Do, 06/03/2025 - 19:50
Kühl, distanziert und introvertiert beginnen die 80er. Die New Wave Ästhetik lässt einen kühlen Wind der Moderne wehen. Im Mercedes Cabrio mit Armani Anzug und dem Soundtrack von Blondie Call me verschmilzt Richard Gere als American Gigolo mit seinem Luxus Outfit. Die Neon 80er beginnen! - The 80s began cool, distant and introverted. The New Wave aesthetic lets a cool wind of modernity blow. In a Mercedes convertible with an Armani suit and the soundtrack by Blondie Call me, Richard Gere as American Gigolo merges with his luxury outfit. Let the neon 80s begin!
Filme in der Liste
Blank City (OmU) DVD6393
Blank City benutzt ein altgedientes Argument und zwar, dass Armut die beste Voraussetzung dafür ist, Künstler zu werden. Dafür begibt sich diese Doku von Caeine Danhier zurück in die Ära des New Wave, genauer betrachtet, führt sie uns einen kurzen Moment in Erinnerung. Dieser Punkt, an dem ohne Budget Musik und Filme an der Lower Eastside entstanden. Dort, in der "Alphabet Street", nähe 14th Street, wo die Mieten günstig waren und das Leben einfach. Kennen wir das nicht in Berlin? Als eine ganze Reihe von Ladenlokalen in der Pannierstrasse frei standen? Ich kann mich sogar an ein Eck-Geschäft erinnern, inklusive Wohnung! Als wir die Filmkunstbar Fitzcarraldo in der Reichenberger Strasse anmieteten, hatten wir sogar die Auswahl zwischen zwei Läden. Die "Moonshine Bar" wurde es nicht, da ist jetzt die "Rummelsperle" drin. Genauso in New York als man mit einer Super 8 Kamera einen Film fertigstellte. Mit einer Super 8 Kamera, die auch gern gestohlen sein durfte! Die übrige Ausstattung bekam man dann für zehn Dollars. Screenings und Auftritte von Bands fanden statt in Locations, die billig oder illegal waren. Klingt nach Berlin? Doch wir sind immer noch in New York. Hier eine Reihe der Künstler aus diesem Umfeld: Steve Buscemi, Jim Jarmusch, Susan Seidelman, Deborah Harry, Jean-Michel Basquiat. link trailer
Subway DVD3914
Subway will gerne Subkultur sein, ist es aber nicht. Christopher Lambert und Isabelle Adjani haben sich als Punks verkleidet und jagen so durch die Pariser Metro. Früher fand ich das dumm - schliesslich wollte ich "echte" Subkultur sehen und kein Theater. Genau das ist Subway - heute aber geniess ich es! Fred (Christopher Lambert), mit blondierten Haaren, flieht mit einem geklauten Wagen vor Verfolgern in schwarzen Anzügen. Er springt aus dem Auto und rennt in die Metro. Die Pariser Metro, das ist die Welt des Schlagzeugers, den Jean Reno spielt. Hier leben "schräge" Typen, die jeden Winkel des U-Bahn-Netzes kennen. Fred ruft Héléna (Isabelle Adjani), denn auf ihrer Party sprengte er einen Tresor mit Dokumenten. Nun schlägt er einen Austausch vor. Diese "Handlung" findet statt zwischen verschiedenen Musik- oder Actioneinlagen, die sich aus dem Fundus der Filmgeschichte bedienen. Nichts ist echt, wir befinden uns im "Cinema Du Look": Style Over Substance! Subway ist ein Reflex auf die Zeitströmungen: Punk, New Wave, Neo-Noir undsoweiterundsofort. Eine Ausgeburt der 80er. Er könnte stundenlang auf MTV laufen; ein Walkman für die Augen. link trailer
Stop Making Sense (OF) DVD6208
