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das leben der anderen
Di, 13/08/2019 - 09:01
Am 13. August 1961 wurde die Berliner Mauer errichtet. Erst drei Tage vor dem Bau informierte man die Öffentlichkeit, davor lautete das Credo: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." (Ulbricht). Der benötigte Stacheldraht wurde aus dem Westen geliefert. Berliner wie ich wuchsen mit der Mauer auf. Sie war für uns ganz normal. Mein Schulweg verlief entlang der Mauer, wodurch ich etwas länger brauchte. Ich konnte ja nicht gerade durch fahren - das ging erst nach 1989. Über die Grenzsoldaten, die uns oben von ihren Wachtürmen aus beobachteten, rissen wir Witze. Oder wir warfen Knaller über die Mauer und freuten uns, wenn die Schäferhunde anschlugen. Im Norden des damaligen französischen Sektors konnte man sogar auf Grenzsoldaten stossen. In diesem Teil musste die Mauer etwas versetzt gebaut werden, da das Umland zu sumpfig war. Schilder wiesen darauf hin "Ende des französischen Sektors". Wer die passierte, der betrat die DDR. Kurz und gut; all das erschien mir ganz normal. Natürlich wollte ich gerne mit dem Rad hinaus fahren. Hinter die Mauer. Manchmal kam ich mir gefangen vor auf unserer Insel West-Berlin. Angst vom "Ivan" aber hatte ich nie. Als dann die Mauer fiel, war das Erstaunliche, dass sich manche gar nicht dafür begeisterten. Besonders in Kreuzberg. Denn nun gehörte man ja wieder zu "Deutschland" und nicht mehr zu einem alliierten Sektor. Wir West-Berliner waren in diesem Sinne ja keine "Deutschen" - und das war sehr, sehr wichtig für uns. Schliesslich besassen wir keinen Reisepass. Nur einen West-Berliner Personal-Ausweis. Wir durften auch nicht wählen in "Deutschland". Nur die West-Berliner CDU. Und wir bekamen "Berlin Zulage". 30 % mehr Lohn auf jeden Job. Sowieso wurde in West-Berlin alles staatlich gefördert. Das merkt man heute noch; wir West-Berliner sind es gewohnt, vom Staat Geld zu beziehen. heute, am 13. August, dürfen wir uns zurück erinnern. Mit Filmen über den Mauerfall, die ich hier gesammelt habe. - The Berlin Wall was erected on 13 August 1961. It was only three days before the Wall was built that the public was informed, and before that the credo was: "Nobody intends to build a wall. (Ulbricht). The required barbed wire was supplied from the west. Berliners like me grew up with the Wall. It was quite normal for us. My way to school ran along the wall, which took me a little longer. I couldn't drive straight through - it wasn't until after 1989. We made jokes about the border guards watching us from their watchtowers. Or we threw firecrackers over the wall and were happy when the shepherd dogs struck. In the north of the then French sector one could even come across border soldiers. In this part the wall had to be built a little bit displaced, because the surrounding countryside was too swampy. Signs indicated the "end of the French sector". Those who passed these entered the GDR. Short and sweet; all this seemed quite normal to me. Of course I wanted to go out by bike. Behind the wall. Sometimes I felt trapped on our island West Berlin. But I was never afraid of "Ivan". When the wall fell, the astonishing thing was that some were not at all enthusiastic about it. Especially in Kreuzberg. Because now one belonged again to "Germany" and no longer to an allied sector. We West Berliners were not "Germans" in this sense - and that was very, very important for us. After all, we didn't have a passport. Only a West Berlin identity card. We were also not allowed to vote in "Germany". Only the West Berlin CDU. And we got "Berlin Zulage". 30 % more wage on every job. Anyway, everything in West Berlin was subsidized by the state. You can still see that today; we West Berliners are used to receiving money from the state. Today, August 13, we may remember. With films about the fall of the Berlin Wall, which I have collected here.

Filme in der Liste

Good Bye Lenin! (2003) (Rating 8,9) (OmeU = engl. subt.) DVD5130

Good Bye Lenin! (OmeU) DVD5130

Ost Berlin 1989, wenige Tage vor dem Fall der Mauer. Eine treue Kommunistin sieht im Fernsehen, wie ihr Sohn bei Protesten gegen die DDR Regierung zu Boden geschlagen wird. Ein Schock für die überzeugte Genossin. Sie fällt ins Koma, wacht erst nach dem Fall der Mauer auf. Die Ärzte raten ihrem Sohn, der kleinste Schock könnte sich gefährlich auswirken. Ein Schock wie der Untergang der DDR zum Beispiel... link trailer
Barbara (2012) (Rating 8,1) (OmeU) DVD6316

Barbara (OmeU = engl. subt.) DVD6316

Eine Frau sitzt entspannt rauchend auf einer Parkbank. Oben aus dem Büro-Fenster wird sie von zwei Männern beobachtet. Die beiden Männer reden über sie. Darüber, dass die Gruppe ihrer Freunde verhaftet wurde. Später bemerken wir; diese Frau weiss, dass sie beobachtet wird. Ihre Entspannung stellt nichts als ein öffentliches Theater dar. Ein Theater für die beiden Beamten der Staatssicherheit. link trailer
The Lives of Others - Das Leben der Anderen (Rating 9,0) (OmeU) DVD6885

