Spring, Summer, Fall, Winter... and Spring - Frühling, Sommer, Herbst, Winter - und Frühling - Bom yeoreum gaeul gyeoul geurigo bom DVD193
Selten hat mich so ein einfacher Film dermassen bewegt! Spring, Summer, Fall, Winter ist buddhistisch, im Grunde aber universal. Er spielt auf einem Haus, dass wiederum auf einem Floss befestigt ist. Man meint, das Floss sei statisch, aber das stimmt nicht. Es treibt in einem abgeschiedenen See und symbolisiert Leben, Glauben, Wachstum, Liebe, Eifersucht, Hass, Grausamkeit und Erlösung. Und Natur. Es gibt auch einen Hund, eine Katze, einen Vogel, eine Schlange, eine Schildkröte und einen Frosch. Das kleine Haus mit nur einem Raum ist wie geschaffen für einen Eremiten. Es lebt dort ein Mönch (Oh Young Soo) mit einem Jungen (Seo Jae Kyung), der mal Mönch werden will. Der Mönch zieht den Jungen gross, wacht über ihn. Er betet eine Buddha Statue an und schlägt gegen eine heilige Klangschale. Wir bemerken, dass diese tägliche Routine sich kaum verändert. Der See ist von einem Wald umrandet. An einer Mündung befinden sich zwei bemalte Holztore, die sich immer dann öffnen, wenn eine neue Jahreszeit beginnt. Es sind Tore, die niemanden ausschliessen, jeder kann sie passieren, einfach, indem man um sie herum geht. Genauso ist das Haus beschaffen. Der Meister und sein Schüler schlafen auf Paletten links und rechts. Am Fuss jedes Schlafplatzes befinden sich zwei Türen. Auch die kann jeder passieren. Man kann einfach an ihnen vorbei laufen. Der Mönch, wenn er den Jungen weckt, benutzt die Tür. Andere Figuren in dem Film, werden aber einfach an ihnen vorbei laufen. Was lernen wir daraus? Ich denke nicht, dass diese Türen Symbole sind. Sie sind Lektionen. Sie lehren den Eintretenden, Bräuche und Traditionen zu respektieren. Man stelle sich nur einmal vor, ein Mensch aus der westlichen Welt würde auf dem See leben: Wie wäre das für uns? Wir, die wir die Bräuche des fernen Ostens idealisieren und von der meditativen Kraft eines solchen Lebens vielleicht sogar träumen. In Wahrheit aber wäre es doch ungesund für uns. Während ich den Film von Kim Ki-duk ansah, kamen mir solche Gedanke allerdings nicht. Ich habe mich ganz auf die Welt des Films eingelassen. Ich war bewegt von dieser Geschichte, die so zeitlos ist. Die Transzendenz der Ewigkeit! In Wahrheit wärs doch aber ziemlich kalt, im Winter auf diesem See zu wohnen! Kim Ki-duks Film aber ist so schön, dass wir diesen See als den Zentrum aller Existenz akzeptieren.
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