Auf der Höhe seines Erfolges verliessen sie ihn: Julio Medem aus San Sebastian. Was für grandiose Filme verdanken wir ihm! Filme, die ich in unserer Filmkunstbar Fitzcarraldo bedenkenlos verleihen kann und immer wieder begeisterte Reaktionen bekomme! Ideen, die ich so nie zuvor sah! Wundervolle Bilder! Seit ein paar Jahren aber, warten wir vergeblich auf einen gelungenen Film von Medem. Nun kommt Ma Ma mit Penelope Cruz ins Kino. Ein Film über den Ursprung der Liebe (so auch der deutsche Untertitel). Tatsächlich verkörpert Cruz die Quelle aller weiblichen Tugenden. Eine ideale Projektion ihrer selbst als Star, aber ohne Überraschungen. Neue Facetten ihres Images? Fehlanzeige. Nachdem Magda (Cruz) einen Knoten in ihrer Brust ertastet, sucht sie ihren Arzt Julian (Asier Etxeandia) auf. Magda braucht eine Chemo-Therapie. Sie verliert zwar eine Brust, findet dafür aber eine neue Liebe. Eine Frau zwischen schweren Schicksalsschlägen und verschiedenen Männern. Medem traut sich, das alles ganz unverhohlen rührselig zu präsentieren. Melodramatischer Kitsch, ganz so als ob Ma Ma irgendwann in den 50ern entstanden wäre. Eine Ode an die sorgenden Mütter, die ihren Lieben Halt im Leben geben. Eine Geschichte, die ganz bewusst auf jede Glaubwürdigkeit verzichtet und vor allem an Dopplungen Interesse hat: Zwei Mal erhält Magda die Diagnose Brustkrebs, zwei Männer hat sie, ja - und zwei Brüste. Ma Ma, das bedeutet Mutter, aber eben auch Brust. Ungewöhnlich exaltiert? Vor allem aber auch ziemlich komisch - nur das hat Medem bestimmt nicht vorgehabt mit seinem fast religiösen Film. - At the height of his success they left him: Julio Medem from San Sebastian. What great films we owe to him! Films that I can rent without hesitation in our Filmkunstbar Fitzcarraldo and always get enthusiastic reactions! Ideas I've never seen before! Wonderful pictures! But for a few years now, we have been waiting in vain for a successful film by Medem. Now Ma Ma comes to the cinema with Penelope Cruz. A film about the origin of love (including the German subtitle). In fact, Cruz embodies the source of all female virtues. An ideal projection of herself as a star, but without surprises. New facets of your image? That's no good. After Magda (Cruz) feels a lump in her breast, she visits her doctor Julian (Asier Etxeandia). Magda needs chemotherapy. She loses a breast, but finds a new love. A woman between heavy strokes of fate and different men. Medem dares to present it all so blatantly sloppily. Melodramatic kitsch, just as if Ma Ma Ma had come into being sometime in the 50s. An ode to the caring mothers who support their loved ones in life. A story that deliberately forgoes any credibility and, above all, is interested in duplication: Magda is diagnosed with breast cancer twice, she has two men, yes - and two breasts. Ma Ma, that means mother, but also breast. Unusually exalted? But above all quite funny - that's certainly not what Medem intended with his almost religious film.
Kommentare
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so schlecht kann er doch
so schlecht kann er doch nicht sein! auch die letzten julio medem film waren nicht schlecht. halt schwer und gegen den mainstream.
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