Inglourious Basterds von Quentin Tarantino ist ein grosser und kühner Kriegsfilm, der so einige verärgern wird und andere wohl auch aufschrecken. Vor allem aber liefert er ein ganz anderes Ende des zweiten Weltkrieges. Eines, in dem die Basterds das bekommen, was sie verdienen! Die Lust am Wiederentdecken alter B-Movies (denn so einer ist das Original aus dem Jahr 1978), der Western Soundtrack von Ennio Morricone und die kunstvolle 35mm Fotografie zeigt Tarantinos tiefe Liebe zum Kino! "The Hero", "The Nazi" und "The Girl", drei ikonische, liebevoll entwickelte Charaktere aus der Horde von Kriegern, die hinter den Kampflinien der Nazis operieren. Gespielt von Brad Pitt, Christoph Waltz und Melanie Laurent, die verstanden haben, dass ein Tarantino Charakter grösser sein muss als das Leben. Ich würde es so sehen: Ihre Gefühle sind einfach viel grösser als die, die wir aus "normalen" Filmen kennen! In einem frühen Stadium des Krieges, im besetzten Frankreich, tritt der grausame Nazi Col. Hans Landa (Waltz) auf. Er verdächtigt einen Bauern, Juden zu verstecken und behält recht. Aufgestöbert muss die junge Frau Shosanna (Melanie Laurent) sich in den Wald flüchten. Christoph Waltz kreiert hier einen Nazi Charakter, wie ich ihn nie zuvor sah: Teuflisch und hämisch, ironisch und absurd! Der "Hero", das ist Lt. Aldo Raine, gespielt von Brad Pitt. Pitt spielt eine italienische Karikatur, einen Jäger, den es nach 100 Nazi Skalps dürstet. Das "Girl", Shosanna (Laurent) ist eine Sirene mit Kurven und roten Lippen. Sie ist eine schöne Zusammenfassung der Frau in Rot, die uns das Kino der letzten 100 Jahre geliefert hat. Shosanna flirtet mit Frederick Zoller (Daniel Bruhl), einem Nazi Kriegshelden, der nun als Schauspieler für Goebbels arbeitet. So wie jeder Tarantino Film entzieht sich Inglorious Basterds einer Kategorisierung. Ein Kriegsfilm? Vielleicht so etwas in der Richtung. Natürlich ist nichts, was geschieht, möglich und alles nur grandiose Unterhaltung! Nachdem ich Inglorious Basterds zum ersten Mal sah, war ich mir nicht so sicher, ob das nun der beste oder ärgerlichste Film des Jahres war. Jetzt hab ich ihn nochmal gesehen und wusste: Tarantino mag einfach wirken, aber doch ist der Zugang nicht einfach. Inglorious Basterds wächst mit jedem Mal Sehen. Der beste oder schlechteste? Weder noch. Vielleicht der originellste Film des Jahres! -
Inglourious Basterds by Quentin Tarantino is a big and bold war movie, which will annoy some and probably frighten others. Above all, however, it delivers a completely different end to the Second World War. One in which the Basterds get what they deserve! The desire to rediscover old B-movies (because one like this is the original from 1978), the western soundtrack by Ennio Morricone and the artistic 35mm photography shows Tarantino's deep love for cinema! "The Hero", "The Nazi" and "The Girl", three iconic, lovingly developed characters from the horde of warriors operating behind Nazi battle lines. Played by Brad Pitt, Christoph Waltz and Melanie Laurent, who understood that a Tarantino character must be bigger than life. I would see it that way: Their feelings are simply much greater than those we know from "normal" films! In an early stage of the war, in occupied France, the cruel Nazi Col. Hans Landa (Waltz) appears. He suspects a farmer of hiding Jews and is right. The young woman Shosanna (Melanie Laurent) has to flee into the forest. Christoph Waltz creates a Nazi character like I've never seen before: Devilish and gloating, ironic and absurd! The "Hero", this is Lt. Aldo Raine, played by Brad Pitt. Pitt plays an Italian caricature, a hunter thirsting for 100 Nazi scalps. The "Girl", Shosanna (Laurent) is a siren with curves and red lips. It is a beautiful summary of the woman in red who has given us the cinema of the last 100 years. Shosanna flirts with Frederick Zoller (Daniel Bruhl), a Nazi war hero who now works as an actor for Goebbels. Just like any Tarantino film, Inglorious Basterds is not categorized. A war movie? Maybe something like that. Of course, nothing that happens is possible and everything is just great entertainment! After seeing Inglorious Basterds for the first time, I wasn't so sure whether it was the best or the most annoying movie of the year. Now I've seen it again and I knew: Tarantino may seem simple, but it's not easy to access. Inglorious Basterds grows with each sight. The best or the worst? Neither. Perhaps the most original film of the year!
Kommentare
Eure letzten Kommentare
It lasted and lasted and
It lasted and lasted and lasted... In general I'm always uneasy watching movies about that war, but this one was a freakin' torture.
- Anmelden oder Registieren, um Kommentare verfassen zu können
Eine Darstellung des
Eine Darstellung des Niedergangs Hitler im Tarantino-Universum.
Das kann ja nur toll werden, hatte ich damals gedacht. Doch statt ein simples Rachemassaker ala Kill Bill ins besetzte Frankreich zu bringen, hat Tarantino eine Liebeserklärung an das Kino selbst gedreht. Mit zahlreichen Westernelementen (Prologszene, dem typischen Mexican-Standoff), mehrerer miteinander verwobener Schicksale der Figuren und einem überragenden Bösewicht mixt Tarantino aus den Genres Agentenfilm, Kriegsfilm, ein wenig Romantik und sogar Komödie seine eigene Parallelwelt des zweiten Weltkriegs zusammen. Plakativer Trash (Bärenjude, Der Apache, in-die-Stirn-geritzte Hakenkreuze) trifft auf empfindliches Geschichtsbewusstsein (Judenverfolgung, Rassismus), und das ohne billig zu wirken.
- Anmelden oder Registieren, um Kommentare verfassen zu können
Tolles Remake von Quentin
Tolles Remake von Quentin Tarantino, der die Juden endlich mal nicht zu Opfern macht. Da musste wohl erst ein durchgeknallter Hollywood Regisseur kommen!
- Anmelden oder Registieren, um Kommentare verfassen zu können


Werde Teil der Community
Schreibe Kommentare, vote für Deine Favoriten oder sende uns Deinen Film-Vorschlag.