Fr, 09/01/2026 - 16:35
Directed by:
Hirokazu Kore-eda
Schauspieler:
Arata
Erika Oda
Susumu Terajima
Takashi Naito
Kyoko Kagawa
Aus dem klaren weissen Licht heraus, treten ein paar Leute hervor. Wer sind sie? Wir befinden uns in einem gewöhnlichen Gebäude, dessen Hintergrund nur verschwommen erkennbar ist. Die Leute werden begrüsst von Mitarbeitern. Fast wirkt es so wie in einer Behörde. Man erklärt ihnen, sie seien tot. Das Hier und Jetzt sei eine Zwischenstation, bevor es endgültig wird. Eine Woche werden sie hier verbringen. In dieser Zeit dürfen sie sich eine Erinnerung aus ihrem Leben aussuchen. Nicht irgendeine, sondern die Schönste! Diese Erinnerung wird ihr Leben in der Ewigkeit sein. Man montiert einen Film daraus, den sie mitnehmen. Alles Übrige wird vergessen sein. Das ist die Idee von Hirokazu Kore-edas After Life, einem Film, so freundlich und warmherzig daher kommt, dass er sich in die Linie der ganz grossen Humanisten des Kinos einreihen darf. Was ist der eine grosse Moment, der ein Leben ausmacht? Wir werden eingeladen, das zu erforschen. Einer der Ankömmlinge gibt vor, nur schlechte Erinnerungen zu haben. Ein Mitarbeiter ermahnt ihn, tiefer nachzudenken. Natürlich: Eine schlimme Erinnerung für die Ewigkeit; das wäre die Hölle im eigentlichen Sinn! After Life braucht für dieses Szenario keine Special Effects, keine üble Chormusik oder ähnliches Geschwurbel. Stattdessen gibts eine Menge Arbeit: Erinnerungen müssen gesammelt werden und zu Filmen montiert. In diesem umtriebigen Eifer erkennen wir das wahre Glück! Kore-eda umarmt das Leben und seine Geheimnisse. Er ermutigt uns dazu, nachzudenken, wer wir wirklich sind und was uns ausmacht. Ein Film, der mich wirklich glücklich machte! Kore-eda verschwendet keinen Gedanken an modische Zynismen oder Ironie. Er hofft inständig, wir mögen in uns gehen, dass wir uns nach seinem Film glücklicher und weiser fühlen. Er hat dazu Hunderte von Interviews in Japan geführt. Wir wissen übrigens nicht, welche Szenen von Schauspielern getragen werden und welche echt sind. Es gibt eine ganze Reihe von Charakteren, aber jeder ist einzigartig und berührt uns. Auch die Mitarbeiter: Wer sind sie und weshalb wählen sie diese Zwischenstation und nicht die Ewigkeit? After Life kommt ganz ohne Schmalz aus. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie ein vulgäres Hollywood Remake aussehen würde, dass versucht ähnliche Emotionen zu wecken, ohne sie überhaupt zu verdienen! Kore-edas Film ist genauso still wie pragmatisch. Am Ende überlegte ich, welche Erinnerung ich wohl wählen würde? Eine Woche, dass zu erforschen ist wirklich nicht viel! - Out of the clear white light, a few people emerge. Who are they? We are in an ordinary building with a blurred background. People are greeted by employees. It almost looks like a government building. They are told they are dead. The here and now is a stopover before it becomes final. They will spend a week here. During this time they are allowed to choose a memory from their lives. Not just any, but the most beautiful! This memory will be their life in eternity. They assemble a film out of it and take it with them. Everything else will be forgotten. This is the idea behind Hirokazu Kore-eda's After Life, a film so friendly and warm-hearted that it can join the ranks of the great humanists of cinema. What is the one great moment that constitutes a life? We are invited to explore it. One of the newcomers pretends to have only bad memories. A co-worker admonishes him to think deeper. Of course: A bad memory for eternity; that would be hell in the true sense! After Life doesn't need any special effects, bad choral music or similar swirls for this scenario. Instead, there's a lot of work: memories have to be collected and assembled into films. In this active zeal we recognize true happiness! Kore-eda embraces life and its secrets. He encourages us to think about who we really are and what we are. A film that really made me happy! Kore-eda doesn't waste a thought on fashionable cynicism or irony. He hopes that we may go inside ourselves, that we will feel happier and wiser after his film. He has done hundreds of interviews in Japan. By the way, we don't know which scenes are worn by actors and which are real. There are a lot of characters, but everyone is unique and touches us. Also the employees: Who are they and why do they choose this stopover and not eternity? After Life gets by without any lard. I don't even want to imagine what a vulgar Hollywood remake would look like that tries to arouse similar emotions without even deserving them! Kore-eda's film is as quiet as it is pragmatic. In the end I thought about which memory I would choose? A week to explore that really isn't much!


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