Stop Making Sense hinterlässt einen überwältigenden Eindruck! Gar nicht die hektische Energie einer Rockband auf der Bühne, sondern reine Lebensfreude! Weshalb sollte man sich einen Konzertfilm ansehen? Normalerweise werden als Gründe angegeben: 1) Die Musik 2) Die Kinematographie. Stop Making Sense ist anders. Hier ist es die physische Wirkung, die wir meinen zu spüren! Die Talking Heads im Konzert, das muss man sich wie ein sportliches Workout vorstellen. Vielleicht wie Aerobic. Mitgeschnitten wurden zwei Konzerte der Band in New York, wobei sich der Film ganz auf das ungeheure Talent von David Byrne konzentriert. Seine Bühnenpräsenz hat etwas von Pantomime - und die besten Effekte auf der Bühne werden durch Kostüme und Handleuchten erzielt. Fast wirkt es wie Schattentheater. link trailer
Possession DVD459
Ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt, Zulawskis ehemaliges "Video Nasty" in voller Länge zu sehen und in der Filmkunstbar Fitzcarraldo als Schmuckausgabe des tollen Labels Bildstörung verleihen zu dürfen (der youtube link dient den Schaulustigen, mal einen Eindruck zu bekommen. SEHEN könnt ihr den Film bei uns auf DVD in voller Schönheit!). Ich bin ehrlich begeistert! Früher fuhr ich wegen des Films zum Videodrom, doch die Antwort war jedes Mal negativ. Possession gab es nicht auf VHS. Der Grund: Isabelle Adjanis Kunst. Die mutigste schauspielerische Leistung, die je auf Celluloid gebannt wurde: Adjani im U-Bahnhof Tempelhof, possessiv, hysterisch, grandios! Possession traut sich, uns, die Zuschauer, selbst in einen Zustand der Trance zu bringen. Alles beginnt mit dem Ende einer Ehe. Anna (Isabelle Adjani) eröffnet Mark (Sam Neill), dass sie ihn verlassen wird. Sie muss, versteht aber selbst nicht genau warum. Anna ist verstört, trifft sich mit einem heimlichen Liebhaber und drückt ihre neu gewonnene Freiheit durch Akte der Gewalt aus. Mark stammelt etwas durch das Telefon und krümmt sich allein im Bett zusammen wie ein Fötus. Schon bald beginnt der Kampf. Sie schlagen sich in einem Strassencafe, Anna verstümmelt sich selbst mit einem elektrischen Küchenmesser. Der zweite surreale Akt beginnt mit der wahren Natur von Annas heimlichen Rendez-Vous. In einem verkommenen Apartment in Kreuzberg (übrigens in der Sebastianstrasse Ecke Luckauer in 36. Hier der link, wie es dort heute aussieht: https://www.youtube.com/watch?v=UnleWl52m5s). Bewohnt wird es von einem schleimigen nach Blut und Sex hungernden Monster, in dem Anna ihren neuen Partner findet, den sie nähert. link trailer
Polyester (OF) (Code1) DVD2567
“I actually got the audience to pay to smell shit!”; so John Waters ganz stolz über seine Idee, Kino Rubbel Tickets zu verkaufen mit Kack Geruch + der sogenannten „Smell-O-Vision“ von Polyester: Während der Vorführung werden Gerüche durch Ventilatoren ins Publikum geblasen. Ein fast einzigartiges Verfahren! link trailer
Permanent Vacation DVD2266
