Wie würde ich einen Film drehen über die Liebesgeschichte eines jungen Mannes und einer lebensgrossen Sex-Puppe, die er im Internet bestellt hat? Lars and the real Girl macht sich nie lustig über den Charakter, den Ryan Gosling spielt. Alle Figuren um ihn herum begegnen ihm menschlich und respektvoll. Das macht diese Komödie so schön! Lars Lindstrom (Ryan Gosling) kann die Berührung durch andere Menschen nicht aushalten. Ansonsten funktioniert er im Leben und hat einen Job. Nach dem Tod beider Eltern lebt nun sein Bruder Gus mit seiner schwangeren Frau Karin im Haus, während Lars im Schuppen dahinter wohnt. Einladungen zum Abendessen beider schlägt er mit immer neuen Ideen aus. Eines Tages erfährt Lars im Büro, dass man im Internet lebensgrosse Sexpuppen kaufen kann. Kurz darauf wird genauso eine Puppe bei ihm geliefert und er stellt sie dem Bruder Gus als neue Freundin vor. Wir erfahren von Lars, dass Bianca (so der Name der Puppe) halb Brasilianerin ist. Genauso begründet Lars, weshalb Bianca nicht spricht oder isst. Wohlbemerkt, Lars benutzt Bianca nicht, um Sex zu haben. Sie ist die ideale Gefährtin für ihn, weil sie ihn nicht berührt. Bianca ist für Lars der Schlüssel zum öffentlichen Leben, was so weit geht, dass er sie mit zur Kirche nimmt. Guy ist skeptisch, ob der neuen "Begleitung" seines Bruders, Karin akzeptiert Bianca, weil sie den Fortschritt sieht, den Lars mit der Puppe durchlebt. Das Geheimnis von Craig Gillespies Komödie ist die Tatsache, dass das gesamte Umfeld von Lars, Bianca eben als Lars Freundin annimmt. Zumindest Lars gegenüber, den sie mit demselben Respekt begegnen. Lars wurde lang genug als bedauernswerter Fall hingenommen, dadurch bemüht man sich nun, seinen Durchbruch zu unterstützen. Der Film wirkt nie höhnisch oder gar schmutzig. Einzig Gus verhält sich manchmal so, wie es eben auch geschehen könnte in der echten Welt. Er ist der einzige, der sich darum sorgt, was die Anderen wohl denken könnten. Alle anderen Figuren agieren taktvoll und diskret. Jeder behandelt Bianca so gut wie Lars es tut. So wie das sein sollte. - How would I make a film about the love story of a young man and a life-size sex doll that he ordered on the Internet? Lars and the real Girl never makes fun of the character Ryan Gosling plays. All the characters around him are human and respectful. That's what makes this comedy so beautiful! Lars Lindstrom (Ryan Gosling) can't stand the touch of other people. Otherwise he works in life and has a job. After the death of both parents his brother Gus now lives with his pregnant wife Karin in the house, while Lars lives in the shed behind. He always rejects invitations for dinner with new ideas. One day Lars learns in the office that you can buy life-size sex dolls on the Internet. Shortly afterwards a doll is delivered to him and he introduces it to his brother Gus as a new girlfriend. Lars tells us that Bianca (the doll's name) is half Brazilian. In the same way Lars explains why Bianca doesn't speak or eat. Note that Lars doesn't use Bianca to have sex. She is the ideal companion for him because she does not touch him. For Lars, Bianca is the key to public life, which goes so far that he takes her to church. Guy is sceptical about his brother's new "companion", Karin accepts Bianca because she sees the progress Lars is making with the doll. The secret of Craig Gillespie's comedy is the fact that the entire environment of Lars accepts Bianca as Lars' girlfriend. At least towards Lars, whom they treat with the same respect. Lars has been accepted as an unfortunate case long enough, so now they try to support his breakthrough. The movie never seems scornful or even dirty. Only Gus sometimes behaves as he could in the real world. He is the only one who cares what the others might think. All the other figures act tactfully and discreetly. Everyone treats Bianca as well as Lars does. As it should be.
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Wunderbare bittersüße
Wunderbare bittersüße Tragikomödie die die perfekte Balance gefunden hat zwischen Traurigkeit und mitschwingender Hoffnung, dass alles wieder in Ordnung kommen wird. Und die das Kunststück geschafft hat, nie Gefahr zu gelaufen zu sein, in Richtung Fremdschämen oder Albernheiten abzudriften, was bei dieser doch recht merkwürdigen Geschichte spielend leicht möglich gewesen wäre. So dezent verstörend und bizarr er beginnt, so einfühlsam, mitleiderregend und vor allem schön entwickelt sich dieser klasse Film. Hauptdarsteller ist Ryan Gosling, der hier eine wirklich großartige Leistung abliefert und den ich anfangs gar nicht erkannt habe, weder optisch noch charakterlich. Sonst immer blond und cool drauf, hier mit Schnauzbart, schüchtern, scheu, unsicher und unfähig zu sozialen Kontakten. Also komplett anders als die Rollen, die er sonst eigentlich immer spielt.
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