Alles wirkt entschlossen gewollt und pervers stilisiert - so sieht die fünfte Regie-Arbeit des Wunderkindes Xavier Dolan aus. In Cannes von den Kritikern gefeiert, lohnt sich ein genauerer Blick, um festzustellen, was Mommy in Wahrheit darstellt: Einen Hype. Der 25jährige Regisseur Xavier Dolan hat sich eine öffentliche Persönlichkeit zugelegt, die so anbiedernd wirkt, dass er als Antwort des Kinos auf Justin Bieber gelten darf. Hier die Geschichte von Mommy (sofern es eine ist): Diane (Anne Dorval) ist heftig geschminkt und geschmacklos gekleidet. Allein ihr Schlüsselbund wirkt wie eine Sammlung von Kitsch aus verschiedenen Epochen. Diane raucht Kette und ist wahrscheinlich auch Alkoholikerin. Und sie ist schlagfertig (obwohl sie einen Akkzent hat, den fast niemand versteht). Diane holt ihren Sohn Steve (Antoine-Olivier Pilon) aus einem Heim ab. Er leidet an ADHS und ist hyperaktiv. Steve ist gefährlich für andere Menschen. Das Zusammenleben von Diane und Steve gleicht einer Schlacht, aber trotzdem lieben sich beide innig. Kyla (Suzanne Clément) ist Lehrerin, doch sie arbeitet nicht. Sie stottert, bringt kaum ein Wort über die Lippen gegenüber ihrer Familie. Dafür spricht sie aber in Gegenwart von Diane und Steve. Kyla ist die Dritte im Bunde. Ihr Bündnis gleicht einer Verschwörung gegen die Enge des Lebens. Mommy ist ungeheuer kitschig und voller "Momente" - Dolan hat bestimmt keine Schwierigkeiten, auch in Hollywood Arbeit zu finden! Er kanns nicht lassen, uns mit seinen filmischen Effekten zu beschiessen, auf dass wir nie vergessen, wer hier regiert: Er. Für mich wars das, ich geb auf. - Everything seems resolutely deliberate and pervertedly stylized - this is the fifth directorial work of the prodigy Xavier Dolan. Celebrated by critics in Cannes, it's worth taking a closer look to see what Mommy really is: A hype. 25-year-old director Xavier Dolan has acquired a public figure who is so chumming up that he can be regarded as the cinema's answer to Justin Bieber. Here is the story of Mommy (if it is one): Diane (Anne Dorval) is dressed in heavy make-up and tasteless. Her keychain alone looks like a collection of kitsch from different eras. Diane smokes chain and is probably an alcoholic, too. And she is quick-witted (although she has an accent that almost nobody understands). Diane picks up her son Steve (Antoine-Olivier Pilon) from a home. He has ADHD and is hyperactive. Steve is dangerous for other people. Diane and Steve's life together is like a battle, but they still love each other dearly. Kyla (Suzanne Clément) is a teacher, but she does not work. She stutters, barely brings a word to her family. That's what she says in front of Diane and Steve. Kyla's the third. Their alliance is like a conspiracy against the narrowness of life. Mommy is incredibly cheesy and full of "moments" - Dolan certainly has no trouble finding work in Hollywood! He can't stop shooting at us with his cinematic effects, so that we never forget who rules here: He. That's it for me, I give up.
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Ein kurzer Ausschnitt aus dem
Ein kurzer Ausschnitt aus dem Leben eines Getriebenen und ein Parforceritt durch Mutter-Sohn-Beziehungen, wie sie bislang nie gewagt wurden. Dolan haut ohne Umschweife einfach direkt auf die Zwölf und bleibt dabei mit äußerster Stilsicherheit in einem liebevollen popkulturellen Gesamtkontext. Allein dieses Frankokanadisch verströmt eine geradezu unheimliche Obszönität und Härte, so dass es unfassbar scheint, wieso manchmal zum lächerlich klingenden Englisch geswitched wird. Jedenfalls empfielt es sich, diesen Film unbedingt im Original anzuschauen. Die Dorval sollte dafür in irgendeinen sehr exklusiven Olymp des Filmbusiness erhoben werden. Und Dolan letztlich mit ihr.
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Er wird mit jedem Film besser
Er wird mit jedem Film besser! Mommy ist der bisher gelungendste Film von Dolan.
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