Später sollte er den Independent Film in den 80ern wieder beleben: Jim Jarmusch, der erste Hipster Amerikas. Jarmusch hat es nie eilig. Filmisch. Er verweilt auf einer Szene. Er folgt seinen Figuren nicht - ihre Bewegungen scheinen seine Bilder zu bestimmen. Ganz unauffällig manipuliert Jarmusch so die Zeit an sich. Wer erinnert sich noch an seinen Durchbruch mit "Stranger than paradise"? Offiziell sein Debüt, doch davor filmte er Permanent Vacation den ursprünglichsten aller New Yorker Hipster Filme. Sein Blick gilt den Dummköpfen und Aussenseitern. Sie beobachtet er objektiv, ja niveauvoll. Im Frühwerk am liebsten in Schwarzweiss. Jarmusch liebt poetische, merkwürdige Gespräche und Situationen. Und er etablierte seine ganz eigene Art von "Stars": Jim Jarmusch "Stars" wie Tom-Waits oder Roberto-Benigni. Seine Filme leben von Nostalgie und schäbiger Melancholie (gibt's das überhaupt?). All das wird eingebettet in Komödien von visueller Schönheit. Inspirierend, oder? link trailer
Liquid Sky (OF) DVD4973
Einer der Vorreiter der amerikanischen Indie Bewegung, den man entweder lieben oder hassen muss! Ein Glam Film, angesiedelt zwischen den Jahren von Disco und Aids! An der New Yorker Skyline erscheint ein Raumschiff im Takt des New Wave, dem die Models und Junkies unten verfallen sind. Aliens erscheinen, die nach Ecstasy verlangen. Ihr Raumschiff wird von menschlicher Energie betrieben. Sie sind gekleidet, als ob sie ganz selbstverständlich der New Romantic Bewegung angehören und stehen auf Heroin und Hedonismus. Wie Roboter tanzen sie in den New Yorker Clubs. Margaret (Anne Carlisle) lebt das perfekte Leben - mit einer winzigen Einschränkung: Sie muss jeden töten, mit dem sie schläft. Alles klar? Liquid Sky wurde mit minimalem Budget realisiert und hat jeden extraordinären Stil bis heute beeinflusst. Regisseurin Slava Tsukerman hat eine weibliche Glamour Queen erschaffen, ein Bowie-Pendant: “I kill people that fuck me." Willkommen im Jahr 1982! link trailer + FREE ON YOUTUBE (DU FINDEST DEN GANZEN FILM FREI AUF YOUTUBE)
Labyrinth of Passion - Labyrinth der Leidenschaften - Laberinto de pasiones DVD8042
In Labyrinth Of Passion dreht sich alles um romantische und sexuelle Verstrickungen, ganz gleich, wie absurd die einzelnen Episoden auch sind. In seinem zweiten Film versucht Almodovar etwa 50 Figuren im Spiel zu behalten - was natürlich nicht vergleichbar ist mit seinen späteren konzentrierten Filmen. Es passiert alles permanent, man lacht, aber bleibt immer aussen vor. Labyrinth Of Passion ist zu keinem Zeitpunkt fesselnd; ein Anfänger Film eben. Auftritt Sexilia (Cecilia Roth), die zwangsläufig Sexi genannt wird. Tochter eines sex verachtenden "Biogynäkologen" ist Sexi ihrem Namen entsprechend an nichts anderem interessiert als Sex. Dann folgen wir Queti (Marta Fernandez-Muro), die in einer inzestuösen Beziehung gefangen ist. Sexi und Queti freunden sich an (und intrigieren munter drauf los). Weiterhin treten Ex-Kaiserinnen und Kronprinzen auf (eher schwul als hetero) und sogar Antonio Banderas als Mitglied einer Rockband. Freud jedenfalls hätte seine Freude an den sexuellen Spielereien, die niemals ernst genommen werden dürfen. Labyrinth Of Passion kurz gefasst ist ein Film, in dem wahnsinnig viel geredet wird (und fast nichts passiert); der viel verspricht und wenig einhält. link trailer
Diva DVD5318
Diva interessierte zunächst niemanden in Paris, entwickelte sich nach dem Kino-Start in New York aber zu einem echten Kult-Film: Gemacht vom Publikum und durch gewiefte Verleiher. Die Geschichte ist schnell erzählt: Eine Opern-Sängerin wird entführt und gerettet. Ganz im Zeichen der frühen 80ern zählt hier allein die Hülle: Verfolgungsjagden durch nächtliche Strassen ganz in Neon, surreale, ja fast mythische Elemente unterlegt mit einem New Wave Soundtrack. Ein Film der Leere oder der Extravaganz, je nach Blickwinkel! link trailer
