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Let the right one in
Mi, 07/10/2015 - 19:20

Grusel- und horrortechnisch ist so manches passiert in der letzten Dekade. Es gab eine ausufernde Zombie-Widergeburt, einen unglaublichen Hype um das asiatische Gruselkino (das diesen Artikel auch wie eine Welle überfluten wird), eine strukturell interessante Horror Nouvelle Vague aus Frankreich und die Ankunft des Splatter, Gore und Midnightmovies im Mainstreamkino. Folgerichtig erlebte der Horrorfilm einen wahren Boom, ein Hoch an Zuschauerzahlen, das man seit der verebbenden Slasher-Welle nicht mehr für möglich gehalten hatte und eine ganze Riege an erstklassigen, zweitklassigen und leider auch drittklassigen Filmen. (Wir stellen nicht die Filme, nur die links zur Verfügung) - Some things have happened in the last decade in terms of horror and horror. There was an overflowing zombie rebirth, an incredible hype about the Asian horror cinema (which will flood this article like a wave), a structurally interesting horror nouvelle vague from France and the arrival of splatter, gore and midnight movies in mainstream cinema. Consequently, the horror movie experienced a real boom, a high number of viewers that hadn't been thought possible since the slasher wave ebbed and a whole bunch of first class, second class and unfortunately also third class movies. (We don't provide the films, only the links)

Filme in der Liste

Let the right one in - Låt den rätte komma in

Let the right one in - Låt den rätte komma in

Um Vampirismus geht es in Tomas Alfredsons schwedischem Horrordrama “So finster die Nacht” (Låt den rätte komma in). Fernab von jeglichem Twilight-Kitsch wird die Teenagerfreundschaft eines Außenseiters zu einem blutsaugenden Mädchen erzählt. Das zurückhaltende Vampirdrama pendelt dabei ständig zwischen Entzücken und Erschrecken und fühlt sich sowohl als anrührendes Drama als auch als blutiger Gruselfilm sichtlich wohl.
Shadow of the vampire

Shadow of the vampire

Der von Nicolas Cage produzierte Shadow of the Vampire ist eine Hommage an Murnaus UFA-Klassiker “Nosferatu, eine Symphonie des Grauens” (1922) und insbesondere eine Verbeugung vor der damaligen Schauspielleistung Max Schrecks (der hier kongenial von Willem Dafoe verkörpert wird). Der Metafilm zeigt die Dreharbeiten zu dem Vampirklassiker und widmet dabei seine besondere Aufmerksamkeit dem Schauspieler Schreck, der den untoten Grafen verkörpert.
Antichrist

Antichrist

Von Trier erzählt die trost- und hoffnungslose Geschichte eines Paares, das in den abgeschiedenen Wäldern Ängste überwinden will, aber in der Natur nur das Grauen findet. Antichrist ist pompös, pathetisch, suhlt sich in seiner eigenen Verderbtheit und kann auch wahlweise als zynisch, misogyn oder gleich komplett misanthropisch bezeichnet werden. Er ist ein kontroverser, brutaler und schmerzhafter Film, irgendwo zwischen psychoanalytischem Symbolismus, parabolischer Erzählung und blankem Horror
Dawn of the Dead

Dawn of the Dead

ein Quasi-Remake von George A. Romeros Klassiker Dawn of the Dead. Quasi-Remake, da der Film von Zack Snyder neben der Disposition (Zombies überrennen die Menschheit), dem Hauptschauplatz (Shopping Center) und dem Titel nicht viel mit dem Original gemein hat. Stattdessen ist die US-Zombieinvasion von 2004 ein schwarzhumoriger, actionreicher, Gore- und Splatterhorror, in dem zahlreich die Köpfe explodieren und literweise Blut durch die Gegend spritzt.
28 days later

28 days later

Ausgerechnet der Initiator dieser 00er Zombiewelle “28 days later” verzichtet darauf aus seinen Infizierten Zombies zu machen. Stattdessen ist ein unbekannter Virus für die Massenepidemie verantwortlich, die sich darin äußert, dass Menschen zu wilden Bestien werden. Sowohl der erste Teil als auch der (zu Unrecht von der Kritik abgeurteilte) Nachfolger “28 weeks later” sind hervorragende Genrebastarde zwischen Zombiehorror und apokalyptischem Szenario.
Uzumaki

