Wie funktioniert ein deutscher Genre Film? Indem er es den amerikanischen Vorbildern gleich tut oder sich auf die deutsche Wirklichkeit konzentriert? Die Antwort scheint simpel, obwohl immer wieder neue Erzeugnisse des deutschen Genre Kinos sie nicht verstehen wollen. Wie sonst erklärt sich der Versuch, abendfüllende Tatorts ins Kino zu bringen, die wie ein Hollywood C-Movie daherkommen? Zum Glück ist Stephan Ricks Martin Suter Verfilmung anders. Verankert in der deutschen Wirklichkeit und manchmal überhöht mit mythischen Motiven. Was könnte für dieses Land typischer sein als der Wald als Abbild der Seele? Wir treten ein in die Welt von Urs Blank (Moritz Bleibtreu) und das ist die Welt der Frankfurter Wirtschaft. Urs Blank ist Wirtschaftsanwalt. Seine Wohnung ist steril und seine Ehe repräsentativ. Durch sein geschäftliches Geschick aber erschiesst sich sein Geschäftspartner und Urs Welt zerbricht. Er lernt eine junge Frau Frau (Nora von Waldstätten) kennen, mit der er einen Psilocybin-Trip schmeisst. Er wird sich von diesem Trip nicht mehr erholen und lebt weiter als gespaltene Persönlichkeit. Urs zieht sich in eine Pension im Wald zurück. Schliesslich wählt er einen Wolf zu seinem Totemtier und folgt ihm. Umso tiefer es Urs in den Wald zieht, desto sympathischer wird er wider Erwarten. Ist der unkontrollierte Instinkt zwangsläufig gewalttätig? Schattenzoen und Lichtungen des Waldes werden genauso stilvoll vorgeführt wie die Anspielungen auf das gleichnamige Album von Pink Floyd. Nicht jedem Handlungsschritt konnte ich folgen, dafür freute ich mich über den Auftritt von Jürgen Prochnow als diabolischen Chef. Rund ist dieser Genre Film noch nicht, immerhin aber ballert kein Komissar ausser Dienst mit quäkender Stimme wild um sich. - How does a German genre film work? By doing the same as American models or by concentrating on German reality? The answer seems simple, although again and again new products of the German genre cinema do not want to understand them. How else can one explain the attempt to bring full-length crime scenes to the cinema that look like a Hollywood C movie? Fortunately, Stephan Ricks Martin Suter's filming is different. Anchored in German reality and sometimes exaggerated with mythical motifs. What could be more typical for this country than the forest as an image of the soul? We enter the world of Urs Blank (Moritz Bleibtreu) and this is the world of the Frankfurt economy. Urs Blank is a business lawyer. His apartment is sterile and his marriage representative. But due to his business skills, his business partner shoots himself and Urs Welt breaks up. He meets a young woman (Nora von Waldstätten) with whom he takes a psilocybin trip. He will not recover from this trip and lives on as a split personality. Urs retires to a pension in the forest. Finally he chooses a wolf as his totem animal and follows him. The deeper Urs is drawn into the forest, the more likeable he becomes, contrary to expectations. Is uncontrolled instinct inevitably violent? Shadow zoos and clearings of the forest are presented just as stylishly as the allusions to Pink Floyd's album of the same name. I could not follow every step of the action, but I was happy about Jürgen Prochnow's appearance as diabolical boss. This genre of film is not yet round, but at least no commissioner shoots out of commission with a squawking voice.
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Ein (zumindest zu einem
Ein (zumindest zu einem Drittel) deutscher Film mit deutschen Schauspielurgesteinen wie Bleibtreu und Prochnow - das sorgt bei manch einem bestimmt für Argwohn. Ich weiß nicht, was aus der Bewertung geworden wäre, wenn es kein deutscher Film wäre, zumal es im deutschen Sprachraum auch abseits der dreitausendsiebenhundertneunundzwanzig Drittreichshistorienfilme im Jahr ja durchaus die Neigung gibt, deutsche Filme tendenziell als Filme zweiter Klasse abzutun - obwohl ich so gut es geht versuche, mich dem zu entziehen. Gibt es eigentlich Untugenden, die gehäuft in deutschen Filmen auftreten, oder bilden sich das nur die überkritischen Zeitgenossen im Publikum ein? Wenn es sie gibt, dann wird dieser Film, so spannend er über weite Strecken auch gemacht ist, sie wohl nicht alle umschifft haben.
"Die dunkle Seite des Mondes" ist eine Verfilmung eines Romans von Martin Suter, den ich vor Jahren schon sehr gern gelesen habe. Es geht um einen Wirtschaftsanwalt, den ein Selbstmord eines übers Ohr gehauenen Geschäftspartners derart aus der Bahn wirft, dass er sich eine jüngere Geliebte anlacht, die ihn zu einem Pilztrip überredet - was die Sache auch nicht besser macht.
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die verfilmung des romans von
die verfilmung des romans von martin suter. wer ihn gelesen hat, der weiß, daß es hier um die geschichte eines rauschs geht. ein anwalt (natürlich) gerät ab vom weg der tugend, schlägt sich unter dem einfluß von pilzen in den wald und nächtigt unter dem dunklen mond. die besetzung mit jügen prochnow gibt dem film seine berechtigung.
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