Do, 27/03/2014 - 16:52
Directed by:
Christopher Nolan
Schauspieler:
Guy Pearce
Carrie-Anne Moss
Joe Pantoliano
Video:
Trailer
Folgendes: Das Letzte, woran sich Leonard erinnert, ist, dass seine Frau starb. Doch wieso kann er sich dann daran erinnern, dass er unter einem Verlust des Kurzzeitgedächtnis leidet? Wie auch immer. Sein Zustand ist dem Film jedenfalls dienlich... Solche Fragen werden bei uns in der Videothek diskutiert. Lächerlich? Aber nein. Damit beschäftigen sich eben nicht ganz erwachsene Männer in ihrer Freizeit. Leonard wird von Guy Pearce gespielt, der uns merkwürdiger Weise bewegt, obwohl sein Leonard überhaupt keinen emotionalen Tiefgang hat. Ich interpretiere ihn eher als wichtiges Handlungs-Element. Er hat erlebt wie seine Frau ermordet wurde und sinnt auf Rache. Dummerweise leidet er seit dem Vorfall unter dem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses und muss sich fortwährend Notizen machen. Er vergisst immer wieder was geschah. Und wir? Wir arbeiten uns durch den Film von hinten nach vorne. Die Geschichte wird rückwärts erzählt. Das funktioniert brillant: Alles beginnt mit einer Polaroid-Fotografie, die verblasst, anstatt sich zu entwickeln. Wir treiben also in der Zeit, in etwa so wie Leonard. Es wird rückwärts erzählt oder jedenfalls irgendwie rückwärts mit einigen Seitensprüngen und Rückblenden. Alles klar? Leonard aber denkt immer noch chronologisch und weiss überhaupt nicht, dass er sich in einem rückwärtslaufenden Film befindet. Will heissen: Leonards Denken und der Film entsprechen nicht einander. (Ganz anders wäre ein Film, in dem jemand etwas Furchtbares erlebt und sich an bessere Zeiten erinnern will). Dieser Film jedenfalls spiegelt nicht wider, was Leonard denkt. Dass Regisseur Christopher Nolan rückwärts erzählt dient einzig unserer Unterhaltung. Reiner Selbstzweck. Memento ist etwas zu clever, um wirklich gut zu sein. Memento will uns verwirren - und stellt darin auch ein kluges Experiment dar. Leonard muss dabei stets schnell sprechen, weil er doch im nächsten Moment wieder alles vergessen wird. Manchmal wird er auch betrogen, etwa, wenn er sein Hotel Zimmer doppelt zahlen muss. Und selbst, wenn er Rache nimmt, wird er die vergessen - das versteht auch Leonard. Seine Frau aber verdient Rache, glaubt er. Oder liegt darin der tiefere Sinn von Memento verborgen? Was zählt schon Rache, an die man sich nicht erinnert? - Here it is: The last thing Leonard remembers is that his wife died. But how can he remember that he is suffering from a loss of short-term memory? Whatever. In any case, his condition is conducive to the film... Such questions are discussed in our video library. Ridiculous? But no. That's what men who aren't quite grown men do in their spare time. Leonard is played by Guy Pearce, who moves us in a strange way, although his Leonard has no emotional depth at all. I interpret him more as an important plot element. He has experienced how his wife was murdered and is contemplating revenge. Unfortunately, since the incident he suffers from the loss of short-term memory and has to take notes all the time. He keeps forgetting what happened. And we? We work our way through the film from back to front. The story is told backwards. That works brilliantly: It all starts with Polaroid photography that fades instead of developing. So we drift in time, like Leonard. It is told backwards or at least somehow backwards with some side jumps and flashbacks. All right? Leonard, however, still thinks chronologically and doesn't know at all that he is in a backward-running film. That's what it means: Leonard's thinking and the film don't correspond to each other. (A film in which someone experiences something terrible and wants to remember better times would be completely different). This film doesn't reflect what Leonard thinks. The fact that director Christopher Nolan tells backwards only serves our entertainment. Pure end in itself. Memento is a bit too clever to be really good. Memento wants to confuse us - and is also a clever experiment. Leonard always has to speak fast, because he will forget everything in the next moment. Sometimes he is also cheated, for example when he has to pay his hotel room twice. And even if he takes revenge, he will forget it - Leonard understands that too. But his wife deserves revenge, he believes. Or is the deeper meaning of Memento hidden in it? What does revenge count that you don't remember?


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