Für die Geschichtsbücher endete der Film Noir in seiner klassischen Ausprägung Ende der 50er mit Orson Welles Touch of evil. Da Filmhistorie mit vermeintlich eindeutigen Schnitten aber blosse Theorie ist, wandelte er sich in Wahrheit ständig, trat in Form von Melvilles Gangsterfiguren in den 50ern wieder auf und schien auch Hitchcocks perversen Vertigo zu motivieren, der hoffnungslos der Vergangenheit verfallen ist. Die Nouvelle Vague hegte grosse Sympathien für den Film Noir, weil die Filme billig und schnell produziert wurden, also nichts mit dem französischen „Qualitätskino“ eines Rene Clement zu tun hatten. Genauso waren die selbsternannten Autorenfilmer der New Hollywood Erneuerung Fans des Film Noir, Robert Altmans The long good bye, John Boormans Point blank und vor allem Roman Polanskis Chinatown beweisen das. Polanskis Noir ist Zitatenkino, das belegt auch der Auftritt von John Huston, dem Vater des Film Noir. Polanski erneuert aber auch, denn Chinatown liebt die gleissende Sonne und ist derartig komplex, dass sogar The big sleep auf seine Plätze verwiesen wird. Walter Hills Driver ist ein später Film der New Hollywood Bewegung und ästhetisiert bereits das Kino der 80er. Driver ist ein Neon Noir und fast schon postmoderne Schablone. Alles scheint irgendwie bekannt zu sein und funkelt doch ganz neu. Oberflächenglanz ersetzt so etwas wie Tiefenpsychologie der Figuren in Driver, sogar Isabelle Adjani darf nicht spielen, sondern posiert. Die Essenz des Film Noir war eben immer vor allem seine düstere Ästhetik. - For the history books, the film Noir in its classic form ended in the late 50s with Orson Welles Touch of evil. Since film history with supposedly unambiguous cuts is mere theory, it actually changed constantly, reappeared in the form of Melville's gangster figures in the 50s and also seemed to motivate Hitchcock's perverse vertigo, which has hopelessly fallen into the past. The Nouvelle Vague had great sympathies for the movie Noir because the movies were produced cheaply and fast, so they had nothing to do with the French "quality cinema" of a Rene Clement. The self-proclaimed auteur filmmakers of the New Hollywood renewal were also fans of Film Noir, Robert Altman's The long good bye, John Boorman's Point blank and above all Roman Polanski's Chinatown. Polanski's Noir is a cinema of quotations, as the appearance of John Huston, the father of the film Noir, proves. But Polanski also renews, because Chinatown loves the glistening sun and is so complex that even The big sleep is referred to its place. Walter Hills Driver is a late film of the New Hollywood movement and already aestheticizes the cinema of the 80s. Driver is a neon noir and almost postmodern template. Everything seems to be known somehow and yet sparkles in a completely new way. Surface gloss replaces something like depth psychology of the figures in Driver, even Isabelle Adjani is not allowed to play, but poses. The essence of Film Noir has always been its dark aesthetics.
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So gross wie in den 80ern ist
So gross wie in den 80ern ist die Auswahl nicht. Vermutlich war der klassische Film Noir noch nicht lange genug her, um wieder Retro zu werden. Echt Spass macht Zhe Driver (wer denkt da nicht an Drive)
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Zumindest sind mir nicht so
Zumindest sind mir nicht so viele eingefallen wie in den 80ern. Melville ist ja nun auch nicht klassisch Noir
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