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Stagecoach (1939) (Rating 9,0) DVD6465
Di, 10/08/2021 - 17:10
Die Weltwirtschaftskrise und die Einführung des Tonfilms bestimmten die Verfassung Hollywoods. 1926 brachten Warner einen Tonfilm heraus, dessen Erfolg das Experiment rechtfertigte. Von der Krise schien die Filmindustrie zunächst nicht betroffen, im Gegenteil, die Leute suchten nur umso mehr das billige Kinovergnügen. 1933, als die Zahl der Arbeitslosen die Zehn-Millionen-Grenze überschritten hatte, mussten schliesslich doch 19000 Filmtheater schliessen. Anfang der 30er sah sich Hollywood noch in der Lage, aktuelle Problem relativ frei zu behandeln, was den Ruf nach Zensur lauter werden liess. 1929 hatte die Filmwirtschaft eine Liste von "Dont´s" und "Be Carefuls" zu akzeptieren, z. B. die Vermeidung der Darstellung von Rassenschande zwischen Weissen und Schwarzen. 1933 ersetzte man die Liste durch den Production Code, ausgearbeitet von einem Jesuitenpater. Hollywood unterwarf sich immer stärker der Zensur, schliesslich wurde es unmöglich, sich angemessen mit der Wirklichkeit zu befassen. Am Anfang des Jahrzehnts dominierte die sogenannte realistische Schule. Nicht nur einige ambitionierte Regisseure wendeten sich der Realität zu, sondern auch populäre Genres wurden davon ergriffen. Lewis Milestones Stunde schlug als der deutsche Produzent Carl Laemmle (Universal) ihn mit der Adaption von Im Westen nichts Neues betraute. "Eine gute Doktorarbeit" nannte Eisenstein den grossen Erfolg All quiet on the Western Front (1930) und tatsächlich übertrifft der Film den Roman in seiner Eindruckskraft. Auch später hielten Milestones Filme das Niveau ihrer Vorlagen ein: The front page (1931) war ein Melodram aus dem Presse Milieu mit realistischen Akzenten, Of mice and men eine adäquate Steinbeck Adaption. Mervyn LeRoy war der zweite Regisseur, der entscheidend zur realistischen Wendung beitrug. Little Caesar begründete das Genre des Gangsterfilms, dem in den 30er 200 Produktionen nachfolgten. Der Gangsterfilm wurde schlagartig zum populärsten Typ. Le Roys Gangster war skrupellos und erlangte durch allerlei Tricks öffentliches Ansehen. Den bürgerlichen Konventionen von Anstand und Moral wurde so eine klare Absage erteilt. Die realistischen Filme der 30er befassten sich jedoch nicht nur mit dem aufkommenden Gangstertum, sondern auch Missständen in Parteipolitik, Journalismus, Rechtsprechung und Strafvollzug. Le Roys I am a fugitive from a chain gang folgt dem autobiographischen Bericht eines Ex-Sträflings und zeigt dieselbe Authentizität und Knappheit wie Little Caesar. Die Brillanz der Drehbücher und das Niveau der technischen Mitarbeiter gestatteten einer Reihe von Regisseuren, echte Meisterwerke abzuliefern. William Wellman untersuchte in Public Enemy die Ursachen des Gangstertums und schloss an den Erfolg von Little Caesar an. Ein Regisseur der sogenannten zweiten Garnitur war auch Howard Hawks, dessen Scarface (1932 nach Ben Hechts Drehbuch) den Aufstieg und Fall von Al Capone schildert und den dritten grossen Gangsterfilm seiner Zeit darstellt. Im Trend der "tropical films" standen auch Fritz Langs erste Hollywood Produktionen: Fury, You only live once und You and me, die wegen ihrer Verwandtschaft gelegentlich als Trilogie bezeichnet werden, führen Massenhysterie und versuchten Lynchmord vor, zeigen einen unschuldig zu Tode verurteilten Mann sowie die Missgeschicke eines vorbestraften Paares. Deutlich scheint M - Eine Stadt sucht einen Mörder durch die ersten Hollywood Produktionen durch. Langs Pessimismus verlieh seinen frühen US Filmen Kraft. Die Intensität von Fury oder You only live once sollte er nie wieder erreichen, nachdem er den "Irrtum" seines Pessimismus später eingestand. Die 30er ermöglichten mit dem Tonfilm auch die Anfänge des Musicals. Ton führte hier nicht zur Verdichtung von Realität, sondern zur Flucht vor eben dieser. Fred Astaire war der erste, der Tanz und musikalischen Handlungsfilm zusammen führte. Astaire und seine erste Partnerin Ginger Rogers bewegten sich in Alltags Dekors - nur eben tanzend. Der Tanz war dabei als unrealistisches Moment offen erkennbar: Wenn der Moment gekommen war, da Wort und Geste nicht mehr hinreichten, setzte die Musik ein... Der erfolgreichste