The Lives of Others - Das Leben der Anderen (OmeU = engl. subt.) DVD6885

Er sitzt da, allein in einem kalten Raum mit dicken Kopfhörern. Sein Körper und sein Gesicht gefroren. Er belauscht die Gespräche anderer Menschen. Ein Soldat der Staatssicherheit. Tag für Tag sitzt er dort auf dem Dachboden, überwacht die Wohnung unter ihm. Sein Opfer; ein gutaussehender Schriftsteller und seine schöne Freundin. Ein romantisches Liebespaar. Ist der Soldat eifersüchtig? Können wir irgendein Gefühl in seinem Gesicht lesen? Getrieben von Misstrauen ordnet er an, die ganze Wohnung müsse verwanzt werden. link trailer
Sun Alley - Sonnenallee (1999) (Rating 7,5) DVD1601

Sun Alley - Sonnenallee DVD1601

Die Sonnenallee ist eine wahnwitzig lange Strasse. Sie hört gar nicht mehr auf. Nur ein kurzer Teil davon liegt im Westen, in Neukölln. Das lernen wir im gleichnamigen Film. Sonnenallee von Leander Hausmann wirkt fast wie ein psychodelisches Musical. Eine Stasi Komödie und ein Zeit-Dokument, in dem die Mauer regelrecht weg getanzt wird. link trailer
Berlin Blues - Herr Lehmann (2003) (Rating 7,2) DVD1944

Berlin Blues - Herr Lehmann DVD1944

Als Herr Lehmann ins Kino kam, klagten wir, dass der wohl im letzten NICHT kaputt sanierten Gebäude Kreuzbergs gedreht worden wäre. Kreuzberg war doch heute total scheisse. Das war 2003. Herr Lehmann jedenfalls zeigt den Mauerfall aus einer spezifisch Kreuzberger Perspektive. Erstmal noch ein Bier in der Kneipe nehmen. Später kann man ja mal gucken, was da drüben für ein Aufruhr herrscht. link trailer
No Place to Go - Die Unberührbare (Rating 8,2) DVD3822

No Place to Go - Die Unberührbare DVD3822

"Ich bring mich jetzt um". Zehn Jahre nach der Wiedervereinigung, in ihrem Münchener Apartment, erkennt sie, dass es keinen Sinn mehr macht. Nach einer letzten Zigarette und einem Glas Rotwein schluckt sie das Zyankali und schlummert auf dem Sofa ein. Im Fernsehen fliessen die Freudentränen aus dem wiedervereinigten Deutschland. Oskar Roehlers bester Film über eine privilegierte Frau aus der DDR. link trailer
The Tunnel - Der Tunnel (2001) (Rating 7,3) DVD5442

The Tunnel - Der Tunnel DVD5442

In Der Tunnel geht es um Liebe und Unterdrückung und Flucht. Nicht frei erfunden, sondern basierend auf einer wahren Geschichte. Einer wahren Begebenheit, wie sie sich nur im geteilten Deutschland abspielen konnte. Damals war Ost-Berlin die Hauptstadt der Spitzel. Nicht einmal dem Ehepartner durfte man trauen! Die wahre Romanze zwischen der schönen Fritzi (Nicolette Krebitz) und dem grenzenlos energetischen Harry (Heino Ferch) spielt sich dabei im Flucht-Tunnel ab. link Trailer + DU FINDEST DEN GANZEN FILM FREI AUF YOUTUBE
The Promise - Das Versprechen (1994) (Rating 7,2) DVD7676

The Promise - Das Versprechen DVD7676

Das Epos, das sich vom Bau bis zum Fall der Berliner Mauer erstreckt, kam 1993 ins Kino. Zu einer Zeit, als die Deutschen schon keine Lust mehr hatten aufeinander. Regisseurin Margarethe von Trotta bekundete, dass es schwierig war, den Enthusiasmus des Mauerfalls auf der Bornholmer Brücke nachzustellen. link trailer
The Legend of Rita - Die Stille nach dem Schuss (2000) (Rating 8,0) DVD7693

The Legend of Rita - Die Stille nach dem Schuss DVD7693

Volker Schlöndorffs Film lenkt den Blick auf ein fast unbemerktes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte: Das Angebot der Stasi an die westdeutsche politische linksradikale Szene, ein neues Leben in der DDR führen zu können. Während man in der BRD steckbrieflich gesucht wird. Es ist auch die Geschichte einer Frau, die ihrer politischen Überzeugung treu bleibt.
Learning to Lie - Liegen lernen (2003) (Rating 7,5) DVD2064

Learning to Lie - Liegen lernen DVD2064

Die erst Liebe ist nicht sexuell, nur idealistisch. Liegen Lernen, die Verfilmung des gleichnamigen Romans, zeigt eine solche Liebe. Irgendwo im West-Deutschland der 80er. Damals, als man Klassenfahrten nach West-Berlin unternahm. Hinter der Rahmenhandlung wird die Geschichte West-Berlins vorgeführt. Vom Klasssentrip in den Ost-Teil Berlins bis hin zum Fall der Mauer und des Berlins der 90er. link Trailer + DU FINDEST DEN GANZEN FILM FREI AUF YOUTUBE

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