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Wild Strawberries - Wilde Erdbeeren - Smultronstället (1957) (Rating 9,3) DVD3491

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Wild Strawberries - Wilde Erdbeeren - Smultronstället (1957)
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Do, 27/03/2014 - 16:53
Directed by: Ingmar Bergman
Schauspieler: Victor Sjöström Bibi Andersson Ingrid Thulin
Video: Trailer

Als Ingmar Bergman vor einigen Jahren starb, kamen zum ersten Mal Kunden in die Videothek, die vermehrt nach seinen Filmen fragten. Zuvor war Bergman einer derjenigen, die wie Blei im Regal lagen. Vermutlich liegt so viel Wahrheit in seinen Filmen, dass es schwer fällt, Sympathie aufzubringen? In Bergmans Werk sahen wir immerhin Gott, wie er als Spinne herab schwebte... Der Film von ihm, an den ich mich immer wieder erinnere ist Smultronstället, der sogar ängstlich einige Lacher wagt und eine optimistische Sicht auf das Leben offenbahrt - wie sie eben in Bergmans Humanismus auch möglich ist. Im Zentrum steht ein 76jähriger Professor namens Isak Borg (gespielt vom grossen alten Mann des schwedischen Kinos, dem Regisseur Victor Sjöström). Gemeinsam mit seiner Schwiegertochter reist er von Stockholm nach Lund, um einen Doktortitel zu empfangen. Während der Autofahrt erinnert sich der alte Mann an seine Vergangenheit: An seine Geliebte, die aber den Bruder heiratete und seine eigene glücklose Ehe. Abseits von seinem äusseren Erfolg, fühlt er im Innern etwas Distanziertes, Lebloses. Smultronstället eröffnet mit einer Traum-Sequenz, die schon zum Kanon des Kinos zählt: Ein Gebäude in Stockholm mit verschlagenen Fenstern, eine Uhr ohne Hände, ein nahender Leichenwagen. Die ausgestreckte Hand eines toten Körpers versucht Borg hineinzuziehen. Es gibt noch weitere expressionistische und von Freud beeinflusste Traumbilder, die den alten Mann zeigen, wie er sich selbst wohl sieht. So oft wurde diese Szenen kopiert, dass es fast etwas aufgesetzt wirken mag, sich damit auseinander zu setzen. Der Film aber vermag so viele Emotionen zu wecken, dass etwas "Wissenschaft" gar nicht schadet. Die Verkörperung des Professors durch Victor Sjöström kann nur als transzendent beschrieben werden. Sjöström war der wichtigste Regisseur Schwedens während der Stummfilm-Ära. Er starb mit 80 Jahren, nicht lange, nachdem der Film abgeschlossen war. Sjöströms Werk darf wohl als grösster Einfluss für Bergman bezeichnet werden (Bergman hat sich nie ernsthaft um eine moderne Bildersprache bemüht, die nicht in der Tradition der schwedischen Vorbilder steht). Bergman selbst beschrieb das Ende seines Films folgendermassen: Sjöströms Gesicht im Glanz. Es strahlt Licht aus, wie aus einer anderen Wirklichkeit. Sanft und einfühlsam seine ganze Erscheinung; sein Blick freudig und liebevoll. Ganz so wie ein Rätsel. Später gab Bergman zu, den Charakter als Rechtfertigung seiner selbst vor den eigenen Eltern entworfen zu haben. Sjöström aber habe ihn zu seinem eigenen gemacht. Dennoch: Vor allem drückt der Charakter Borgs Vergebung zwischen Kindern und Eltern aus als auch die verlorenen Möglichkeiten der Jugend. Eine weitere Facette von Smultronstället ist die Fahrt über das schwedische Land - eine Welt der Natur. In gewisser Weise ist es die Schönheit dieser Natur, die Borg leitet. Wie konnte das Leben so verkümmern, so steril werden? Im Grunde hat keine der Figuren in Bergmans Film eine Ahnung, was mit ihr geschehen ist. Borgs Mutter als Beispiel wurde über die Zeit hart und gemein. Borg selbst beginnt sich erst zu hintergragen, nachdem seine Schwiegertochter Marianne (Ingrid Thulin) offen mit ihm spricht. Smultronstället war mir als Film immer so nahe, weil er die Gedanken der Versöhnung und Wiedergutmachung ohne religiöse Metaphern ausspricht. Bergman Film werden übrigens mittlerweile gern und oft verliehen! - When Ingmar Bergman died a few years ago, customers came to the video store for the first time and increasingly asked about his films. Before that Bergman was one of those who lay on the shelf like lead. There's probably so much truth in his films that it's hard to find sympathy? After all, in Bergman's work we saw God floating down as a spider... The film by him I remember again and again is Smultronstället, who even dares to laugh anxiously and reveals an optimistic view of life - as is possible in Bergman's humanism. At the centre is a 76 year old professor named Isak Borg (played by the great old man of Swedish cinema, the director Victor Sjöström). Together with his daughter-in-law he travels from Stockholm to Lund to receive a doctorate. While driving, the old man remembers his past: his lover who married his brother and his own unhappy marriage. Away from his outward success, he feels something distant and lifeless inside. Smultronstället opens with a dream sequence that already belongs to the canon of cinema: A building in Stockholm with sly windows, a clock without hands, an approaching hearse. Borg tries to draw in the outstretched hand of a dead body. There are other expressionist dream images, influenced by Freud, that show the old man how he sees himself. These scenes have been copied so often that it almost seems artificial to deal with them. However, the film is able to arouse so many emotions that something "science" doesn't hurt at all. The embodiment of the professor by Victor Sjöström can only be described as transcendent. Sjöström was Sweden's most important director during the silent film era. He died at the age of 80, not long after the film was finished. Sjöström's work can probably be described as Bergman's greatest influence (Bergman has never seriously sought a modern visual language that is not in the tradition of Swedish models). Bergman himself described the end of his film as follows: Sjöström's face in splendour. It radiates light, as if from another reality. His whole appearance is gentle and sensitive; his gaze is joyful and loving. Much like a riddle. Later, Bergman admitted to having designed the character as a justification for himself in front of his own parents. But Sjöström had made him his own. Nevertheless: Above all the character expresses Borg's forgiveness between children and parents as well as the lost possibilities of youth. Another facet of Smultronstället is the journey across the Swedish country - a world of nature. In a way, it is the beauty of nature that guides Borg. How could life become so stunted, so sterile? Basically, none of the characters in Bergman's film has any idea what happened to her. Borg's mother as an example became hard and mean over time. Borg himself only begins to backfire after his daughter-in-law Marianne (Ingrid Thulin) speaks openly to him. Smultronstället was always so close to me as a film because he expresses the thoughts of reconciliation and reparation without religious metaphors. By the way, Bergman Film is now often and gladly awarded!

