Hand aufs Herz; wer versteht eigentlich den Komiker Helge Schneider? Ich nicht. Ich besuchte einmal ein Konzert, in dem der Komiker zwar den Eintrittspreis des Helge Schneiders, den wir aus dem Kino kennen, nahm, aber nur piefige Jazz Musik zum besten gab. Schneider verbat es sich, ihn als Witzfigur zu fordern, wo er doch ein Musiker sei. Seitdem verbinde ich mit Schneider auch eine gewisse Bissigkeit. Ein interessantes Unterfangen also, über ihn einen Dokumentarfilm herzustellen. Wie sieht sich Schneider nun selbst? »Ich rebelliere gegen den Irrsinn der Normalität«. Dasselbe Problem: Schneider in Interviews bleibt weit zurück hinter seiner eigenen Fantasie-Figur. Wir kennen das alles bereits. Fast wirkt der Ruhrpott Komiker etwas fade. Andrea Roggon hat seine Karriere noch einmal nachgestellt. Im grünen Anzug mit roten Haaren in der Fussgängerzone Mühlheim/Ruhr, in Johnny Flash von Werner Nekes, dann in seinen eigenen Filmen, die er von der Bühnenshow ableitete. Der grösste deutsche Dadaist der Jetzt-Zeit. Schneider ist es wichtig, zu betonen, dass er fast alle Instrumente bühnenreif beherrscht. Zum Glück offenbahrt Schneider nichts Persönliches, denn das würde seine Figur Helge Schneider zerstören. Die Doku versucht es also auf eigene Faust. Wir erleben Schneider beim Paddeln und beim Gassi: Er spricht, erklärt wird nichts. Zum Glück! Genauso gut hätte man aber einfach ein paar Film- und Bühnenszenen zusammenschneiden können. So sind wir auf Almosen des Musikers angewiesen, der das Spiel offensichtlich durchschaut hat: »Hier haste 'ne tolle Stelle für Deinen blöden Film!« - Let's face it; who actually understands the comedian Helge Schneider? I don't. I once attended a concert in which the comedian took the entrance fee of Helge Schneider, whom we know from the cinema, but only gave the best jazz music. Schneider forbade himself to call him a joke when he was a musician. Since then, I have also associated Schneider with a certain bitterness. An interesting undertaking, therefore, to produce a documentary film about him. How does Schneider see himself now? "I'm rebelling against the insanity of normality." The same problem: Schneider in interviews remains far behind his own fantasy figure. We already know all this. The Ruhrpott comedian almost seems a bit bland. Andrea Roggon has re-enacted his career. In a green suit with red hair in the pedestrian zone Mühlheim/Ruhr, in Johnny Flash by Werner Nekes, then in his own films, which he derived from the stage show. The greatest German Dadaist of our time. Schneider, it is important to emphasize that he masters almost all instruments ready for the stage. Fortunately, Schneider reveals nothing personal, because that would destroy his character Helge Schneider. So the documentary tries to do it on its own. We experience Schneider paddling and walking: He speaks, nothing is explained. Fortunately! But just as well one could have just as easily edited a few film and stage scenes together. So we are dependent on alms from the musician, who obviously saw through the game: "Here's a great place for your stupid movie!"
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