NETFLIX MOVIE Das Leben in bestimmten Berliner Bezirken geht so: Ich versuche morgens, meinen Laden zu reinigen und ein paar DVDs der Videothek in Ruhe einzugeben. Dann klopfts an der Scheibe und draussen stehen ein paar Bekannte, die Kaffee trinken wollen. Nun, ich könnte die DVDs ja auch später eingeben. Aber: Wieder nichts! Diesmal fangen ein paar andere Bekannte schon mit Bier an. Darum gehts in Luca Tanzt Leise. Luca versuchts nach zehn ausschweifenden Jahren leise. Morgens holt sie ihr Abitur nach, weil sie Tierärztin werden will. Sie schläft besser, ist nicht mehr depressiv und hat ihren gewalttätigen Freund überwunden. (An einem späteren Punkt im Film soll er unvermittelt auftauchen und Lucas Hund erschlagen.) Luca lernt gemeinsam mit dem Mechaniker Kurt Pfeiffer (Hans-Heinrich Hardt). Er kann kein Englisch, sie kein Mathe. Zwischen ihnen entwickelt sich eine ehrliche Freundschaft. Nicht eine dieser "Ich würd so gern mehr von dir" - Beziehungen. Kurt hat manchmal väterliche Gefühle für Luca, manchmal wirkt er aber auch wie ihr Sohn. Es ist schön, mitanzusehen, wie sie sich unterhalten, einander helfen und füreinander da sind. Niedlich auch Lucas Oma (Ruth Bickelhaupt), die immer auf der Seite der Enkelin steht. Nicht auf der Seite der strengen Mutter (Claudia Jacob), die auch noch Lucas Abitur-Lehrerin ist. Wir lernen die Mutter kennen, wie sie Luca zu Unrecht aus der Klasse wirft. Eine fast unangenehme Frau, die im Verlauf der Handlung aber immer sympathischer werden wird. Luca hat einen Freund, Tobi (Tobias Borchers), der wohl aufgegeben hat. Er liegt nur noch vor der Play Station, behauptet, er sei krank. Luca versucht ihn aufzurütteln. Sie ist ehrlich besorgt, nicht eine derjenigen, die sich in einer überlegenen Position gefallen. Ich denke, das Wichtigste in Lucas neuem Leben ist ihr Hund. Durch ihn löste sie sich aus dem Nachtleben, aus ihrer Depression und besucht nun eben die Schule. Dann aber kündigt sich Maria (Deleila Piasko) an. Sie sitzt bereits im Zug, auf dem Weg zu Luca. Maria lässt ihr keine Wahl - eine gute Freundin, das ist sie nicht! Es gibt Koks, Wein und einen gefährlichen Club (die Filmkunstbar Fitzcarraldo, in der Maria eine schnelle Nummer mit einem Unbekannten (Tom Lass) schiebt). Unmöglich für Luca, ihr Lernprogramm am nächsten Morgen aufzunehmen. Mit dem Auftritt ihres Ex-Freundes Ben (Sebastian Fräsdorf) scheint Lucas Leben sich dann dem Abgrund zu nähern... Das Tollste an Luca Tanzt Leise ist Martina Schöne-Radunski! Die Kamera liebt sie und wir auch. Sie ist mitfühlend (aber nicht mütterlich), sie hat einen Berliner Gören-Humor und sie ist sehr, sehr verletzbar. Sie weiss das auch, macht weder sich, noch anderen etwas vor. Es ist nicht so, dass Luca ihr Abitur braucht, um eben "Abiturient" zu sein. Das ist kein Prestige-Projekt! Luca will Tierärztin werden und ohne Abi kann sie nicht studieren. Wir spüren, dass es in ihr brodelt. Im Grunde existiert ihr Leben nur, da sie sich mit Mühe diszipliniert. Die andere Luca betäubt sich und ihren Schmerz. Sie kann nicht schlafen. Sie ist lebensmüde. Regisseur Philipp Eichholtz zeigt uns diese dunkle Seite seiner Heldin erst nach etwa einer Stunde. Bis dahin ist sein Film im besten Sinne charmant. Es macht Spass, zuzusehen. Die improvisierten Dialoge klingen echt. Das hier ist kein "hipper" Berlin Film, sondern einer mit einem ehrlichen Anliegen. Und Eichholtz weiss, wie man ein Starlett in Szene setzt, denn das ist Martina Schöne-Radunski" Ein echter Schauspieler-Regisseur! Ich habe den Film jetzt zweimal gesehen und das liegt allein an Martina Schöne-Radunski. Es soll nun nicht unverschämt klingen, aber als sie eine Szene in unserer Bar drehte, fiel sie mir nicht sonderlich auf. Auf der Leinwand aber bekommt sie alle Aufmerksamkeit. Ist es nicht das, was einen Filmstar ausmacht? (Und noch etwas: Nach dem Dreh bot ich ihr an, bei uns Filme umsonst zu leihen, wie das alle Kollegen dürfen. Sie nahm This_Is_England und brachte ihn sofort am folgenden Tag zurück. Als Videothekar muss ich zugeben: Das gefällt mir!) - Life in certain districts of Berlin goes like this: In the morning I try to clean my shop and