Neuromancer von William Gibson ist die Bibel des Cyberpunk: Irgendwo in Los Angeles, die Katastrophe besteht darin, dass es einfach so weitergegangen ist. Die Umwelt ruiniert, die Politik vergessen, die Welt kontrolliert von Multikonzernen. Im Netz finden Verbrechen und Mord statt, die Datenwelt ist mittlerweile dreidimensional , direkt auf den Sehnerv projiziert. „Jacked in“ bewegt man sich in der Welt der Daten, in der Matrix. Viele der Einzelheiten aus dem Cyberpunk Roman findet man in Matrix wieder, dem bekanntesten Cyberpunk Film. Matrix unterscheidet zwei Kunstgriffe von all diesen Produktionen: Die des Erwachens aus einer Traumwelt, die man für real hielt und das Motiv des Androiden, der fehlenden Identität. Für das erste Motiv steht der Autor Philip K. Dick, in seinem Roman Irrgarten des Todes erwachen die Helden zuletzt aus der „Handlung“. Die Dick Verfilmung Blade Runner gehört deshalb nicht zufällig zu den ästhetischen Vorbildern von Matrix. In Blade Runner wird auch das Motiv des Androiden entwickelt, der Mensch Maschine mit künstlicher Erinnerung (vgl. epd 6/03, S. 16f.). In Blade Runner oder Escape from New York ist es fast durchgängig Nacht, eine feindliche Gosse umgibt einen. Terminator, Robocop, Total recall und The fifth element sind düstere Film Noir im Sinne von Cyberpunk. Besonders gut gelungen ist die Schrottausstattung von 1984. Die Bebilderung von Philip C. Dicks Drogenerfahrungen in Linklaters Film A scanner darkly sind von innovativer Schönheit, die Dialoge sind es nicht, sondern zu langatmig. La cité des enfants perdus ist eine düstere Groteske mit rabenschwarzen Humor und einer Reihe skurriler Gestalten. Hardware ist so spannend, dass es sich mit Alien und 1984 ruhig messen kann. Tetsuo ist ein schwer zu beschreibendes Kunstwerk von Tsukamoto, in dem ein Mann zu einem metallenen Gebilde transformiert wird. Fast ohne Dialoge funktioniert der Film wie ein Puzzlespiel, ein Ereignis aus der Vergangenheit wird vor dem Zuschauer und von ihm wieder zusammengesetzt. Ghost in the shell ist einer der stilprägendsten Cyberpunk Filme als Anime, andere Werke sind untergegangen und unterschätzt. Einer davon ist Johnny Mnemonic des Künstlers Robert Logo nach William Gibsons Novelle Vernetzt. Durchgefallen bei Kritik und Publikum sind auch Nirvana von Gabriele Salvatores und Iain Softleys Hackers. Ein durchgefallener Film wiederum entspricht aber der Philosophie von Cyberpunk am ehesten. - Neuromancer by William Gibson is the Bible of cyberpunk: Somewhere in Los Angeles, the catastrophe is that it just went on like that. The environment is ruined, politics forgotten, the world controlled by multicorporations. Crime and murder take place on the net, the data world is now three-dimensional, projected directly onto the optic nerve. "Jacked in" moves one in the world of data, in the matrix. Many of the details from the Cyberpunk novel can be found in Matrix, the most famous Cyberpunk film. Matrix distinguishes two tricks from all these productions: The one of awakening from a dream world that one thought was real and the motif of the android, the missing identity. The author Philip K. Dick stands for the first motif; in his novel Irrgarten des Todes (Maze of Death), the heroes wake from the "plot". It is therefore no coincidence that the Dick film adaptation Blade Runner is one of Matrix's aesthetic role models. Blade Runner also develops the motif of the android, the human machine with artificial memory (cf. epd 6/03, p. 16f.). In Blade Runner or Escape from New York it is almost always night, a hostile gutter surrounds you. Terminator, Robocop, Total recall and The fifth element are dark film noir in the sense of cyberpunk. The scrap equipment from 1984 is particularly successful. The illustrations of Philip C. Dick's drug experiences in Linklater's film A scanner darkly are of innovative beauty, the dialogues are not, but too lengthy. La cité des enfants perdus is a dark grotesque with raven-black humour and a series of bizarre characters. Hardware is so exciting that it can easily compete with Alien and 1984. Tetsuo is a hard to describe work of art by Tsukamoto, in which a man is transformed into a metal structure. Almost without dialogue, the film functions like a puzzle, an event from the past is put together in front of and by the viewer. Ghost in the shell is one of the most stylistically influential cyberpunk films as an anime, other works have been lost and underestimated. One of them is Johnny Mnemonic by the artist Robert Logo after William Gibson's novella Networked. Nirvana by Gabriele Salvatores and Iain Softley's Hackers have also failed critics and audiences. A failed film, on the other hand, corresponds most closely to Cyberpunk's philosophy.
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Kommentare
Eure letzten KommentareCyberpunk meint Filme mit
Cyberpunk meint Filme mit Parallelrealität, die irgendwie revolutionär sind? Oder ist das ein Style? Oder beides? Blade Runner, ja?
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ich finde, es ist ein Style:
ich finde, es ist ein Style: so düster wie Blade Runner!
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