Autor der Dekade war zweifellos Walt Disney. Gross geworden mit Silly symphonies, Mickey Mouse und der Donald Duck Serie kopierte Disney in seinem waghalsigen Unterfangen des ersten abendfüllenden Trickfilms der Geschichte Snow White and the seven dwarfs einige Hauptfiguren nach lebenden Vorbildern. Die Hintergründe waren naturalistisch ausgemalt, die Farben statisch, die Musik so wie in anderen Hollywood Filmen. Sieht man von Disney ab, war kein Regisseur so erfolgreich wie Frank Capra, der charakteristisch für das Amerika des New Deal war. It happened one night etablierte ihn als Meister der "Amerikanischen Komödie", nachdem er bereits mehr als 20 Filme realisiert hatte. Den Erfolg wiederholte er mit Mr. Deeds goes to town und You can´t take it with you. Mr. smith goes to Washington sowie Meet John Doe schlossen seinen populären Zyklus ab. Capra zeigte Bürger im Kampf gegen Räumungsbefehle der Bank oder im Kampf gegen politische Korruption. Seine Filme waren bereits bei ihrer Entstehung antiquiert, schliesslich überholte der Krieg Capras Glauben, dass der Normalverbraucher die Mächte der Finsternis besiegen könnte. John Ford war neben Disney und Capra der dritte Regisseur, der enormes Prestige errang. Bei Ford stimmten die Filme allerdings nicht mit einem ideologischen Trend überein, sondern konstituierten ihre eigene Welt. The informer (1935) erhielt die meisten Oscars des Jahres, Stagecoach (1939) nimmt seinen Platz ein als wahrhaft erster moderner Western. Ford erzeugt Bewegung durch Statik, der Ort der Handlung stets abgeschlossen, resultiert die Spannung aus der Gefahr von aussen. Äussere Gefahr war aber nicht Fords Interesse, sondern ihre Auswirkung auf die innere Gruppe. Dem Repertoire von Stagecoach fügte Ford später nicht mehr viel hinzu, er blieb der Regisseur der konservativen Utopie. Der Schritt zum Tonfilm gelang vielen Regisseuren nicht: Griffith zog sich verbittert zurück, Talente wie Sternberg, Vidor und Stroheim verfielen. Charles Chaplin hingegen gelang der Sprung, die Helden von City lights und Modern times traten ein in die soziale Wirklichkeit. Chaplin blieb in seinen beiden Filmen der 30er dennoch selbst stumm, bis auf eine Szene in Modern times, wo er singt. Er blieb universal verständlich mit den leichten Bewegungen einer Marionette, wie ein Wink aus vergangenen Kinotagen. - The Great Depression and the introduction of the talkies determined the state of Hollywood. In 1926, Warner released a sound film whose success justified the experiment. At first, the film industry did not seem to be affected by the crisis; on the contrary, people only sought cheap cinema pleasure all the more. In 1933, when the number of unemployed had exceeded ten million, 19,000 movie theaters were finally forced to close. At the beginning of the 1930s, Hollywood still saw itself in a position to deal with current problems relatively freely, which made the call for censorship louder. In 1929, the film industry had to accept a list of "don'ts" and "be carefuls", e.g. avoiding the depiction of racial defilement between whites and blacks. In 1933, they replaced the list with the Production Code, drafted by a Jesuit priest. Hollywood became increasingly subject to censorship; eventually it became impossible to deal adequately with reality. At the beginning of the decade, the so-called realistic school dominated. Not only some ambitious directors turned to reality, but also popular genres were seized by it. Lewis Milestone's hour struck when German producer Carl Laemmle (Universal) entrusted him with the adaptation of Im Westen nichts Neues. "A good doctoral thesis," Eisenstein called the great success All Quiet on the Western Front (1930), and indeed the film surpassed the novel in its impressiveness. Later Milestone's films also maintained the level of their originals: The front page (1931) was a melodrama from the press milieu with realistic accents, Of mice and men an adequate Steinbeck adaptation. Mervyn LeRoy was the second director to contribute decisively to the realistic turn. Little Caesar established the genre of the gangster film, which was followed by 200 productions in the 1930s. The gangster film abruptly became the most popular type. Le Roy's gangster was ruthless and gained public