enter a few DVDs from the video store in peace. Then we knock on the window and outside there are some acquaintances who want to drink coffee. Well, I could enter the DVDs later. But: Nothing again! This time some other acquaintances already start with beer. That's why Luca Dances Quietly. Luca tries after ten extravagant years quietly. In the morning she goes to school to become a vet. She sleeps better, is no longer depressed and has overcome her violent friend. (At a later point in the film he should suddenly appear and kill Lucas Hund.) Luca learns together with the mechanic Kurt Pfeiffer (Hans-Heinrich Hardt). He doesn't speak English, she doesn't know math. An honest friendship develops between them. Not one of those "I would so like more of you" relationships. Kurt sometimes has fatherly feelings for Luca, sometimes he seems like her son. It's nice to see them talking, helping each other and being there for each other. Cute is Lucas Oma (Ruth Bickelhaupt), who is always on the side of her granddaughter. Not on the side of the strict mother (Claudia Jacob), who is also Lucas Abitur teacher. We get to know the mother as she unjustly throws Luca out of class. An almost unpleasant woman, who will become more and more sympathetic in the course of the plot. Luca has a friend, Tobi (Tobias Borchers), who must have given up. He's just outside Play Station, claiming he's sick. Luca tries to shake him up. She's honestly worried, not one of those who has fallen into a superior position. I think the most important thing in Luca's new life is her dog. Through him she got out of the nightlife, out of her depression and is now attending school. But then Maria (Deleila Piasko) announces herself. She's already on the train on her way to Luca's. Maria leaves her no choice - a good friend, she is not! There's coke, wine and a dangerous club (the film art bar Fitzcarraldo, where Maria plays a quick game with a stranger (Tom Lass)). Impossible for Luca to start her study program the next morning. With the appearance of her ex-boyfriend Ben (Sebastian Fräsdorf) Luca's life seems to approach the abyss... The best thing about Luca Dances Quietly is Martina Schöne-Radunski! The camera loves her and so do we. She is compassionate (but not maternal), she has a Berlin brat humor and she is very, very vulnerable. She knows that too, and doesn't fool herself or anyone else. It's not like Luca needs her Abitur to be a "Abiturient". This is not a prestige project! Luca wants to become a veterinarian and she can't study without her A-levels. We feel it bubbling inside her. Basically, her life only exists because she has difficulty disciplining herself. The other Luca numbs herself and her pain. She can't sleep. She's tired of life. Director Philipp Eichholtz only shows us this dark side of his heroine after about an hour. Until then, his film is charming in the best sense of the word. It's fun to watch. The improvised dialogues sound real. This is not a "hip" Berlin movie, but one with an honest concern. And Eichholtz knows how to stage a starlett, because Martina "Schöne-Radunski" is a real actor-director! I've seen the movie twice now and that's up to Martina Schöne-Radunski alone. I don't want it to sound outrageous, but when she shot a scene in our bar, I didn't really notice her. But on the screen she gets all the attention. Isn't that what makes a movie star? (And another thing: After the shooting I offered her to rent films for free, as all colleagues are allowed to do. She took This_Is_England and returned it the following day. As a video store, I have to admit: I like that!)
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Ein DVD Start ist noch nicht
Ein DVD Start ist noch nicht angekündigt, wird aber in jedem Fall erfolgen. Ansonsten hätten wir ja noch den Kontakt zum Rechteinhaber. Aber erstmal Kino!
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ja, bitte bald in den verleih
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hab ihn auf dem achtung
hab ihn auf dem achtung berlin festival gesehen und muss agen, wertung 8,4 mindestens
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