Sich nicht in Magali (Beatrice Romand) zu verlieben - das dürfte wahrhaft schwer sein! Eine Frau Ende 40, in Jeans mit aufmüpfigen Locken. Sie bewirtschaftet ein Weinbaugebiet im Süden Frankreichs, eine Witwe mit zwei Kindern. Magali liebt ihr Leben, manchmal aber fühlt sie sich doch etwas einsam... Einmal geht sie mit ihrer Freundin Isabelle (Marie Riviere) spazieren. Während sie über dieses und jenes reden, schlägt Isabelle vor, Magali soll doch einmal einen Mann via Kontaktanzeige suchen. Lieber würde Magali sterben, doch Isabelle arrangiert das für sie. Schon sind wir mitten drin in einem Eric Rohmer Film! Rohmer erzählt Geschichten von Menschen, die wir gern kennen lernen würden. Menschen, die uns ähnlich sind. Immer geht es um die kleinen Entscheidungen, Liebe, Freundschaft, das Leben. Gibt es ein Happy Ending, kommt es über uns wie eine grosse Erleichterung! Oft aber verpassen Rohmers Figuren einfach ihre Möglichkeit, glücklich zu sein. Eric Rohmer, fast 80 Jahre alt als er Conte d'automne inszenierte, gehört zu den Gründervätern der Nouvelle Vague - obwohl seine Karriere eigentlich erst zehn Jahre später einsetzte. Seine schönsten Filme wirken so leicht, als ob sie direkt aus dem Leben gegriffen wären! Hier bietet er eine ganze Kette von Missverständnissen und Komplikationen - schliesslich zweifeln wir sogar daran, ob Isabelle selbst so eine vorbildliche Ehe führt (und wohlweislich tritt ihr Mann auch nie auf). Virtuos führt Rohmer alles während einer Hochzeitsfeier zusammen. Hier löst sich der vielschichtige Knoten und Rohmer beweist, dass er auch genau weiss, wie man Suspense kreiert! Wenn ich diesen Rohmer Film mit einer romantischen Hollywood Komödie vergleiche, stelle ich fest: Wie viel mehr hinterlistigen Witz, wie viel mehr Scharfsinn hat Rohmers Variante! In der RomCom made in Hollywood ist von vorn herein klar: Die Heldin wird ihr Glück finden. Aber Magali? Ein falscher Schritt und sie sitzt wieder allein auf ihrem Weingut... - Not falling in love with Magali (Beatrice Romand) - that should be really hard! A woman in her late 40s, in jeans with rebellious curls. She runs a vineyard in the south of France, a widow with two children. Magali loves her life, but sometimes she feels a bit lonely... Once she goes for a walk with her friend Isabelle (Marie Riviere). While they talk about this and that, Isabelle suggests that Magali search for a man via personal ad. Magali would rather die, but Isabelle arranges it for her. We're already in the middle of an Eric Rohmer movie! Rohmer tells stories of people we would like to meet. People like us. It's always about the little choices, love, friendship, life. If there is a happy ending, it comes over us like a great relief! Often, however, Rohmer's figures simply miss their chance to be happy. Eric Rohmer, almost 80 years old when he staged Conte d'automne, is one of the founding fathers of the Nouvelle Vague - although his career actually only began ten years later. His most beautiful films look as easy as if they were taken straight from life! Here he offers a whole chain of misunderstandings and complications - after all, we even doubt whether Isabelle herself leads such an exemplary marriage (and wisely her husband never appears either). Rohmer virtuously brings everything together during a wedding celebration. This is where the multi-layered knot comes loose and Rohmer proves that he also knows exactly how to create suspense! When I compare this Rohmer film with a romantic Hollywood comedy, I realize: How much more deceitful wit, how much more astuteness has Rohmer's variant! In the RomCom made in Hollywood it is clear from the outset: the heroine will find her happiness. But Magali? One wrong step and she sits alone again on her winery...
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ihr habt recht, magali muss
ihr habt recht, magali muss man mögen.
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