prestige through all kinds of tricks. The bourgeois conventions of decency and morality were thus clearly rejected. The realistic films of the 1930s, however, dealt not only with the emerging gangsterism, but also with grievances in party politics, journalism, jurisprudence and the penal system. Le Roy's I Am a Fugitive from a Chain Gang follows the autobiographical account of an ex-convict and displays the same authenticity and brevity as Little Caesar. The brilliance of the scripts and the caliber of the technical staff allowed a number of directors to deliver true masterpieces. William Wellman explored the causes of gangsterism in Public Enemy, following up on the success of Little Caesar. Another director of the so-called second set was Howard Hawks, whose Scarface (1932, based on Ben Hecht's screenplay) depicts the rise and fall of Al Capone and represents the third great gangster film of its time. Fritz Lang's first Hollywood productions were also in the trend of "tropical films": Fury, You Only Live Once, and You and Me, sometimes referred to as a trilogy because of their relationship, perform mass hysteria and attempted lynching, depicting a man innocently sentenced to death and the misadventures of a couple with a criminal record. Clearly, M - A Town Seeks a Murderer shines through the first Hollywood productions. Lang's pessimism lent power to his early U.S. films. He was never again to reach the intensity of Fury or You Only Live Once, after later admitting the "error" of his pessimism. The 30s also made possible the beginnings of the musical with the sound film. Here, sound did not lead to the condensation of reality, but to an escape from it. Fred Astaire was the first to bring dance and musical action film together. Astaire and his first partner Ginger Rogers moved in everyday decors - only dancing. The dance was openly recognizable as an unrealistic moment: when the moment came when words and gestures were no longer enough, the music kicked in... The most successful author of the decade was undoubtedly Walt Disney. Having grown up with Silly symphonies, Mickey Mouse and the Donald Duck series, Disney copied some of the main characters from living models in his daring venture of the first full-length animated film in history, Snow White and the seven dwarfs. The backgrounds were naturalistically painted, the colors static, the music as in other Hollywood films. Leaving Disney aside, no director was as successful as Frank Capra, who was characteristic of New Deal America. It happened one night established him as the master of "American comedy", having already realized more than 20 films. He repeated the success with Mr. Deeds goes to town and You can't take it with you. Mr. Smith Goes to Washington and Meet John Doe completed his popular cycle. Capra showed citizens fighting bank eviction orders or fighting political corruption. His films were already antiquated when they were made; eventually, war overtook Capra's belief that ordinary people could defeat the forces of darkness. John Ford was the third director, along with Disney and Capra, to achieve enormous prestige. With Ford, however, the films did not coincide with an ideological trend, but constituted their own world. The informer (1935) received the most Oscars of the year, Stagecoach (1939) takes its place as truly the first modern Western. Ford creates movement through static, the place of action always closed, the tension results from the danger from the outside. External danger, however, was not Ford's interest, but its effect on the inner group. Ford did not add much to the repertoire of Stagecoach later, he remained the director of conservative utopia. Many directors failed to make the step to talkies: Griffith withdrew bitterly, talents like Sternberg, Vidor and Stroheim fell into disrepair. Charles Chaplin, on the other hand, succeeded in making the leap, and the heroes of City lights and Modern times entered social reality. Chaplin nevertheless remained silent himself in his two films of the 30s, except for one scene in Modern times where he sings. He remained universally intelligible with the slight movements of a puppet, like a hint from bygone days of cinema. Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

