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Coffee In Berlin - Oh Boy (2012) (Rating 7,8) DVD8110+7141

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Coffee In Berlin - Oh Boy (2012) (Rating 7,8) DVD8110+7141
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Do, 27/03/2014 - 16:55
Directed by: Jan Ole Gerster
Schauspieler: Tom Schilling Alexander Altomirianos Inga Birkenfeld Fred Aaron Blake Martin Brambach Annika Ernst Michael Gwisdek Katharina Hauck
Video: Trailer

Das hier ist ein Berliner Prototyp, zumindest einer, der in Kreuzberg und Neukölln verkehrt! Deshalb wurde die DVD auch lange Zeit von Hand zu Hand gegeben bei uns in der Videothek. Am liebsten sieht man sich ja schliesslich selbst zu! Oh Boy heisst eigentlich Niko (Tom Schilling) und wir lernen ihn kennen, wie er sich morgens nach dem One Night Stand wegschleichen will. Klappt aber nicht, sie schlägt die Augen auf und bietet ihm einen Kaffee an. So muss sich Niko mit fadenscheinigen Argumenten aus der Situation retten - doch offensichtlich hat er darin Übung. Die Uni hat er vor zwei Jahren geschmissen und statt Jura macht er jetzt nichts. Viel glücklicher ist er aber nicht geworden mit seiner Entscheidung. Was Niko aber noch nicht weiss: Dieser Tag wird sein Leben verändern... Jan Ole Gerster zeigt in seinem Debüt eine Mischung aus Situationskomik und Melancholie. Berlin sieht bei ihm, ganz in Schwarzweiss gefilmt, richtig existentialistisch aus - so wie Niko es auch erlebt. Dazu passt der jazzige Soundtrack und vor allem Tom Schilling, der die Rolle des orientierungslosen Mannes wie kein Zweiter beherrscht. In Oh Boy spielt er diese Sinnsuche mit einer Dringlichkeit, die mir so in deutschen Filmen meistens fehlt. Am liebsten hatte ich die Szene, in der Niko seinen Vater (Ulrich Noethen) um Geld anschnorrt. Auf dem Golfplatz wird ihm daraufhin der Geldhahn zugedreht. Ein ganzes Ensemble von schrägen Typen wird darüber hinaus auf Niko losgelassen: Justus von Dohnányi spielt den Nachbarn, der Freundschaft schliessen will mit einer Schüssel ekliger Bouletten oder Marc Hosemann gibt einen Möchtegern-Schauspieler. Hier kommt also das Lebensgefühl der nicht mehr ganz jungen Jugendlichen aus Berlin. -
This is a Berlin prototype, at least one that is in Kreuzberg and Neukölln! That's why the DVD was given from hand to hand for a long time in our video store. After all, it's best to watch yourself! Oh Boy is actually Niko (Tom Schilling) and we get to know him, how he wants to sneak away after the One Night Stand in the morning. But it doesn't work, she opens her eyes and offers him a coffee. So Niko has to save himself from the situation with flimsy arguments - but obviously he has practice in that. He quit university two years ago and instead of law he does nothing now. But he is not much happier with his decision. But what Niko doesn't know yet: This day will change his life... Jan Ole Gerster shows in his debut a mixture of situation comedy and melancholy. Filmed entirely in black and white, Berlin looks really existentialistic with him - just like Niko experiences it. The jazzy soundtrack and above all Tom Schilling, who masters the role of the disoriented man like no other, fit in perfectly. In Oh Boy he plays this search for meaning with an urgency that I usually miss in German films. My favourite scene was the one in which Niko bummed his father (Ulrich Noethen) for money. On the golf course, the money tap is then turned off. A whole ensemble of weird guys is also let loose on Niko: Justus von Dohnányi plays the neighbour who wants to make friends with a bowl of disgusting boulettes or Marc Hosemann gives a would-be actor. So here comes the attitude to life of the young people from Berlin, who are no longer quite young.

Kommentare

Eure letzten Kommentare
emilie80
emilie80
Di, 19/01/2016 - 23:21

"Oh Boy" erzählt in 86

"Oh Boy" erzählt in 86 Minuten eine gehaltvollere Geschichte als die meisten Filme mit zwei, drei Stunden Laufzeit. Er beschreibt das Lebensgefühl der "Mitt"- bzw. "Endzwanziger" perfekt. Das Morgen interessiert mich nicht. Beständigkeit ist für mich ein Fremdwort. Ich hatte in den letzten Jahren immer nur befristete Arbeitsverträge. Das macht mir (noch) nichts aus. Dennoch kann ich mich kaum mit Niko Fischer identifizieren. Mein Leben sieht doch ein wenig anders aus. Seine Gedanken und Beobachtungen sind mir allerdings nicht fremd.

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