Wie dressiert man einen Hund? Man bricht den Hund, um so seinen Willen zu brechen. Was aber ist eigentlich der Wille? Der Charakter. Das, was dich zu dem macht, was du bist. Dein Ich. Dieses Ich zu brechen ist Tyrannei. Möglicherweise gehört ein gebrochenes Ich aber zum "Vertrag", den wir mit dem Hund eingehen. Das schliesst keinerlei Wohlbefinden ein, zumindest nicht für den Hund. Todd Solondz, so wie wir ihn kennen, kümmert das Wohlbefinden seines Publikums überhaupt nicht. Genauso rücksichtslos hat er seinen Film gemacht. Wiener-Dog ist kompromisslos darin, sämtliche Konventionen der Filmindustrie über Bord zu werfen. Dabei behält er übrigens seinen eigentümlichen Humor bei, der so viele Solondz Filme auszeichnet! Hier kommt also die Odyssee eines Dachshundes, der von Besitzer zu Besitzer weitergereicht wird. Eine von Solondz schärfsten Visionen zum Thema Sinnlosigkeit. Für den Dachshund exisitiert keinerlei Orientierung. Eben kannte er noch die "Person", die ihn "besitzt", dann folgt eine ganz andere. Wir übernehmen dabei die Perspektive des Hundes. Kameramann Edward Lachman entwickelt eine meisterhafte Qualität darin, "Hund" zu spielen! Die erste Station: Ein ultramodernes Haus, das keinerlei persönliche Gegenstände enthält. Nicht einmal im Kinderzimmer. Ein Junge namens Remi bekommt den Dachsund von seinen Eltern (Tracy Letts und Julie Delpy) und verliebt sich in ihn. Er gibt ihm den Namen Wiener-Dog (übrigens der Spitzname von Dawn Wiener, die wir noch aus einem früheren Solondz Film kennen). Die Eltern aber bringen Remi bei, dass sich die Natur nicht um ihre Lebewesen kümmert. Schliesslich werden Hund und Kind in einem erschütternden Moment auseinander gerissen. Sie haben das Schönste erlebt, was Mensch und Tier gemeinsam teilen können. Der nächste Besitzer heisst tatsächlich Dawn Wiener (die heute von Greta Gerwig gespielt wird). Mit Greta Gerwig mutiert Wiener-Dog kurz zum Road Movie, nachdem sie feststellt: "I miss nothing here." Ein schöner Vorgeschmack auf Solondz Humor: Wir erleben den Dachsund im Monument Valley, dazu gibts den Song "The Ballad of the Wiener-Dog", der auch aus einem Italo Western stammen könnte. Die letzte Besitzerin: Ellen Burstyn, versteckt hinter ihrer Sonnenbrille. Sie wird besucht von ihrer ängstlich-nervösen Enkelin Zoe (Zosia Mamet), die mit verzweifeltem Optimismus sagt: "I'm still young!". - "Don't kid yourself.", erwider die Grossmutter und das fasst Solondz Sicht aufs Leben vortrefflich zusammen. - How do you train a dog? You break the dog to break its will. But what is actually the will? The character. What makes you who you are. Your self. Breaking that ego is tyranny. But it is possible that a broken self is part of the "contract" we make with the dog. This does not include any sense of well-being, at least not for the dog. Todd Solondz, as we know him, doesn't care about the well-being of his audience at all. He made his film just as ruthlessly. Wiener-Dog is uncompromising in throwing all conventions of the film industry overboard. By the way, he retains the peculiar humor that characterizes so many Solondz films! Here comes the odyssey of a Dachshund, which is passed on from owner to owner. One of Solondz' sharpest visions on the subject of pointlessness. There is no orientation for the basset. A moment ago he still knew the "person" who "possesses" him, then a completely different one follows. We take the perspective of the dog. Cameraman Edward Lachman develops a masterly quality in playing "dog"! The first station: An ultra-modern house that does not contain any personal belongings. Not even in the nursery. A boy named Remi gets the badger sound from his parents (Tracy Letts and Julie Delpy) and falls in love with him. He gives it the name Wiener-Dog (the nickname of Dawn Wiener, which we still know from an earlier Solondz film). But Remi's parents teach her that nature doesn't care about her living beings. Finally, dog and child are torn apart in a shocking moment. They have experienced the most beautiful thing that humans and animals can share together. The next owner is actually Dawn Wiener (who is played by Greta Gerwig today). With Greta Gerwig Wiener-Dog mutates briefly into a road movie, after she states: "I miss nothing here." A nice foretaste of Solondz's humor: We experience the Dachsund in Monument Valley, plus the song "The Ballad of the Wiener-Dog", which could also come from an Italo Western. Last owner: Ellen Burstyn, hiding behind her sunglasses. She is visited by her anxious and nervous granddaughter Zoe (Zosia Mamet), who says with desperate optimism: "I'm still young!". - "Don't kid yourself.", replies the grandmother, summarizing Solondz's view of life excellently.
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Ich liebe seinen Humor, der
Ich liebe seinen Humor, der doch so traurig ist!
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Viel Solondz in eigener Sache
Viel Solondz in eigener Sache, sprich in eigener Mission seinen ersten Sundance Erfolg zu zitieren. Will sagen, Humor in seiner Welt, nur sollte sich eben niemand was falsches vormachen.
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