Filme in der Liste

stagecoach

Stagecoach DVD6465

Stagecoach aber markiert den Beginn eines Triumphs! Wohl kein zweiter Regisseur der Tonfilm-Ära vermochte so viele Meisterwerke in so kurzer Zeit aufeinander folgen lassen. Kein zweiter Autor war so oft für den Oscar nominiert bzw. erhielt ihn. Seit geraumer Zeit hatte Ford ein Auge auf Wayne geworfen, der noch Marion Morrison, Spitzname Duke, hiess. Für Stagecoach sah Ford Waynes Zeit gekommen und er entschied sich für den Neuen - gegen den Willen des Studios. Heute mag Stagecoach vielleicht nicht mehr besonders originell erscheinen, doch das liegt nur daran, dass der Western wie kein zweiter nachfolgende Filmemacher beeinflusste. Manchmal meint man, eine ganze Sammlung von Klischees zu sehen. In Wahrheit aber, handelts sich um Original-Erfindungen Fords. link trailer + FREE ON YOUTUBE (DU FINDEST DEN GANZEN FILM FREI AUF YOUTUBE)
Der kleine Caesar - Little Caesar (1931) (Rating 8,5) DVD864

Der kleine Caesar - Little Caesar DVD864

Chicago, Gier, Gewalt, Selbstüberschätzung. Auf- und Abstieg. Little Caesar, wir bemerken das, definiert die Parameter des Gangsterfilm Archetypen. Little Caesar ist der Ur-Gangsterfilm! Rico (Edward G. Robinson) rührt niemals Alkohol an - am Ende aber findet man ihn als Säufer in den billigsten Kaschemmen. Eine Metamorphose. link trailer + FREE ON YOUTUBE (DU FINDEST DEN GANZEN FILM FREI AUF YOUTUBE)
Der junge Mr. Lincoln - Young Mr. Lincoln (1939) (Rating 8,7) DVD9346

Der junge Mr. Lincoln - Young Mr. Lincoln DVD9346

Wie war er denn nun, der junge Mr. Lincoln? War das überhaupt darstellbar angesichts der Zensur-Bestrebungen Hollywoods, aber auch der Ängste einer ganzen Nation? Man nennt Ford den konservativen Utopisten, der seine Vision Amerikas in der Vergangenheit sucht. Ganz losgelöst von seiner Zeit aber arbeitete auch er nicht. Young Mr. Lincoln war Fords erster Film mit Henry Fonda. Sie sollten unzertrennlich werden. Die frühen Jahre von Abraham Lincoln, seine tragische Liebe zu Ann Rutledge, seine Entscheidung, Anwalt zu werden. Dann sein erster Prozess, in dem er zwei Brüder unter Mordverdacht verteidigt. Stationen eines Lebens, die beweisen, dass Lincoln bereits als junger Mann Grösse in sich trug. link trailer + FREE ON YOUTUBE - DU FINDEST DEN GANZEN FILM FREI AUF YOUTUBE
Vom Winde verweht - Gone with the Wind (1939) (Rating 9,0) DVD35

Vom Winde verweht - Gone with the Wind DVD35

Gone With The Wind. Ein Werk, das einen verklärt sentimentalen Blick auf den amerikanischen Civil War wirft. Der alte Süden, das muss wohl das Paradies gewesen sein! Der Krieg wurde auch gar nicht primär geführt, um die Sklaven zu befreien, sondern um der Hauptfigur Scarlett O'Hara (die Theater-Darstellerin Vivien Leigh) ihre wohlverdiente Strafe zu verpassen. Gone With The Wind spielt 1860. Scarlett scheint aber keine Person aus dem 19. Jahrhundert zu sein, sondern eine moderne Frau aus dem Jahr 1939. Sie gehört zum "Jazz Age" und auch zur grossen Depression. Wie so viele Frauen der 30er musste schliesslich auch Scarlett zum ersten Mal arbeiten und Geld verdienen. Scarlett ist keine "Southern Flower", sondern eine Frau, die ihre eigene Sexualität kontrolliert. Das ist der Schlüssel zu ihrem ganzen Auftreten. link trailer
Der Zauberer von Oz - The Wizard of Oz (1939) (Rating 9,0) DVD2192

