Filme über politische Bewegungen haben meist zwei Probleme: Entweder filtern sie das Geschehen durch die individuelle Perspektive einer einzelnen Person oder sie verrennen sich im Versuch, ein emotional komplexes Panorama herzustellen. Suffragette hat von beiden Problemen etwas. Sarah Gavrons Historien Drama behandelt den Kampf der britischen Frauen um 1912 für mehr Gleichberechtigung und das Recht zu wählen. Maud (Mulligan) arbeitet als Wäscherin. Von ihrer Kollegin Violet (Anne-Marie Duff) wird sie zu geheimen Treffen eingeladen, organisiert von Edith und Hugh Ellyn (Helena Bonham Carter und Finbar Lynch). Maud schliesst sich ihnen an, sie wird verhaftet, wieder auf freien Fuss gesetzt und erlebt, wie sich die Bewegung radikalisiert. Interessant ist die Perspektive eines Polizisten (Brendan Gleeson), der nicht viel hält vom Frauen-Wahlrecht, aber die Tatsache erkennt, dass die armen Frauen als "Futter" für den Arbeitsmarkt missbraucht werden. Die meisten Aufnahmen entstanden mit Handkamera, was den Stil von Suffragette dokumentarisch erscheinen lässt - gleichermassen aber Mauds subjektive Sicht durch übermässig viele Close Ups von ihr betont. Tausende schlossen sich der Bewegung an und manchmal wünscht man sich, Maud würde mal zur Seite treten und den Blick auf das Ganze freimachen. Mery Streep spielt die Galionsfigur Emmeline Pankhurst. Wir sehen sie immer nur in kurzen Sequenzen und letztlich bleibt von Streep nur ihr gigantischer Hut in Erinnerung. Bonham Carter dagegen mogelt sich in Suffragette, dass sie zeitweise die Aufmerksamkeit von Mulligans Maud wegstielt. Sie entscheidet schlicht, die Gesetze zu brechen, die ohne ihre Stimme erlassen wurden. Immer wieder kehrt der Film jedoch zurück zu Maud. Am Ende des Films haben wir dann doch nur sie wirklich kennen gelernt. - Films about political movements usually have two problems: Either they filter the events through the individual perspective of a single person or they get lost in the attempt to create an emotionally complex panorama. Suffragette has both problems. Sarah Gavron's historical drama deals with the struggle of British women around 1912 for more equality and the right to vote. Maud (Mulligan) works as a laundrywoman. Her colleague Violet (Anne-Marie Duff) invites her to secret meetings organized by Edith and Hugh Ellyn (Helena Bonham Carter and Finbar Lynch). Maud joins them, she is arrested, set free again and experiences how the movement radicalizes itself. Interesting is the perspective of a policeman (Brendan Gleeson), who doesn't think much of women's suffrage, but recognizes the fact that poor women are abused as "food" for the labour market. Most of the shots were taken with a hand camera, which makes the style of Suffragette appear documentary - but Mud's subjective view is equally emphasized by an excessive number of close-ups of her. Thousands joined the movement and sometimes people wish Maud would step aside and open their eyes to the whole thing. Mery Streep plays the figurehead Emmeline Pankhurst. We only see them in short sequences and in the end Streep only remembers her gigantic hat. Bonham Carter, on the other hand, cheats herself in Suffragette that she occasionally steals the attention of Mulligan's Maud. It simply decides to break the laws that were passed without its vote. Again and again, however, the film returns to Maud. At the end of the film, we only really got to know her.
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Suffragette" handelt von dem
Suffragette" handelt von dem Kampf der Frauenbewegung um Gleichberechtigung beim Wahlrecht, der auf einer wahren Geschichte basiert, die sich 1912 ereignete. Die Hauptrollen mit Meryl Streep, Carey Mulligan und Helena Bonham Carter sind gut besetzt und überzeugend gespielt. Auch was die Handlung angeht, sehr interessantes Thema und absolut spannend und bewegend, die Ausstattung und die Kostüme sind schön anzusehen. Allerdings zieht sich die Laufzeit von fast zwei Stunden teilweise in die Länge, einige Dialoge hätte man weglassen können. Interessant aber dann auch der Abspann, bei dem noch Bilder der echten Ereignisse gezeigt werden sowie die chronische Reihenfolge zur Durchsetzung der Gleichberechtigung in verschiedenen Ländern. Wer hier Action erwartet, wird enttäuscht sein, für Interessierte von Filmen mit wahrem Hintergrund aber empfehlenswert!
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