John Maloof kaufte vor einigen Jahre einige Negative und stiess per Zufall auf eine grossartige, bis dahin unveröffentlichte Künstlerin: Vivian Maier. Nun hat er einen Film über sie gemacht. Als sie 2009 starb, hinterliess sie eine ungeordnete Sammlung von Negativen und Abzügen. Ein Raum voller Erinnerungen, denn Vivian Maier war ein Messie (so Maloof). Zwei Jahre vor ihrem Tod stiess er auf diesen Schatz. 2007 ersteigerte er einen Karton mit Negativen aus den 50er und 60er Jahren. Er hoffte, Aufnahmen von Chicago aus der Zeit zu bekommen. Was er aber erhielt, waren Menschen in Alltagssituationen. Afro-amerikanische Familien, Kinder, Obdachlose, Arbeiter - festgehalten mit liebevollem Blick. Maloof sammelte einige der Negative und stellte sie ins Internet. Die Resonanz - überwältigend! Flugs stellte er weitere Arbeiten von Maier online. Als er Vivian Maier zum ersten Mal googelte ergab das 0 Treffer, heute sind es Millionen! Dank seines Blogs wurde Maier weltberühmt! Hätte man sie bereits während der 60er entdeckt - zweifellos wäre sie eine der berühmtesten Künstlerinnen der Strassenfotografie geworden. So starb sie einsam und verwahrlost, von den Nachbarn als Exzentrikerin wahrgenommen. Ihre Fotos sahen zu Lebzeiten nur eine Handvoll Menschen. Sie ging nie ohne Kamera vor die Tür, doch die Fotografie war viel mehr als nur ein Hobby: Die Fotografie war ihr Leben. Vivan Maier war kein Sonderling. Sie litt auch nicht an Depressionen oder mentalen Störungen wie andere Aussenseiter der Kunst. Es existieren Mitschnitte, wie sie Passanten auf der Strasse interviewt und die zeigen eine kinderliebe und lebhafte Frau. Wieso führte sie aber ein Doppelleben als Kindermädchen und Künstlerin? Sah sie sich überhaupt als Künstlerin? Finding Vivian Maier ist keine Biographie, dafür eine Reflexion über diese Künstlerin wider Willen. Menschen, die sie kannten, beschreiben aber auch noch eine andere dunkle Seite, denn Vivian Maier war wohl aggressiv. Der Film setzt so ein Puzzle zusammen, in dem bis zum Ende wichtige Teile fehlen. Es bleibt ihre Begabung, in Alltagssituationen Wahrhaftigkeit zu entdecken. - John Maloof bought some negatives a few years ago and came across a great, previously unpublished artist by chance: Vivian Maier. Now he has made a film about her. When she died in 2009, she left behind a disorderly collection of negatives and prints. A room full of memories, because Vivian Maier was a messie (according to Maloof). Two years before she died, he came across this treasure. In 2007 he bought a box of negatives from the 50s and 60s. He was hoping to get footage of Chicago from that time. But what he received were people in everyday situations. African-American families, children, homeless people, workers - captured with loving eyes. Maloof collected some of the negatives and posted them on the Internet. The response - overwhelming! He quickly put more of Maier's work online. When he googled Vivian Maier for the first time, the score was 0, today it's millions! Thanks to his blog Maier became world-famous! Had she been discovered during the 1960s, she would undoubtedly have become one of the most famous artists in street photography. So she died lonely and neglected, perceived by her neighbours as an eccentric. Only a handful of people saw her photos during her lifetime. She never went outside without a camera, but photography was much more than just a hobby: photography was her life. Vivan Maier wasn't a nerd. She also did not suffer from depression or mental disorders like other outsiders of art. There are recordings of passersby interviewing her on the street and they show a child-loving and lively woman. But why did she lead a double life as a nanny and artist? Did she even see herself as an artist? Finding Vivian Maier is not a biography, but a reflection on this artist against her will. But people who knew her also describe another dark side, because Vivian Maier was probably aggressive. The film puts together a puzzle in which important pieces are missing until the end. It remains her talent to discover truthfulness in everyday situations.
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Gibts ja auch als Screening,
Gibts ja auch als Screening, so eure Film Lists, die ja jetzt auch Veranstaltungs Lists sind.
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ich suche unbedingt noch mehr
ich suche unbedingt noch mehr filme mit fotografen. könnt ihr helfen?
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