Der Zauberer von Oz - The Wizard of Oz DVD2192

Man stelle sich vor; 1939 wurden noch fast alle Filme in Schwarzweiss produziert. Und dann diese psychodelische Farbpracht von The Wizard Of Oz! Immer noch nimmt The Wizard Of Oz so viel von meiner Gedankenwelt ein! Er erscheint lebendig und echt zu sein - was die meisten Filme nicht sind. Ist das so, weil ich ihn schon als Kind geliebt hab? Dass er immer noch so WICHTIG erscheint? Oder einfach nur, weil es ein so wunderbarer Film ist? Wie ein Archetypus, ein tief empfundener Mythos! The Wizard Of Oz erzählt genau von dem, was Kindern fehlt - und was sie vermissen. Ein Kind lebt zu Hause. Zuhause ist die ganze Welt. Doch was verbirgt sich dort hinter dem Regenbogen? Etwas Schlimmes? Nein! Neue Freunde und Beschützer! Und der kleine Toto. Eine tiefe universelle Anziehungskraft und deshalb liebt jeder The Wizard Of Oz! link trailer
Die wilden Zwanziger - The Roaring Twenties (1939) (Rating 8,5) DVD -

Die wilden Zwanziger - The Roaring Twenties DVD -

The Roaring Twenties beginnt im ersten Weltkrieg. Drei unterschiedliche Männer kämpfen dort gemeinsam: Eddie Bartlett (James Cagney), ein Arbeiter, der auch unter schwierigsten Bedingungen immer sein Bestes gibt. George Hally (der junge Humphrey Bogart noch als Nebendarsteller) ist ein gewissenloser Gangster. Lloyd (Jeffrey Lynn) ist ein sensibler Anwalt. In dem Moment, da Lloyd sienen Gegner nicht erschiessen kann, weil der noch so jung ist, übernimmt George das für ihn. Bei Kriegsende behält George seine Waffe. Wer weiss, vielleicht wird sie ihm noch gute Dienste erweisen? Eddie dagegen träumt von einem ehrbaren Job in einer Werkstatt und davon, nicht wieder in Schwierigkeiten zu geraten... link trailer
The Front Page (1931) (Rating 8,4) DVD -

The Front Page (1931) DVD -

Der Schlüssel zur Original-Version von The Front Page ist die hermetisch abgeriegelte Welt der Presse-Redaktion und der (vermutlich) verdorbenen Aussenwelt. Wesentlich: Das Chicagoer Nachrichten-Büro stellt eine Art Gegenwelt dar. Eine innere und äussere Trennung. Innen arbeiten die Journalisten rund um die Uhr. Wie in einem existentiellen Gefängnis. In diesem Reich der Selbst-Täuschung leben der nervöse Reporter Hildy Johnson (Pat O'Brien) und sein Redakteuer Walter Burns (Adolphe Menjou). Hildy ist bereit, sein ganzes Leben (so den geplanten Umzug nach New York mit seiner "Geliebten") aufzugeben für eine einzige Schlagzeile. Apropos Nachrichten: Echte Nachrichten entstehen in diesem Raum nicht. Stattdessen nur erfundene bzw. verschönerte "Stories". link trailer + FREE ON YOUTUBE (DU FINDEST DEN GANZEN FILM FREI AUF YOUTUBE)
Schneewittchen - Snow White and the Seven Dwarfs (1937) (Rating 8,0) DVD249

Schneewittchen - Snow White and the Seven Dwarfs DVD249

Wäre es Walt Disney in Snow White and the Seven Dwarfs in erster Linie um Schneewittchen gegangen, hätte man seinen Film wohl bald vergessen. Um die Wahrheit zu sagen; Schneewittchen selbst ist ein bisschen langweilig. Keine Figur, die handelt. Sie inspiriert bloss andere, zu handeln. In Disneys Film aber geht es gar nicht so sehr um Schneewittchen. Es geht um die sieben Zwerge und die böse Königin! Und all die Kreaturen des Waldes wie die Schildkröte, die ewig braucht, um eine Treppe hinauf zu klettern... link trailer
Scarface (1932) (Rating 9,0) DVD5030

Scarface (1932) DVD5030

Die Schande der Nation! Scarface handelt vom Leben und den Verbrechen eines ehrgeizigen Gangsters, der seine Feinde systematisch umbringt. Er mordet, um an di Spitze des Chicagoer Gangster-Syndikats zu gelangen. Gleich zu Beginn ermordet er den letzten altmodischen Banden-Chef und markiert den Wendepunkt hin zu einer neuen gierigen Art von Kriminellen. Und seine Habgier soll seinen Untergang einläuten... Das Original von Howard Hawks. link trailer
Der öffentliche Feind - The Public Enemy (1931) (Rating 9,0) DVD5764

