schuft will nur mit ihr schlafen und sonst nichts. Juliette ihrerseits versteckt sich hinter ihrem Pflegevater im Rollstuhl - wohl nie wieder wird man Behinderte im Kino so vorführen, hoffe ich. In einer wenig überzeugenden Mischung aus Verzweiflung und Bosheit, heiratet Juliette Michel (Jean-Louis Trintignant), den Bruder von Antoine. Michel ist ein sensibler Typ mit schwachem Selbstwertgefühl. Und darauf läuft es dann hinaus: Juliettes Sexualität ist zu wild und unkontrollierbar, um von Michel jemals gezähmt werden zu können. Es muss zum Skandal kommen usw. Bis dahin gibt es so viele Aufnahmen von Bardot wie nur irgend möglich. Einmal beisst sie mürrisch in eine Karotte. And God Created Woman darf weniger als narrativer Film gelten, sondern vielmehr als Peepshow.
The Night Heaven Fell - In ihren augen ist immer Nacht - Les bijoutiers du clair de lune (1958) DVD-
Der Nachfolger von And God Created Woman von Roger Vadim, der Bardot in einem abgelegenen Bergdorf zeigt. Offensichtlich sind die Dorfbewohner echt, was Bardots Erscheinung nur noch imposanter macht. Daneben geht es um die Liebesgeschichte einer Klosterschülerin zu einem Gauner, wie sie zusammen in die Sierra fliehen und sie im Kugelhagel für ihn stirbt. Wurde in Cannes nicht zugelassen, bestimmt, um Ausschreitungen zu vermeiden.
The Truth - Die Wahrheit - La vérité (1960) DVD-
Es sind ausschliesslich Männer, die über Dominique urteilen. Dominique wird angeklagt, den jungen Dirigenten Gilbert ermordet zu haben. Es besteht kein Zweifel; bürgerliche Werte oder Moralvorstellungen teilt sie nicht. Schlimmer noch, Dominique scheint sie gar nicht zu kennen. Deshalb schildert die Staatsanwaltschaft bestimmte Episoden aus Dominiques Leben, die vor allem eines beweisen: Diese junge Frau ist zügellos. Henri-Georges Clouzot gewann Brigitte Bardot für eine Rolle, die nur sie spielen kann. Bardot verkörpert die Nymphe, ganz Natur, ganz Trieb. Aber auch eine Mörderin? Wir müssen uns dazu den klassischen Charakter der Femme Fatale vor Augen führen. Die Femme Fatale handelt bewusst und amoralisch. Sie lügt und spinnt Intrigen. Sie lebt innerhalb der Gesellschaft, deren Regeln sie ganz bewusst untergräbt. Die Nymphe dagegen existiert ausserhalb. Wie könnte sie Regeln brechen, die gar nicht die ihren sind? Bereits als achtjähriges Mädchen zerstörte Dominique eine Puppe, weil sie nie an ihre strebsame Schwester heranreichen durfte. Später zog sie nach Paris und ergab sich ganz dem Nachtleben. Statt einer Arbeit nachzugehen, traf sie sich mit Männern. Gilbert (Paul Meurisse), der junge Dirigent, glaubte in Dominique seine grosse Liebe gefunden zu haben. Trotzdem liess sich Dominique von Freunden auf dem Motorrad mitnehmen! Die Eifersucht - eines der grossen Themen von Henri-George Clouzot. La Verite handelt von Eifersucht, die Clouzot in einem anderen Werk mit der Hölle gleichgesetzt hatte.
A Very Private Affair - Privatleben - Vie privée (1962) (french only) DVD6444
Das ist die Geschichte einer jungen Frau, die mit 18 Jahren in Paris als Model entdeckt wird und beim Film Karriere macht. Sie muss ein Leben in der Öffentlichkeit führen, wird verfolgt, beurteilt wegen ihrer wechselnden Partner. Sie bricht zusammen, fährt in ihre Heimat, verliebt sich und doch, der Ruhm folgt ihr... Louis Malles vergessener Film zeigt das Leben einer Gefangenen als ambivalentes Bild von Bardot: Sie will sich freikämpfen, selbst bestimmt leben und ist doch immer von Anderen - von Männern - abhängig.