The Fan - Der Fan DVD3574
Désirée Nosbusch selbst sorgte für den Skandal um Eckhart Schmidts Der Fan. Das war 1982. Eine einstweilige Verfügung vor Gericht aber scheiterte und so sieht man die siebzehnjährige noch heute nackt im Neonlicht. Der Fan floppte damals im Kino und die meisten Zeitgenossen kennen nur den Titelsong von Rheingold. Nosbusch jedenfalls spielt die Schülerin Simone, die einen Star der "Neuen Deutschen Welle" vergöttert. Niemanden Geringeres als Bodo Staiger von Rheingold. Der sucht ein Mädchen für eine Nacht. Ein Groupie. Simone aber will ihn für immer... Wir erleben sie als nackte Kannibalin, die das Blut ihres elektrischen Messers leckt und die abgetrennten Gliedmasse in ihrem Kühlschrank neben den Karotten verstaut. link trailer
Der Blade Runner - Blade Runner (Final Cut) DVD7097
Das ist also das "Jetzt", die Zukunft. Die Autos sehen aus wie Boxen, doch immer noch wird so etwas wie Rock'n Roll im Radio gespielt. Blade Runner eröffnet im Jahr 2020 in Los Angeles. L.A. sieht aus wie Tokyo und tatsächlich trinkt ein japanisches Mädchen Coca Cola. Immerhin: Alles sieht sensationell aus! Die Wolkenkatzer sind noch ein Stück gewachsen und die Menschen fahren umher in Vehikles, die alles können. Fahren, fliegen, klettern. L.A., ein urbaner Dschungel. Durch die "Mean Streets", die wir kein Mal bei Tageslicht sehen, streift Harrison Ford. Er sucht eine Gruppe Replikanten, die aus der Off-World geflohen sind. Er ist ein Lakoniker, kompetent und zynisch. Sein Job: Die Replikanten aufspüren und eliminieren. Was als nächstes geschehen mag, ist nicht schwer vorauszusagen: Er verliebt sich in eine von ihnen. Sie ist nicht menschlich, doch was bedeutet das schon? link trailer
American Gigolo DVD5163
American Gigolo ist eine Stilübung, aber eine sehr ergreifende! Die einzelnen Charaktere und ihre Erfahrungen mögen uns fremd erscheinen, nicht aber ihre Gefühle. Der American Gigolo heisst Julian Kay (Richard Gere). Er ist verletzlich, zart und etwas dümmlich. Und passiv, so wie die Frauenrollen in klassischen Hollywood Filmen zuvor. Sein Beruf wurde zuvor auch eher Frauen zugeordnet: Er verkauft seinen Körper an ältere Damen. Deshalb kann sich Julian einen Mercedes und elegante Anzüge leisten. In seinem Cabrio verschmilzt er selbst zu einem menschlichen Luxus-Gut (dazu läuft Blondie - Call Me). Tatsächlich aber stellt Geld nicht alles dar für Julian. Sein Geschäft betreibt er auch aus dem Grund, dass es ihm ein Gefühl der Zufriedenheit verschafft, Frauen mittleren Alters zu beglücken. Wir glauben ihm. Julian selbst scheint eine Art sexueller Stellvertreter und Therapeut zu sein. Eine heilige Hure. Jedenfalls wird Julian so positiv dargestellt, dass wir ihm seinen Beruf vergeben. In diesem Punkt bedient sich Regisseur Paul Schrader einer Taktik, die zuvor von in Robert Bressons "Pickpocket" funktionierte: Der stilisierte einen Verbrecher zum Anti-Helden. In beiden Filmen geht es um Erlösung. link trailer
Werde Teil der Community
Schreibe Kommentare, vote für Deine Favoriten oder sende uns Deinen Film-Vorschlag.