Der öffentliche Feind - The Public Enemy DVD5764

Einmal schiebt der unberechenbare Tom Powers alias James Cagney seiner Freundin eine Grapefruit ins Gesicht. Eine Szene, die vermutlich noch viele kennen. Ansonsten fiel The Public Enemy - mit Ausnahme einer kurzen Renaissance durch The Sopranos - in eine Art kollektiven Gedächtnis Lochs. Was verwunderlich ist, stellt dieser dunkle Thriller doch die Quelle des immer noch sehr beständigen Genres des Gangster Thrillers dar! Der Videothekar rät: Auffrischen! link trailer
Moderne Zeiten - Modern Times (1936) (Rating 8,5) DVD1038

Moderne Zeiten - Modern Times DVD1038

Oft bezeichnet die Kritik Filme als zeitlos, die nie in unserer Videothek verliehen werden. Sind das dann wirklich "zeitlose" Klassiker? Oder nur Stoff für die langweilige Film Universität? Erstaunlicherweise werden auch Chaplin Filme nur sporadisch geliehen - ganz anders als "Buster Keaton". Ausser Modern Times. Der geht regelmässig und gut! Und ich bekomme Modern Times von aufrichtig begeisterten Kunden wieder. Modern Times bleibt aktuell. Eine Fabel wie der Mensch zum Sklaven an der Maschine degradiert wird. 1936 kam Chaplins Komödie in die Kinos und trotzdem fand er einen Weg, weiterhin stumm zu agieren. Der verrückte Stahl Tycoon spricht übers Fernsehen - Chaplin Alter Ego aber ist stumm und verschliesst sich dem, was er "Modern Times" nennt. link trailer
Die Marx Brothers im Krieg - Duck Soup (1933) (Rating 9,1) DVD4632

Die Marx Brothers im Krieg - Duck Soup DVD4632

Die allerbesten Komödien funktionieren immer als Regelverstösse - und sie kommen damit durch. So wie Duck Soup, die grösste Komödie der Marx Brothers! Duck Soup ist vielleicht sogar die allererste Anarcho Komödie, inspiriert vom jiddischen Humor. Und genauso wurde der jiddische Humor einem Massen Publikum eröffnet. Surrealistisch, provozierend und auch immer ein bisschen fremd in dieser Welt. Etwa so funktioniert die komik der Marx Brothers. Duck Soup ist der beste und sich geschlossenste Marx Brothers Film! Wer versucht, die Handlung zu beschreiben, wird scheitern. Wie kann man etwas übertrieben Sinnloses beschreiben? Die Handlung wird in Momenten mitgeteilt, nicht in verständlichen Geschichten. link trailer
King Kong (1933) (Rating 9,0) DVD9461

King Kong (1933) DVD9461

Ganz bestimmt war King Kong der bahnbrechendste Hollywood film aller Zeiten, denn kein zweites Werk wies so deutlich den Weg ins Zeitalter der Blockbuster, Special Effects und technischen Perfektion. Katastrophale Zerstörung und Non Stopp Schocks - klingt das nicht hypermodern? King Kong darf als Vater aller Filme gelten, die ihre Helden mittels geschickter Spezial-Effekte in Angst und Schrecken versetzen. Bereits vor King Kong gab es Stummfilm Blockbuster wie "The Lost Word" aus dem Jahr 1925, doch niemals in solcher Perfektion! Hier wird Miniatur Modellen, Stopp Motion und Animation gearbeitet - was phasenweise sogar realer wirkt als CGI. Die Dialoge dagegen wirken schwerfällig, die Schauspieler egal. King Kong erreicht auf diesem Niveau nur die Qualität eines B-Movies. Genau wie seine Nachfahren heute. link trailer
Es geschah in einer Nacht - It Happened One Night (1934) (Rating 9,0) DVD697

Es geschah in einer Nacht - It Happened One Night DVD697

It Happened One Night ist ein Filmklassiker - was nicht unproblematisch wirkt. Du liest Einträge im Filmlexikon, Filmkritiken; du erfährst etwas über den klassischen Status dieses Films. Und dann noch all die Nebensächlichkeiten; etwa dass nach der Kino Furore von It Happened One Night der Verkauf von Unterhemden in den USA zurück ging. Ich würde empfehlen; gar nichts über It Happened One Night in Erfahrung zu bringen. Schau dir einfach diese romantische Komödie an, die so einfach zu lieben ist (und so schwer als Kunstwerk vorstellbar)! link trailer
Freaks (1932) (Rating 8,0) DVD1431

