S. Craig Zahlers Debüt ist ein Genre-Zwitter, der als überraschend kräftiger Western von klassischer Machart beginnt und irgendwann den Sprung zum Horror wagt. Wir sehen eine Gruppe von Reisenden auf einer Mission (so wie wir es aus den grossen Vorbildern der 40er und 50er kennen) - und ich wundere mich, weshalb Bone Tomahawk trotz der Besetzung mit Kurt Russell nie den Sprung ins Kino schaffte? Wie in so vielen Western hängt in Bone Tomahawk alles von einer schwerwiegenden Entscheidung ab: Die erste dieser Art muss im Saloon getroffen werden, nachdem Sheriff Franklin Hunt (Russell) einen Wanderer namens Buddy (David Arquette) anschiesst. Buddy wirkt verdächtig. Soll man ihn einfach verscharren oder Hilfe holen? Es wird entschieden, die Ärztin Samantha O’Dwyer (Lili Simmons) zu rufen. In der Nacht aber wird Samantha von Wilden entführt. Es handelt sich um kannibalistische Indianer, die ihre Opfer verspeisen. Eine Gruppe von Männern, darunter ihr Gatte Arthur (Patrick Wilson), folgen der Spur. Lob gebührt der Zusammenstellung der Schauspieler: Vor allem Richard Jenkins brilliert in der Rolle eines freundlichen älteren Mannes. Der Western mag zu lang und ausschweifend sein, aber viele Dialoge sind witzig und geistreich (ohne es bewusst darauf anzulegen!). So viele allzu selbstbewusste Western mussten wir ertragen (als ob sie inszeniert worden wären von Studenten). Das, was Zahler uns bietet, gefällt mir trotz seiner Schwächen viel besser! Seinen Film hat er in nur 21 Tagen gedreht und manchmal erschlägt er mich fast vor Intensität. Vor allem die Szene, in der ein Mann skalpiert und anschliessend in zwei Hälften geschnitten wird, wirkte auf mich wie ein Schock! Mancher mag sich darüber beschweren, dass die "Wilden" hier blutrünstige Bösewichter sind, Zahlers Film aber taucht tief ein in das Herz der Finsternis. - S. Craig Payer's debut is a genre twitter, which begins as a surprisingly powerful western of classical design and at some point dares the leap to horror. We see a group of travellers on a mission (as we know it from the great role models of the 40s and 50s) - and I wonder why Bone Tomahawk never made the jump to the cinema despite being cast with Kurt Russell? Like so many Westerners, in Bone Tomahawk everything depends on a serious decision: The first of these must be taken in the saloon after Sheriff Franklin Hunt (Russell) shoots a hiker named Buddy (David Arquette). Buddy looks suspicious. Should we just bury him or get help? It is decided to call the doctor Samantha O'Dwyer (Lili Simmons). At night Samantha is kidnapped by savages. They are cannibalistic Indians who eat their victims. A group of men, including her husband Arthur (Patrick Wilson), follow the trail. The compilation of the actors deserves praise: Richard Jenkins in particular excels in the role of a friendly older man. The Western may be too long and extravagant, but many dialogues are funny and witty (without consciously aiming for it!). So many self-confident Western we had to endure (as if they had been staged by students). What payers offer us, I like much better, despite its weaknesses! He shot his film in only 21 days and sometimes he almost kills me with intensity. Especially the scene in which a man is scalped and then cut into two halves seemed to me like a shock! Some may complain that the "savages" here are bloodthirsty villains, but Payer's film plunges deeply into the heart of darkness.
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Spannend, ein Western, der nicht ins Kino kam, sondern direct to DVD
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