Man stelle sich vor, einen Einblick in das Gehirn von Wes Anderson zu erlangen! Was für ein phantastischer Ort für ungewöhnliche Geschichten! Wie eine Versuchsanordnung. Eine Reihe von Ereignissen wird gesammelt und übersetzt - und daraus entsteht eine ganz eigene Welt: Das Wes Anderson Universum. Eine Welt, in der eigene Regeln herrschen und alles von Gefühlen und Wünschen angetrieben wird, die genauso überzeugend wie magisch wirken. Moonrise Kingdom ist so eine Welt. Es spielt 1965, könnte aber genauso gut heute sein. Oder vor 500 Jahren. Auf der Insel dieses Moonlight Kingdoms scheint überhaupt niemand zu leben, ausser derjenigen, die an der Geschichte beteiligt sind. In einem Leuchtturm lebt die Heldin Suzy mit ihrer Familie. Drüben, im Pfadfinderlager leidet Sam unter all den Einschränkungen, unter denen Kinder eben leiden. Suzy und Sam trafen sich letzten Sommer und führen seitdem eine Brieffreundschaft. Gemeinsam planen sie, ihren Gefängnissen zu entkommen. Sie träumen von einem Abenteuer, ohne des Regiments der Eltern. Und sei es nur für eine Woche! Sam (Jared Gilman) ist ein Waisenkind und Experte für die Pfadfinderei. Er blickt feierlich hinter seinem riesigen Brillengestell hervor. Suzy (Kara Hayward) ist buchstäblich Träumerin. Dann haben sie ihr erstes Rendezvous. Sam ist belastet mit seiner Campingausrüstung (die sie möglicherweise brauchen), Suzy hat ein paar Bücher eingesteckt. Da es sich um einen Wes Anderson Film handelt, muss auch Bill Murray darin auftreten. Er spielt Walt Bishop, Suzys Vater. Ist es seine zerstreute Traurigkeit, die ihn so gut in jeden Anderson Film passen lässt? Seine Augen sahen schon immer alt aus. Es sind alte Augen, die mit Sorge auf die Welt blicken. Murray verkörpert die ganze Resignation gegenüber der Welt in seiner Person. Und schliesslich schwingt in allen Anderson Filmen ein leiser Wehmut über die Vergänglichkeit der Dinge mit. Sogar Suzy und Sam scheinen zu wissen, dass dies ihr letzter gemeinsamer Sommer sein soll. Bereits nächstes Jahr werden sie zu alt dafür sein! Gross ist die Insel nicht; nur wenige Verstecke bleiben Suzy und Sam. Sie folgen einem alten indianischen Pfad bis zu einer Bucht, die sie Moonrise Kingdom taufen. Hier bauen sie ihr Lager (ein unheimlich gepflegtes Lager). Während sie auf das Wasser schauen, blicken sie dem Verlust der Kindheit und Unschuld entgegen. Unterdessen sucht man in der Erwachsenenwelt nach ihnen, angeführt von Captain Sharp (Bruce Willis) und Pfadfinder Aufseher Ward (Edward Norton). Andersons Filme leben von ihren Farben. Nie wirken sie grell, eher anregend. Eine schöne, behagliche Welt (vor dem Sturm der Jugend). Übrigens spielt jeder von Andersons Schauspielern wunderbar zurückgenommen. Keiner sucht nach Lachern oder gar Applaus. Nie hat man den Eindruck, sie würden scherzen. Sie existieren in der Welt der Phantasie, doch was dort geschieht, kann mehr bedeuten als das, was in der "Realität" passiert. Zum Glück! -
Imagine gaining an insight into the brain of Wes Anderson! What a fantastic place for unusual stories! Like a test arrangement. A series of events is collected and translated - and from it a very unique world emerges: The Wes Anderson Universe. A world in which one's own rules prevail and everything is driven by feelings and desires that are as convincing as they are magical. Moonrise Kingdom is such a world. It plays in 1965, but could just as well be today. Or 500 years ago. On the island of this Moonlight Kingdom nobody seems to live at all, except those who are involved in the story. The heroine Suzy lives in a lighthouse with her family. Over there, in the boy scout camp, Sam suffers from all the restrictions that children suffer from. Suzy and Sam met last summer and have been pen friends ever since. Together they plan to escape their prisons. They dream of an adventure without the regiment of their parents. And be it only for one week! Sam (Jared Gilman) is an orphan and an expert on scouting. He looks out solemnly behind his huge glasses frame. Suzy (Kara Hayward) is literally a dreamer. Then they have their first date. Sam is burdened with his camping gear (which they might need), Suzy has some books in his pocket. Since this is a Wes Anderson movie, Bill Murray also has to appear in it. He plays Walt Bishop, Suzy's father. Is it his distracted sadness that makes him fit so well into any Anderson movie? His eyes always looked old. They are old eyes that look at the world with concern. Murray embodies the whole resignation towards the world in his person. And finally in all Anderson movies there is a soft melancholy about the transience of things. Even Suzy and Sam seem to know that this will be their last summer together. Already next year they will be too old for that! The island is not big; only a few hiding places remain Suzy and Sam. They follow an old Indian path to a bay they call Moonrise Kingdom. Here they build their camp (an eerily maintained camp). While they look at the water, they face the loss of childhood and innocence. Meanwhile, they are searched for in the adult world, led by Captain Sharp (Bruce Willis) and Boy Scout Warden Ward (Edward Norton). Anderson's films live from their colours. They never seem garish, rather stimulating. A beautiful, comfortable world (before the storm of youth). By the way, each of Anderson's actors plays wonderfully withdrawn. No one searches for laughter or even applause. You never get the impression that they are joking. They exist in the world of fantasy, but what happens there can mean more than what happens in "reality". Fortunately!
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Wir werden Teil einer
Wir werden Teil einer Liebesgeschichte, die nicht von dieser Welt ist. Sie spielt in einem Königreich, egal ob auf dieser Welt, oder in einer anderen Galaxie. Die Insel, auf der Alles anders ist: Die Physik, die Farben, die Menschen.
Eine Geschichte, die einen so bitter-süß berührt, unterstütz durch Musik und Bildkompositionen, die voll Skurrilität und Schönheit sind.
Erwachsende, die unglücklich sind und eigentlich nicht wissen wieso, die wie Kinder quengeln und beinahe Alles falsch machen.
Kinder, die wie Erwachsene handeln, Kinder, die dafür kämpfen ihr Glück behalten zu dürfen. Die zwei Kinder, deren Leben bereits unglücklich sind, harmonieren so wunderschön miteinander und erschaffen sich ihr eigenes kleines Glück. Eine Gabe, die die wahren Erwachsenen nicht (mehr?) besitzen.
Ein Film, der in dieser Form sonst nicht existiert, ein Film, der mich tief berührt hat, ein Film, der die Story und stilisierten Bilder so harmonisch verknüpft, dass mir der Atem geraubt wurde. Eine Erfahrung, die nicht zu ersetzen ist, eine Erfahrung, die mein Leben bereichert hat und meine Einstellung dem Leben gegenüber nachhaltig geändert hat. Glück ist überall zu finden, wenn man sich traut danach zu suchen!
Wunderschön. Zuckersüß. Traurig. Einfühlsam und herzerwärmend.
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Ganz romantisch! Vor allem
Ganz romantisch! Vor allem der Anfang ist wie im Märchen. Glatte Empfehlung!
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