Freaks DVD1431

Das ist einer der Hollywood Klassiker, die am allermeisten von euch geliehen werden. Todd Brownings Meisterwerk des Barock-Kinos - Inspirationsquellen für die Europäer der Neuen Welle(n) der 60er und natürlich für sehr viele Horrorfilme. Die Kardinalfrage: Ist Freaks heute überhaupt "politisch korrekt"? Immerhin war Freaks in vielen europäischen Ländern lange verboten, weil Menschen mit extremen körperlichen Behinderungen vorgeführt werden. Eine Kreuzberger Videothek wie wir hat ja viel mehr mit "Political Correctness" zu tun als uns das lieb wäre jedenfalls. Todd Browning war berühmt geworden durch seine Universal "Dracula" Verfilmung. Mochte man ihm zutrauen, Horror mit einer sozialen Note zu versehen? Oder gings ihm nur um Schauwerte? link trailer
Dracula (1931) (Rating 9,0) DVD896

Dracula (1931) DVD896

1931 war die Stummfilmzeit bereits Geschichte. Und doch engagierte man mit Bela Lugosi einen ungarischen Schauspieler, der kaum Englisch sprach. Dracula aber lebt in einem einsamen Schloss in Transsylvanien und dort muss man des Englischen gar nicht mächtig sein. In den vergangenen Jahrhunderten hatte Dracula bestimmt viel Zeit, Bücher zu studieren, doch viel weniger Gelegenheit, sein Englisch zu praktizieren. Jedenfalls war Tod Brownings Dracula die erste Verfilmung mit Ton. Er konstruierte schmerzhafte englische Sätze, weit entfernt von denen der britischen Salon-Gesellschaft. Und dafür eignet sich Lugosis mangelhaftes Englisch ganz hervorragend! link trailer
Ärger im Paradies - Trouble in Paradise (1932) (Rating 9,5) DVD6445

Ärger im Paradies - Trouble in Paradise DVD6445

Wenn ich mir mal vornehme, erwachsene Menschen in einem modernen Kinofilm anzusehen, scheiterts in aller Regel daran, dass es schlicht keine gibt. Ergraute Jugendliche passt wohl eher. In Ernst Lubitschs Trouble In Paradise ist das anders: Hier treten so unglaublich erwachsene Menschen auf wie es das nur im Kino geben kann. Sie sind weltmännisch, zynisch, kultiviert - fast, dass sie eine Schleimspur hinterlassen. Herbert Marshall spielt einen Juwelendieb, Miriam Hopkins eine ebenfalls diebische Frau, die ihn bewundert und Kay Francis eine reiche Witwe, die glaubt, ihn kaufen zu können. Sie leben in einer reinen Kinowelt voller exquisiter Kostüme, Butler, venizianischer Hotels, Lofts in Paris, Cocktails und jeder Menge Juwelen. Beeindruckend, wie sie sich in all der Zierde bewegen! Die Liebes-Triangel war der bevorzugte Plot von Lubitsch, insbesondere, wenn es eine sexuelle Rivalität gibt. Hier wird uns von Anfang an bewusst, dass der Dieb Gaston Monescu (Marshall) und die Taschendiebin Lily Vautier (Hopkins) füreinander bestimmt sind. link-
Im Westen nichts Neues - All Quiet on the Western Front (1930) (Rating 8,4) DVD3579

Im Westen nichts Neues - All Quiet on the Western Front DVD3579

Es ist zu einem Klischee geworden, dass jeder würdige Kriegsfilm als Anti Kriegsfilm bezeichnet wird. "All Quiet on the Western Front" war nicht das erste Kriegs-Epos und auch nicht der erste Film, der die grausame Gewalt so realistisch darstellte. Wohl aber ein Klassiker, den man auch einem heutigen Publikum vorführen kann! Lewis Milestone hat meinetwegen nicht den besten Kriegsfilm aller Zeiten gemacht, aber den einflussreichsten! link trailer
Der Glöckner von Notre Dame - The Hunchback Of Notre Dame (1939) (Rating 8,0) DVD139

Der Glöckner von Notre Dame - The Hunchback Of Notre Dame (1939) DVD139

Der deutsche Expressionist William Dieterle adaptiert Victor Hugo mit Charles Laughton als Quasimodo - und zwar als erste Tonfilm Produktion des Stoffs. link trailer
Die Abenteuer des Robin Hood - The Adventures of Robin Hood (1938) (Rating 8,0) DVD2030

