Do, 27/03/2014 - 16:52
Directed by:
Roman Polanski
Schauspieler:
Nastassja Kinski
Leigh Lawson
Peter Firth
John Collin
David Markham
Rosemary Martin
Video:
Trailer
Zum Glück wirkt Tess keine Sekunde lang wie die andächtige Wiedergabe des literarischen Klassikers von Thomas Hardy. Stattdessen atmet und lebt Polanskis Film und bietet ganz viel Sympathie für seine Heldin. Nastassja Kinski in ihrem ersten grossen Film wirkt genau richtig als Tess! Sie hat die Jugend und Frische und Naivität von Tess und nie denkt man an eine Schauspielerin, die nur eine Rolle interpretiert. Kinskis schüchterne Unbeholfenheit passt perfekt für dieses Mädchen, das versucht, durch blosse Tapferkeit in der gesellschaftlichen Hierarchie aufzusteigen. Die Geschichte handelt von einem jungen Mädchen, das zum Opfer, zur Beute und manchmal auch zur Geliebten vieler Männer wird, ohne jemals ganz zu verstehen, was diese Männer eigentlich von ihr wollen. Tess Vater heisst John Durbeyfield, ein immer besoffener Bauer, der vom örtlichen Pfarrer erfährt, das er von den adeligen d'Urbervilles abstammt. Sofort schickt er seine schöne Tochter Tess los, um die d'Urbervilles zu konfrontieren. Sofort wird Tess von ihrem reichen Cousin verführt und geschwängert. Das Kind stirbt kurz nach der Geburt. Tess erzählt dem Cousin nichts davon. Erst später beichtet sie es dem Sohn des Pfarrers, den sie liebt und heiratet. Das ist zu viel für den Pfarrers-Sohn, der nach unten geheiratet hat. Er ist nicht bereit, ihre Vergangenheit zu akzeptieren und bricht zu einer Mission ans Ende der Welt auf. Derweilen hält sich Tess mit schwerster Handarbeit über Wasser. Schliesslich wird sie mit ihrem Cousin wieder vereint - der kein kompletter Bastard ist und sich darüber beschwert, nichts von ihrer Schwangerschaft erfahren zu haben. Unverhofft kehrt auch der untreue Ehemann zurück und ein tödlicher Wettstreit um Tess beginnt... Hört sich an wie eine Seifen-Oper? Doch viel wichtiger als das, was passiert, ist die Frage, wie Tess und wie wir uns dabei fühlen. Polanski gibt die Haltungen jener Zeit wieder, vor allem die Stellung von Frauen. Wie eingeschränkt waren Frauen! Emotionale, menschliche Reaktionen von Frauen wurden schlicht und einfach als unangemessen betrachtet. Ein Mensch wie Tess konnte unmöglich alt werden. - Fortunately, Tess never for a second comes across as a devout rendition of Thomas Hardy's literary classic. Instead, Polanski's film breathes and lives and offers quite a lot of sympathy for its heroine. Nastassja Kinski in her first major film works just right as Tess! She has the youth and freshness and naivety of Tess and you never think of an actress just interpreting a role. Kinski's shy awkwardness is a perfect fit for this girl trying to climb the social hierarchy through sheer bravery. The story is about a young girl who becomes the victim, prey and sometimes lover of many men, without ever quite understanding what these men actually want from her. Tess's father is John Durbeyfield, an always drunken farmer who learns from the local priest that he is descended from the noble d'Urbervilles. He immediately sends his beautiful daughter Tess to confront the d'Urbervilles. Immediately, Tess is seduced and impregnated by her rich cousin. The child dies shortly after birth. Tess does not tell the cousin. Only later does she confess it to the priest's son, whom she loves and marries. This is too much for the vicar's son, who has married down. He is not ready to accept her past and leaves on a mission to the ends of the earth. Meanwhile, Tess keeps her head above water with hard manual labour. Eventually she is reunited with her cousin - who is not a complete bastard and complains about not knowing about her pregnancy. Unexpectedly, the unfaithful husband also returns and a deadly competition for Tess begins.... Sounds like a soap opera? But much more important than what happens is how Tess and how we feel about it. Polanski reflects the attitudes of the time, especially the position of women. How restricted women were! Emotional, human reactions from women were simply considered inappropriate. A person like Tess could not possibly grow old.


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