Zum Tod von Muhammad Ali. Ali von Michael Mann ist ein viel zu langer, flacher und unerwartet leiser Film über Muhammad Ali. Mehr im Ton einer Elegie als dem eines euphorischen Boxerfilms. Spass macht das keinen, was vor allem an der Überlänge einiger Szenen liegt. Merkwürdigerweise hechelt Michael Mann dann wiederum durch andere Sequenzen, die mehr Tiefe bedürften. Alles in allem wirkt es wie ein unfertiger Film, der eigentlich noch einmal in den Schneideraum sollte. Nehmen wir mal die Szene, in der Ali nach Zaire fliegt für den "The Rumble in the Jungle". Eine Trainingsszene, die morgens beginnt und im Grunde stellvertretend für einen ganz normalen Tag im Leben des Boxers steht. Das geht dann so: Ali rennt und rennt und rennt. Und dann rennt er wieder. Zehn Jahre, die Zeit zwischen 1964 und 1974, erleben wir. Ali als Bürgerrechtler und als bekennender Moslem, der die Sklaverei abschüttelt. Er kämpft gegen die Einberufung nach Vietnam und das kostet ihn fast seine Karriere. Der Film stellt einige Fakten richtig, die immer wieder missverstanden wurden. Als er schliesslich in den Ring gegen Goerge Foreman steigt, war er 32 und der Herausforderer gerade mal 24! Michael Mann erzählt die Geschichte zwar nicht dokumentarisch, aber es fehlt ein echter Zugang zum Helden. Genau das aber wäre die Aufgabe eines fiktionalen Nacherzählens der wahren Geschichte! Wir sehen zwar, aber wir fühlen es nicht. Das Drehbuch weist uns eine bestimmte Perspektive zu, lässt uns dann aber eigene Schlüsse ziehen. Ali selbst, er bleibt ein Rätsel. An sich eine spannende Aufgabe für Will Smith, dessen Hauptaufgabe darin besteht, diese mysteriöse Persönlichkeit einzufangen. Es scheint, als spiele Ali seine öffentliche Rolle als Paradiesvogel, um privat umso verschlossener zu bleiben. Nicht einmal seinen engsten Vertrauten gegenüber öffnet er sich. Smith ist der richtige Schauspieler für Ali, jedoch im falschen Film. Was auch immer geschieht, der Tod von Malcolm X, der Vietnamkrieg, die schwarze Rebellion - hier wird alles nur angedeutet. Ali wirkt wie ein Film, der sich noch im Prozess befindet. So als hätte man Michael Mann das unfertige Material einfach weggerissen und auf die Leinwand geworfen. - On the Death of Muhammad Ali. Ali by Michael Mann is a much too long, flat and unexpectedly quiet film about Muhammad Ali. More in the tone of an elegy than that of a euphoric boxer film. It's no fun, which is mainly due to the extra length of some scenes. Strangely enough, Michael Mann then pants through other sequences that need more depth. All in all, it looks like an unfinished film that was supposed to be in the editing room again. Let's take the scene where Ali flies to Zaire for "The Rumble in the Jungle". A training scene that starts in the morning and basically represents a normal day in the life of a boxer. It'll be like this: Ali runs and runs and runs. And then he runs again. We experience ten years, the period between 1964 and 1974. Ali as a civil rights activist and as a confessing Muslim who shakes off slavery. He's fighting the Vietnam draft, and it almost costs him his career. The film corrects some facts that have been misunderstood time and again. When he finally entered the ring against Goerge Foreman, he was 32 and the challenger only 24! Michael Mann doesn't tell the story in a documentary, but there is no real access to the hero. But exactly that would be the task of a fictional retelling of the true story! We can see, but we don't feel it. The script gives us a certain perspective, but then lets us draw our own conclusions. Ali himself, he remains a mystery. In itself an exciting task for Will Smith, whose main task is to capture this mysterious personality. It seems as if Ali plays his public role as a bird of paradise in order to remain all the more private. He does not even open up to his closest confidant. Smith is the right actor for Ali, but in the wrong movie. Whatever happens, the death of Malcolm X, the Vietnam War, the black rebellion - everything is only hinted at here. Ali looks like a film still in process. As if Michael Mann had simply been torn away the unfinished material and thrown onto the screen.
Kommentare
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Michael Mann hat keinen Wumms
Michael Mann hat keinen Wumms mehr, weil er nur noch die technische Seite des Filmemachens berücksichtigt. Man könnte auch sagen, er hat kein Herz mehr. Das ist wirklich schade, weil er so eine Ausnahme war im Action Genre!
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Ali ist ja alt, aber ich
Ali ist ja alt, aber ich finde, in den neuen gibt er sich keine Mühe mehr mit seinen Charakteren. Es wummst nur noch durch Action, aber man interessiert sich nicht für die Figuren. Deshalb finde ich seine Filme nicht mehr so spannend.
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Ich schaue ihn mir gleich
Ich schaue ihn mir gleich heute abend an. Warum haben Michael Manns Filme auf einmal keinen Wumms mehr?
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Kriegst du!
Kriegst du!
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zum 8.6. Danke!!!
zum 8.6. Danke!!!
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Ich bin kein großer Freund
Ich bin kein großer Freund von Boxerfilmen, der hier aber interessiert mich doch. Würde ich gerne reservieren!
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