Die Abenteuer des Robin Hood - The Adventures of Robin Hood (1938) DVD2030

"The Adventures of Robin Hood" wurde mit reiner Unschuld und beeindruckender Kunstfertigkeit gedreht! Das war zu einer Zeit als einfache Werte noch wahrhaftig klangen (jedenfalls stelle ich mir das so vor). In unserer zynischen Zeit kann ein Held wir Robin Hood nicht ohne ironischen Subtext präsentiert werden. Doch die 38er Fassung mit Errol Flynn ist genauso unverhohlen romantisch als auch ein Fest wahrer Tapferkeit! Wir brauchen gar keinen Subtext und keine Analyse. Es reicht, dass Robin Hood die Reichen beraubt und die Armen bezahlt. Er verteidigt auch nicht die Sachsen gegen die Normannen, nur gegen die bösen Bormannen: "It's injustice I hate, not the Normans." link trailer
Dr. Jekyll und Mr. Hyde - Dr. Jekyll and Mr. Hyde (1931) (Rating 9,0) (OmeU) DVD6818

Dr. Jekyll und Mr. Hyde - Dr. Jekyll and Mr. Hyde (1931) DVD6818

Nie war Mr Hyde furchteinflössender als in der Darstellung von Fredric March!
Frankenstein (1931) (Rating 8,0) DVD168

Frankenstein (1931) DVD168

In der berühmtesten Szene wirft das Monster Gänseblümchen in einen See - gemeinsam mit einem kleinen Mädchen. Es folgt der nächste logische Schritt und das Monster schmeisst das Mädchen ins Wasser als die Blumen verschwunden sind. Das Mädchen ertrinkt. So ist die Kreatur verdammt dazu, allein zu bleiben: "Alone bad. Friend good". link trailer
Top Hat (1935) (Rating 7,9) DVD250

Top Hat DVD250

Das war der vierte Film mit Ginger Rogers und Fred Astaire und für mich der Beste dieser Zeit und das liegt nicht daran, dass die beiden so wundervoll tanzen wie immer, sondern an der Art Deco! link trailer
Blinde Wut - Fury (1936) (Rating 8,0) DVD-

Blinde Wut - Fury DVD-

Natürlich störten sich die Nazis an Fritz Langs zweitem Mabuse Film aus dem Jahr 1933 und seiner Vision einer unterwürfigen Gesellschaft. Der Film wurde verboten, Fritz Lang floh nach Paris, verfolgte seine moralische Agenda dann mit Fury weiter. Sein Credo: Menschliches Mitgefühl vs. Faschismus. link trailer
Meuterei auf der Bounty - Mutiny on the Bounty (1935) (Rating 8,7) DVD9994

Meuterei auf der Bounty - Mutiny on the Bounty (1935) DVD9994

Wehende Segel, der Schwung der Schiffs-Walzen, die mächtige Schiffs-Schaukel - Munity On The Bounty ist ein durch und durch visueller Genuss! link trailer
Leoparden küsst man nicht - Bringing Up Baby (1938) (Rating 8,3) DVD244

Leoparden küsst man nicht - Bringing Up Baby DVD244

Fehlt in keiner Liste der besten Komödien aller Zeiten! Und man könnte die Phrase bedienen, dass solche Filme heute nicht mehr gemacht werden. Was stimmt! Denn das Drehbuch ist verworrener als der neueste Christopher Nolan und zwei beliebte "ernsthafte" Schauspieler machen sich zum Narren. Keine Synopsis wird Bringing Up Baby gerecht! Es geht um einen Leoparden als Haustier und vermisste Dinosaurier-Knochen. Kurzum; Bringing Up Baby ist perfekt! link trailer

Kommentare

Eure letzten Kommentare
Di, 24/08/2021 - 10:52

Auch wenn ich John Wayne…

Auch wenn ich John Wayne nicht mag, aber bin doch gefesselt gewesen.
hHh
Sa, 21/08/2021 - 22:38

john ford est le meilleur…

john ford est le meilleur réalisateur de tous les temps !
Do, 19/08/2021 - 20:36

Sehr informativ und super…

Sehr informativ und super auch, dass es die Streams gleich mitgibt.

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