Uzumaki

Eine Kleinstadt wird nach und nach von grauenhaften Ereignissen überrannt, die auf dem schrecklichen Geheimnis einer alten Legende fußen und zahlreiche Todesopfer fordern. Was genau passiert bleibt weitestgehend unklar und wird nur in Bruchstücken offenbart, aber das Ergebnis ist beängstigend, verstörend, barbarisch und grotesk. Uzumaki tönt fast wie ein Lobgesang auf die Macht der Dunkelheit und des Bösen an und für sich und ist damit bestens dazu geeignet schlaflose Nächte zu produzieren.
Pulse - Kairo

Pulse - Kairo

Irgendwo zwischen postmoderner Vereinsamungsparabel, Multimedia-Alptraum und apokalyptischer Horrorvision entfesselt Kairo (so der Originaltitel) in seiner ruhigen Erzählweise einen hypnotischen Sog des Grauens, dem sich der Zuschauer kaum entziehen kann. Was genau vorgeht? Man weiß es nicht: Aber man hat Angst. Angst vor der Einsamkeit, Angst vor der Auslöschung, Angst vor dem schwarzen Grauen, das Tokio wie eine unheimliche Seuche überzieht.
A tale of two sisters - Janghwa, Hongryeon

A tale of two sisters - Janghwa, Hongryeon

surreal und kryptisch ist der südkoreanische “A tale of two sisters”. In dem Horrordrama von Kim Ji-woon steht allerdings weniger das blanke Entsetzen im Vordergrund als viel mehr ein furchteinflößendes Familiengeheimnis. Entsprechend bedächtig wird die Geistergeschichte um Schuld, Sühne und Verdrängung erzählt, geizt aber dennoch an den richtigen Stellen nicht mit expliziten Schockeffekten.
Strange Circus

Strange Circus

In dem düsteren Mystery-Horrordrama Strange Circus steht auch das Thema der Schuld und Sühne im Mittelpunkt. Mehr noch als bei Miike vermischen sich in dem wunderschön und zugleich grauenhaft grotesk bebilderten Film Realität und Phantasie, Traum und Alptraum, Gegenwart und Vergangenheit. Das Ergebnis ist ebenso fragil wie bissig, abartig, rauschhaft, hypnotisierend und in seiner bitterbösen Konsequenz zutiefst schockierend, ja sogar verletzend.
Audition - Ôdishon

Audition - Ôdishon

Und damit kommen wir auch gleich zu der angekündigten Welle asiatischer Filme. Gerade noch in die 00er hat es der zur Jahrtausenwende veröffentlichte Audition vom japanischen Extrem-Regisseur Takashi Miike geschafft. Was als ruhig erzähltes Melodram über Einsamkeit in der postmodernen Gesellschaft beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einer absurden Tour de Force in menschliche Abgründe, pechschwarze Szenarien und blutrünstige Folterorgien.
The Descent

The Descent

Monster-Horror ist ja schon seit den 80er Jahren ziemlich out, und die meisten Filme aus dieser Genre-Ecke gelangen meistens gerade mal als direct-to-DVD-Produktionen in die B-Film-Hinterzimmer großer Bibliotheken. The Descent – Abgrund des Grauens ist anders: das liegt daran, dass die sattsam bekannte Was lauert da im Dunkeln?
Martyrs

Martyrs

Und damit geht es auch gleich ans Eingemachte. Wenn ein Film zu schocken vermochte, dann war es der französische Genredekonstruktivist Martyrs von Pascal Laugier. In dem packenden Crossover aus Revengethriller, Psychohorror und Tortureporn wird das Genre ganz sachte durch den Fleischwolf gedreht. Sinn gibt es in diesem brutalen Schocker nicht zu finden, dafür aber grauenhafte Traumata...

Kommentare

Eure letzten Kommentare
tiga
Mi, 07/10/2015 - 19:34

High Tension? The Devil`s

High Tension? The Devil`s Backbone?

ps_peer
Mi, 07/10/2015 - 19:38

Pontypool!!!

Pontypool!!!

solisupa
Mi, 07/10/2015 - 19:41

Dann mal Haze und The Devils

Dann mal Haze und The Devils Rejects

anna.luebben
So, 11/10/2015 - 08:04

Eventuell auch Dark Water

Eventuell auch Dark Water sowohl das Original als auch Remake?

Filmkunstbar Fitzcarraldo
So, 11/10/2015 - 16:04

Belohnung für diese

Belohnung für diese kenntnisreichen Beschreibungen: DVD Flatrate in der Filmkunstbar Fitzcarraldo. Bei Martin melden.

Filmkunstbar Fitzcarraldo
So, 11/10/2015 - 16:06

...obwohl hier doch ein

...obwohl hier doch ein bisschen wie Karl-Theodor zu Guttenberg gearbeitet wurde, oder?

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