Ich denke, es wird darauf hinauslaufen, dass du Charlie Kaufmans Synecdoche New York zweimal sehen musst. Mir ging das so (und ich werde ihn auch noch ein drittes Mal sehen). Dabei ist es gar nicht so, dass ich Passagen wiederholen müsste, um sie zu verstehen. Schlicht und ergreifend muss ich den Film jetzt noch einmal sehen, um zu verinnerlichen, wie phantastisch er ist! In Synecdoche New York geht es um das Leben an sich. Kaufman benutzt den Charakter eines neurotischen Theater Direktors und doch: Ich sehe mich selbst! Ich denke, es wird jedem so ergehen! Wir sehen in Synecdoche das Leben, wie es fehl schlägt. Dabei wird uns aber auch bewusst, wie es eigentlich funktioniert: Fast als ob ich aus mir selbst heraus trete und meine eigenen Sehnsüchte erlebe. Es wird das vorgeführt, was so schwer fällt, in Worte zu fassen. Deshalb bleibt es unbewusst. Caden Cotard (Philip Seymour Hoffman) ist ein Direktor mit all seinen Eitelkeiten und seinem Selbstmitleid, mit seiner Grösse, seiner Arroganz, seinen Ängsten. Er könnte jeder sein. Eben dass, was wir unter "Ich" verstehen und glauben, im Leben erreicht haben zu müssen. Um uns herum die Menschen, die wir zum eigenen Vorteil platzieren. Da wir sie nicht zwingen können, unseren Wünschen zu folgen, bilden wir einfach Projektionen von ihnen. Visionen unserer selbst. Charlie Kaufman ist ein grosser Schriftsteller, der daraus ein Vexierspiel aus Realität, Fantasie, Halluzinationen und Träumen werden lässt. Kaufman, ein sensibler Beobachter des Menschen, ein erfolgreicher Spion. Aus diesem Grund ist Synecdoche New York kein Film über das Theater - auch wenn das so wirken mag. Ein Theater Direktor eignet sich einfach am besten für die Rolle, die wir alle spielen. Das prächtige Bühnenbild von Synecdoche mit den vielen Räumen, die aufeinander aufbauen, symbolisiert das Leben. Die Schauspieler, das sind die Anderen - in den Rollen, die wir eben für sie aussuchen. Sicher, sie gehorchen nicht immer und versuchen, mehr Selbständigkeit zu erlangen. Alles ist ein Schauspiel, doch das wiederum ist real! Eine "richtige" Filmkritik mag anders aufgaubt sein, doch es muss nicht betont werden, wie toll die Schauspieler Philip Seymour Hoffman, Michelle Williams oder Dianne Wiest sind. Vielleicht war es merkwürdig für sie, in Synecdoche zu spielen? Vielleicht hatten sie dieselben Gedanken wie ich? -
I think it's gonna come down to seeing Charlie Kaufman's synecdoche New York twice. I did (and I will see him a third time, too). It's not like I have to repeat passages to understand them. I simply have to see the film again to internalize how fantastic it is! Synecdoche New York is about life itself. Kaufman uses the character of a neurotic theatre director and yet: "I see myself! I think it will happen to everyone! In Synecdoche we see life as it fails. But we also become aware of how it actually works: Almost as if I step out of myself and experience my own desires. What is so difficult to put into words is demonstrated. Therefore it remains unconscious. Caden Cotard (Philip Seymour Hoffman) is a director with all his vanities and his self-pity, his size, his arrogance, his fears. He could be anyone. That which we understand by "I" and believe we must have achieved in life. Around us the people we place for our own advantage. Since we cannot force them to follow our desires, we simply make projections of them. Visions of ourselves. Charlie Kaufman is a great writer who turns it into a puzzle of reality, fantasy, hallucinations and dreams. Kaufman, a sensitive observer of man, a successful spy. For this reason Synecdoche New York is not a film about theatre - even if it may seem so. A theatre director is simply the best person for the role we all play. Synecdoche's magnificent stage design, with the many rooms that build on each other, symbolizes life. The actors are the others - in the roles we choose for them. Sure, they don't always obey and try to gain more independence. Everything is a play, but that is real! A "real" film review may be different, but it doesn't have to be stressed how great the actors Philip Seymour Hoffman, Michelle Williams or Dianne Wiest are. Maybe it was strange for them to play in Synecdoche? Maybe they had the same thoughts as me?
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Hat mich stark beeindruckt,
Hat mich stark beeindruckt, Kaufmans erster eigener. Steht seinen Filmen wie Being John Malkovich oder Eternal Sunshine in nichts nach.
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