Kommentare

Eure letzten Kommentare
Nada
Nada
Di, 23/02/2016 - 11:19

"Wilde Erdbeeren" ist, ich

"Wilde Erdbeeren" ist, ich schäme mich dessen sogar, mein erster Bergman überhaupt, daher saß ich den ganzen Film lang sehr still und aufmerksam da und verfolgte. Am Ende stellte sich ein leicht unbefriedigtes Gefühl ein, was war das jetzt genau und warum fühle ich als wollte ich mehr sehen und gleichzeitig gäbe es nichts weiter zu erzählen? Leicht verwirrt.
Angefangen bei dem proust-eskem Dejavu-Moment (statt Madleines werden die titelgebenen Wilden Erdbeeren zu sich genommen) und weiter über die Repräsentation fundamentaler unterschiedlicher Rollen und Konflikte des Lebens bishin zu surrealen Reue-Momenten bietet Ingmar Bergman 90 Minuten voller spannender und interressanter Filmmittel, die jedoch während des andächtigen Zuschauens ruhig eingebettet in den sonst unaufgeregten Kontext nicht weiter auffallen. Eher ins Auge springen (zumindest mir) Momente wie Borgs Rezitation eines Gedichts und das wohl fantastisch inszenierteste und traurigste Ende, dass ich seit langem gesehen habe. Vielleicht trifft es depressiv besser. Was ja perse einer meiner Lieblingseindrücke am Ende ist.
Alles in allem weiß ich immernoch nicht so ganz was ich von "Wilde Erdbeeren" halten soll, allerdings sehr genau, dass dieser Film wohl den perfekten Einstieg in die Bergman-Welt darstellt, da ich jetzt richtig Lust bekomme weitere Filme von ihm zu sehen.

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Nadia.T
Nadia.T
Mi, 27/01/2016 - 17:37

Bergman has no fear of

Bergman has no fear of approaching a subject that makes many uneasy, the consequences of being human and the inevitability of one's end. The film contains all of the joy, disgust, love, doubt and unsettlement that one faces when reflecting upon their life. Even the best of us face these things at the end, and I think maybe that's why this film is so relatable. Who better to broach this subject than Bergman?

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ulrique
ulrique
Di, 13/10/2015 - 15:06

Ein Film, der das

Ein Film, der das Zusammenleben und zwischenmenschliche Beziehungen, sowie die damit verbundenen Probleme thematisiert. Der Protagonist, ein Proffessor, der im Alter zusehends vereinsamt ist, ist zu der Überzeugung gekommen, dass das Zusammenleben eigentlich nur Probleme verursacht. Er macht sich auf eine Reise, weil er eine Auszeichnung verliehen bekommen soll. Diese Reise ist gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit und eine Reise ins Ich. Durch Träume und Errinnerungen, ebenso, wie durch reale Geschehnisse, wird sein Weltbild durcheinander gebracht und er beginnt zu grübeln. Er lernt ein altes Ehepaar kennen, das sich dauernd streitet, ebenso ein paar junge Leute, die zwar ebenfalls ihre Zwistigkeiten haben, dann aber wieder ein Herz und eine Seele sind. Ihnen gegenüber taut der griesgrämige alte Mann langsam auf und sie schließen ihn ins Herz. Das Zusammenleben ist mit Problemen verbunden, aber doch eine sehr schöne Sache. Der Proffesseor merkt, dass er einiges im Leben verkehrt gemacht hat. Seine Prüfungen als Artzt hat er mit Bravour bestanden, nicht aber die Prüfungen des Lebens. Dies macht ihm auch ein Traum klar.

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