Do, 27/03/2014 - 16:53
Directed by:
Steven Spielberg
Schauspieler:
Liam Neeson
Sir Ben Kingsley
Ralph Fiennes
Video:
Trailer
Oskar Schindler war kein strahlender Held. Keiner, der mutig für seine Überzeugung kämpfte. Er war ein Trinker und Spieler und ein Schürzenjäger. Und er war sehr gierig. Das machte sein Leben zu einem Rätsel. Während des Krieges sah Schindler seine grosse Chance, nach Polen zu ziehen und dort Juden für Hungerlöhne arbeiten zu lassen. Sein Ziel: Er wollte Millionär werden. Am Ende des Krieges aber hatte er sein Leben riskiert und sein gesamtes Vermögen geopfert, um diesen Juden zu helfen. Die Nazis betrog er mit einer Munitionsfabrik, in der keine brauchbare Granate je hergestellt wurde. Wie also wurde aus einem Menschen-Schinder ein Menschen-Freund? Steven Spielberg versucht nicht, diese Frage zu beantworten. Schliesslich wäre jede Antwort auch eine Beleidigung an Schindlers Geheimnis! Denn Schindler konnte den Holocaust in seiner eigenen kleinen Ecke überlisten. Spielberg arbeitet nicht mit den gängigen Kino-Formeln. Sein Epos ist fast 190 Minuten lang und trotzdem noch zu kurz! Wie alle grossen Filme! Schindler (Liam Neeson) ist ein grosser, starker Mann, der sich teuer einkleidet, um Nachtclubs zu besuchen. Er kauft Champagner für die Nazi Obersten, lässt sich mit ihnen ablichten. Er selbst trägt ein Abzeichen der NSDAP. Schindler pflegt gute Kontakte zum Schwarzmarkt. Die Regierung hilft ihm bei der Gründung seiner Fabrik. Er stellt Juden ein, weil deren Löhne billiger sind. Sie sollen ihm dabei helfen, reich zu werden. Schindler ist ein Genie der Korruption. Wie man eine Fabrik betreibt, das weiss Schindler nicht einmal. Dafür hat er seinen jüdischen Buchhalter Itzhak Stern (Ben Kingsley). Der sammelt billige jüdische Arbeiter in den Strassen von Krakau ein. Die Beziehung zwischen Schindler und Stern ist äusserst subtil. Zu Beginn des Krieges will Schindler einfach nur reich werden und zum Schluss "seine" Juden retten. Aber zu keinem Moment sprechen Schindler oder Stern unverblümt das aus, was sie denken. Sicherlich würde das auch den Tod bedeuten. Spielberg stürzt sich auf eine Reihe von Begebenheiten, die er ohne künstlerische Manipulation vorführt. Was wir dabei begreifen: Dass wir Schindler nicht verstehen werden. So erweckt Spielberg den Holocaust zum Leben. Etwa durch den Kommandanten Goeth (Ralph Fiennes), über den man Studien der Dummheit anstellen könnte. Goeth ist ein Heuchler, der sich hinter "Idealen" der Judenauslöschung versteckt, sich dann aber selbst verliebt. Ich denke, der Nationalsozialismus existierte durch Menschen wie ihn. Und Schindler? Der trickst und trickst, entreisst "seine" Juden sogar dem Konzentrationslager. All das filmt Spielberg so unauffällig wie nie zuvor. Wir kennen seine wundervollen Kinobilder - doch hier versteckt er sich. Zugunsten seiner Geschichte. Am Ende erfahren wir, dass 6000 von Schindlers Juden überlebten. Als Vergleich: In ganz Polen wurden nur 4000 Juden nicht getötet. Als ganz Polen wie gelähmt erstarrte, war es dem umtriebigen Schindler immer noch möglich, sich zu bewegen. Vielleicht brauchte es einen so rücksichtslosen Betrüger wie Schindler, um eine solche Tat zu vollbringen? Ohne Plan mit vollem Risiko. Und welcher vernünftige Mann mit einem Plan wäre bereit gewesen, ein derartiges Risiko einzugehen? Spielberg dagegen trickst überhaupt nicht. Als Regisseur bleibt er unsichtbar. Aber leidenschaftlicher als je zuvor! - Oskar Schindler was not a radiant hero. Not one who courageously fought for his convictions. He was a drunkard and a gambler and a womanizer. And he was very greedy. And that made his life a mystery. During the war, Schindler saw his big chance to move to Poland and make Jews work for starvation wages. His goal: He wanted to be a millionaire. But at the end of the war he had risked his life and sacrificed his entire fortune to help these Jews. He cheated the Nazis with an ammunition factory where no useful grenade was ever produced. So how did a man-flayer become a man-friend? Steven Spielberg is not trying to answer that question. After all, any answer would also be an insult to Schindler's secret! For Schindler was able to outwit the Holocaust in his own little corner. Spielberg does not work with the usual cinema formulas. His epic is almost 190 minutes long and still too short! Like all great films! Schindler (Liam Neeson) is a big, strong man who dresses expensively to go to nightclubs. He buys champagne for the Nazi colonels, gets photographed with them. He himself wears a badge of the NSDAP. Schindler has good contacts in the black market. The government helps him set up his factory. He hires Jews because their wages are cheaper. He wants them to help him get rich. Schindler is a genius at corruption. Schindler doesn't even know how to run a factory. For that, he has his Jewish accountant Itzhak Stern (Ben Kingsley). He collects cheap Jewish workers on the streets of Krakow. The relationship between Schindler and Stern is extremely subtle. At the beginning of the war, Schindler simply wants to get rich and at the end save "his" Jews. But at no point do Schindler or Stern bluntly say what they think. Surely that would mean death as well. Spielberg throws himself on a series of events, which he presents without artistic manipulation. What we understand in the process: That we won't understand Schindler. In this way Spielberg brings the Holocaust to life. For example through the commander Goeth (Ralph Fiennes), about whom one could study stupidity. Goeth is a hypocrite who hides behind "ideals" of the extermination of the Jews, but then falls in love himself. I think National Socialism existed through people like him. And Schindler? Who tricks and fakes, even snatches "his" Jews from the concentration camp. Spielberg films all this more unobtrusively than ever before. We know his wonderful cinema pictures - but this is where he hides. In favour of his story. In the end, we learn that 6000 of Schindler's Jews survived. By way of comparison, in all of Poland only 4,000 Jews were not killed. When the whole of Poland froze like paralysed, the busy Schindler was still able to move. Perhaps it took such a ruthless fraud like Schindler to accomplish such an act? Without a plan, with full risk. And what sane man with a plan would have been willing to take such a risk? Spielberg, on the other hand, does not cheat at all. As a director, he remains invisible. But more passionately than ever!
Kommentare
Eure letzten Kommentare
Di, 15/03/2016 - 14:13
Mr. Spielberg's that finely
Mr. Spielberg's that finely crafted and authentic. Most of all I love the lighting techniques!!!
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