Contempt - Die Verachtung - Le mépris (1963) DVD1919
Le Mepris ist in gewisser Weise ein Experiment: Jean-Luc Godards erste Big Budget Produktion mit einem grossen Star: Brigitte Bardot. Es war ein einmaliger, mehr oder weniger befriedigender Auslug. Immerhin kann man alle nachfolgenden Filme Godards auch als Reaktion auf Le Mepris sehen. Nicht, dass der Film ohne Spannung wäre. Nicht nur zwischen den Dialogzeilen spüren wir den Kampf des Autoren gegen seine Produzenten. Ein verfehlter Dramaturg (Michel Piccoli) arbeitet für einen korrupten amerikanischen Produzenten (Jack Palance), das Drehbuch für ein Projekt zu schreiben, dass von einem Regie-Veteranen (Fritz Lang) umgesetzt werden soll. Der Dramatur hat eine wunderschöne Frau (Brigitte Bardot) und beide lieben sich innig. Jedoch: Auch der Produzent hat ein Auge auf sie geworfen. Der Film soll die Odyssee erneut auf die Leinwand bringen. Palance hat einen Aufguss der Hercules-Sandalenfilme im Kopf, Fritz Lang einen Autorenfilm. Immer wieder hat man versucht, die Geschichte der Odyssee in Le Mepris wiederzufinden: Piccoli als Odysseus, Bardot als Penelope und Palance als Poseidon. Genauso gut könnte der Dramaturg aber auch eine Verkörperung von Godard selbst sein und Bardot seine damalige Frau Anna Karina. Ironischerweise setzten die Produzenten Joseph E. Levine und Carlo Ponti Godard ähnlich zu wie seinem Helden und liessen sogar Nacktaufnahmen von Bardot nachdrehen. Einmal brüllt Palance Lang an, während er eine Aufnahme der Odyssee sieht (die wie eine Postkarten-Ansicht von Griechenland wirkt): "Betrug!" In der Eröffnungsszene liegt Bardot nackt im Bett. Ihr Körper, jedes einzelne Körperteil, werden von Piccoli angepriesen. Sie fragt ihn, wie ihm ihre Knie, der Busen, ihre Arme gefallen. Alles ist perfekt! Es soll die einzige Liebes-Szene in Le Mepris bleiben. Wir können uns vorstellen, wie der Produzent Godard anbrüllte: "Betrug"! Danach entstand die Nacktszene.
Viva Maria (1965) (Code 1) (OmeU) DVD3154
Hier kommt ein feministischer Western von Louis Malle, wunderschön gefilmt, mit den beiden grössten Stars der 60er, Brigitte Bardot und Jeanne Moreau. Sie spielen zwei Tänzerinnen, die mit einem Zirkus durch Südamerika ziehen, Striptease erfinden und zu Revolutionärinnen werden. Ein bisschen sieht das so aus wie das Hollywood Vorbild Vera Cruz, aber eben mit zwei Kämpferinnen!
Spirits of the Dead - Aussergewöhnliche Geschichten - Histoires extraordinaires (1968) (OmeU) DVD2544
Ein Horrorfilm von Federico Fellini, Roger Vadim und Louis Malle, die nicht eben als Horror Spezialisten bekannt wurden. 1968 reagierte das Publikum ablehnend auf diesen Mix aus Voyeurismus und Psychodelic. Heute aber darfst du das gerne als hübsch misslungenen Schund geniessen.
Frenchie King - Petroleum Miezen - Les petroleuses (1971) DVD7432
Das Schöne an diesem Western um zwei den Streit zweier Töchter verfeindeter Sippen (es geht natürlich um Öl Felder) ist natürlich die Tatsache, BB und CC = Brigitte Bardot und Claudia Cardinale miteinander kämpfen zu sehen und solche hübschen Details, dass sie nicht Whiskey, sondern Absinth trinken. Es ist ja auch ein französischer Western.
Don Juan 73 (1973) DVD-
Roger Vadim präsentiert Bardot als weiblichen Don Juan, die ihre Opfer verführt, demütigt und vernichtet. Ist das feministisch oder nur Gehabe? In der Welt von Vadim jedenfalls wird Sex mit Schuld gleichgesetzt. Seiner Zeit philosophierte Vadim über den Mythos Bardot und gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Frauen, auf der Leinwand aber sehen wir nur sterile, schmierige Aufnahmen.
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