Mo, 06/04/2026 - 18:52
Directed by:
Ryan Fleck
Schauspieler:
Shareeka Epps
Ryan Gosling
Anthony Mackie
Monique Curnen
Karen Chilton
Dummerweise gehen wir in Filmen - und auch im wirklichen Leben - davon aus, dass jemand, der sich in einer Sache falsch verhält, auch in anderen Dingen schlecht sein muss. Dabei hat das Eine mit dem Anderen ja gar nichts zu tun. Nach dem Motto; ein Spieler muss bestimmt auch ein Zocker sein. So entsteht eine Welt in Schwarzweiss. Half Nelson ist zum Glück anders. Der Film handelt von einem Lehrer, der Crack raucht. UND er ist ein guter Lehrer (oder soll ich sagen, gerade deshalb?). Er wacht auf dem Boden seiner Bude auf und schafft es irgendwie in die Schule. Blass und dünn, mit blutunterlaufenen Augen. Dann aber spricht er über die Dialektik der Macht und erwacht zum Leben. Auf dem Weg ins Lehrerzimmer aber sieht er schon wieder aus wie The Walking Dead. Manchmal verhält er sich rücksichtslos und zerstörerisch. Aber ist er ein schlechter Mensch? ich denke nicht. Seine Schüler, insbesondere Drey (Shareeka Epps) denken das auch nicht. Einmal findet sie ihn bewusstlos und reicht ihm ein nasses Tuch. Das Beste an Half Nelson ist die indirekte Kommunikation zwischen ihr und dem Lehrer. Ryan Gosling ist natürlich einer der besten Schauspieler seiner Zeit - doch genauso toll ist Shareeka Epps, die dafür nur wenig sprechen muss. Wir spüren; vermutlich ist sie die Einzige, die ihn versteht. Zum Glück ist Half Nelson kein typischer Lehrer-Film - mit dem einen Durchbruch (auf einmal ist die ganze Klasse gut). Half Nelson ist viel mehr: Er handelt von frustrierten, fehlerhaften Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen und dann etwas über sich selbst rausfinden. - Unfortunately, in films – and in real life too – we tend to assume that someone who behaves badly in one respect must be bad in other respects as well. Yet the one has absolutely nothing to do with the other. It’s like saying: a gambler must surely be a gambler. This creates a black-and-white world. Fortunately, *Half Nelson* is different. The film is about a teacher who smokes crack. AND he’s a good teacher (or should I say, precisely because of that?).
He wakes up on the floor of his flat and somehow manages to get to school. Pale and thin, with bloodshot eyes. But then he starts talking about the dialectics of power and comes to life. On his way to the staff room, however, he looks like a character from *The Walking Dead* all over again. Sometimes he behaves recklessly and destructively. But is he a bad person? I don’t think so. His pupils, especially Drey (Shareeka Epps), don’t think so either.
At one point, she finds him unconscious and hands him a wet cloth. The best thing about Half Nelson is the indirect communication between her and the teacher.
Ryan Gosling is, of course, one of the finest actors of his generation – but Shareeka Epps is just as brilliant, even though she has very little dialogue. We sense that she is probably the only one who understands him.
Fortunately, *Half Nelson* isn’t your typical teacher film – the sort where everything suddenly clicks and the whole class becomes model pupils. *Half Nelson* is much more than that: it’s about frustrated, flawed people who go to work every day and end up learning something about themselves.


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