Pride schüttelt es einfach so aus dem Ärmel, das Verlangen des Publikums, aufzustehen und zu applaudieren! Hier kommt eine wahre Geschichte, die schlechterdings auch als Drama funktioniert hätte, aber die Macher entschiedenen sich für eine leichtere Variante - die unsere Herzen öffnet! Es ist genau diese Art von Publikums-Filmen, wie sie die Briten (Verzeihung, in diesem Fall die Waliser) am besten machen! Voller Mut, freundliche Töne mit der dunklen Realität zu verbinden! Während der Streiks der Bergarbeiter in Wales 1984, naht unverhoffte Unterstützung: Die Londoner Schwulenbewegung, angeführt von Mark Ashton (Ben Schnetzer), will ein Zeichen setzen der Solidarität. Geld wird gesammelt vor dem Buchladen “Gay is the Word”. Einige Passanten spenden, andere spucken auf sie. Mark ermuntert die Freunde, trotzdem durchzuhalten, denn die einzigen Menschen in Grossbritannien, die von der Tagespresse noch schlechter behandelt werden als die Homosexuellen, das sind die Minenarbeiter. “If anybody knows what this treatment feels like,” so Mark, “it’s us.” Sämtliche Geldmittel für die Minen wurden staatlich beschlagnahmt, Spenden zu sammeln für die Streikenden war damit ein Ding der Unmöglichkeit (man muss sich das vorstellen, wie viel Hass Thatchers Politik bis heute provoziert hat!). Durch diese Umstände und ein Missverständnis (Die Bergarbeiter übersetzten das "L" der LGSM fälschlicherweise für "London") trafen sich beide Gruppen, die Schwulen mit den Minenarbeitern, im Süden von Wales. Mark wird begleitet von Joe (George MacKay), der noch bei seinen Eltern lebt, sowie dem Paar Jonathan (Dominic West) und Gethin (Andrew Scott). Joe ist für uns der nahestehendste Charakter; ein schüchterner Junge, den Mark während der Schwulen-Parade 1984 kennen lernte. Die Bergarbeiter-Stadt wird vor allem repräsentiert durch Hefina (Imelda Staunton) und Cliff (Bill Nighy), die beide dem Plot noch entscheidende Wendungen geben werden... Matthew Warchus hat das Ganze fast wie ein Musical inszeniert, so als ob es im Theater vor vollem Haus aufgeführt werden soll. Gern benutzt er Klischees, doch das stellt nicht zwangsläufig eine Sünde dar, sofern man sie nur richtig einsetzt. Vieles ist voraussehbar (einer der Waliser wird sich später selbst noch outen, andere blockieren dumpf) - aber es ist schliesslich tatsächlich so geschehen! Innerhalb dieser Bausteine aber, findet Pride einen eigenen Weg, uns zu überraschen und bewegen. Manches geschieht auf viel leiserem Weg, als wir es uns vorgestellt hätten und niemals wird das Zeitgeschehen ausgeblendet: Die Aids Paranoia der 80er, die Gefahr, "out & proud" zu sein als Schwuler. Wir spüren die Angst, die Gesellschaft könnte die Homosexuellen abweisen, genauso wie die Tatsache, dass sie aus der Familie verstossen werden, einfach aufgrund ihrer Identität! Genau das geschieht mit Joe. Mark überreicht ihm einen Buttom: “I am (discreetly) gay,” - fortan wird Joe gegenüber seiner Familie behaupten, er nehme Teil an einem Kochkurs. Der Titel "Pride" kann so einiges für die Charaktere im Film bedeuten. Einige sind stolz auf das, was sie errungen haben, andere einfach auf das, was sie sind. Jeder Schauspieler darf sein eigenes Motiv über dieses Thema spielen. Jeder steuert etwas bei zum Film, der grossen Spass macht und für mich einige sehr emotionale Szenen bietet wie den Aufmarsch der Londoner Gay Pride Parade 1985 (das grosse Finale). Und die Botschaft? Jemanden zu treffen, der anders ist, wirkt viel ehrlicher, informativer und bereichernder als es eine TV Sendung je leisten könnte. Nur so kann es gelingen, zwischen uns selbst und der Welt zu trennen: Wir sind nicht so unterschiedlich, wie wir denken und wir benötigen alle irgendwann einmal Hilfe. Wirkt das wie eine stereotypische Botschaft? Ich würde sie dennoch so lange wiederholen, bis sie auch der Letzte begriffen hat! - Pride just shakes it out of her sleeve, the desire of the audience to stand up and applaud! Here comes a true story that would have worked as a drama, but the makers decided on a lighter version - that opens our hearts! It's exactly the kind of audience movies the British (sorry, in this case the Welsh) do best! Full of courage to combine friendly tones with dark reality! During the strikes of the miners in Wales in 1984, unexpected support approaches: The London gay movement, led by Mark Ashton (Ben Schnetzer), wants to set an example of solidarity. Money is collected in front of the bookstore "Gay is the Word". Some passers-by donate, others spit on them. Mark encourages his friends to hold out anyway, because the only people in Britain who are treated even worse by the daily press than homosexuals are the miners. "If anybody knows what this treatment feels like," so Mark, "it's us." All funds for the mines were confiscated by the state, so it was impossible to raise money for the strikers (you have to imagine how much hate has been provoked by Thatcher's policy to this day!). Due to these circumstances and a misunderstanding (the miners mistakenly translated the LGSM's "L" for "London"), both groups, the gays and the miners, met in southern Wales. Mark is accompanied by Joe (George MacKay), who still lives with his parents, and the couple Jonathan (Dominic West) and Gethin (Andrew Scott). Joe is our closest character; a shy boy Mark met during the 1984 gay parade. The mining town is mainly represented by Hefina (Imelda Staunton) and Cliff (Bill Nighy), both of whom will give the plot some decisive twists... Matthew Warchus staged the whole thing almost like a musical, as if it were to be performed in front of a full house in the theatre. He likes to use clichés, but that is not necessarily a sin, if you use them correctly. Much can be foreseen (one of the Welsh will come out later, others block) - but in the end it actually happened that way! Within these building blocks, however, Pride finds his own way to surprise and move us. Some things happen in a much quieter way than we would have imagined and current events are never ignored: The AIDS paranoia of the 80s, the danger of being "out & proud" as a faggot. We feel the fear that society could reject homosexuals, as well as the fact that they are expelled from the family, simply because of their identity! That's what happens to Joe. Mark hands him a buttom: "I am (discreetly) gay," - from now on Joe will claim to his family that he takes part in a cooking course. The title "Pride" can mean a lot for the characters in the film. Some are proud of what they have achieved, others simply of who they are. Each actor may play his own motive about this topic. Everyone contributes something to the film, which is great fun and for me offers some very emotional scenes like the parade of the London Gay Pride Parade 1985 (the grand finale). And the message? Meeting someone who is different is much more honest, informative and enriching than a TV show could ever do. Only in this way can we succeed in separating ourselves from the world: We are not as different as we think and we all need help at some point. Does this seem like a stereotypical message? I would repeat it until the last person has understood it!
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Das gelingt nur den Briten,
Das gelingt nur den Briten, dieser Spagat aus sozialem Film und Publikumskomödie! Hat man so schon einmal gesehen, würde man aber gern noch öfter bekommen...
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Eine typisch britische
Eine typisch britische Komödie, die sich wie so viele Filme aus England um die Herrschaft von Thatcher dreht. Weder die Homosexuellen, noch die Arbeiter hatten unter ihr viel zu lachen und genau diese so unterschiedlichen Gruppen tun sich hier zusammen. Kann ich uneingeschränkt empfehlen!
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