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The Mother and the Whore - Die Mama und die Hure - La maman et la putain (1973) (Rating 9,1) DVD7550
So, 15/09/2024 - 19:39
Die Ein Mann Nouvelle Vague betitelte eine Retro im Berliner Arsenal die frühe Karriere von Gerard Depardieu. Nach vier Filmen von Maguerite Duras schaffte er den Durchbruch in Bertrand Bliers Les valseuses. Ein rebellisches Road Movie, dass alles ad absurdum führt, was man unter sexueller Revolution versteht und in seiner Drastik das französische Kino der 70er einleitet. - The One Man Nouvelle Vague was the title of a retro at Berlin's Arsenal, which looked at Gerard Depardieu's early career. After four films by Maguerite Duras, he made his breakthrough in Bertrand Blier's Les valseuses. A rebellious road movie that takes everything that is understood by sexual revolution ad absurdum and, in its drastic nature, ushers in the French cinema of the 70s.

Filme in der Liste

The Mother and the Whore - Die Mama und die Hure - La maman et la putain (1973) (Rating 9,1) DVD7550

The Mother and the Whore - Die Mama und die Hure - La maman et la putain DVD7550

Eustaches bei weitem bekanntester Film kam 1973 in die Kinos und eine ganze Generation umarmte diesen permanent lamentierenden Faulpelz, der am liebsten endlose Konversationen in Pariser Cafes führt. Jean-Pierre Leaud mimt Eustaches Idol Alexandre. Er lebt mit einer Frau und erzählt einer anderen, dass er sie liebt. Dann ist da noch die, welche ihn zurückwies und diverse andere Frauen. Marie, gespielt von Bernadette Lafont, lebt mit Alexandre und unterstützt ihn auch, da er meist "zwischen zwei Jobs" steht. Veronika (Francoise Lebrun) ist Alexandres Blind Date in einem Cafe, der er seine nicht wirklich hochfliegenden Gedanken präsentiert (während seine Blicke anderen Frauen in nächster Umgebung folgen). Alexandre ist nicht dumm, aber auch nicht intellektuell. Bei seiner Selbstfindung gelingen ihm keine nennenswerten Fortschritte. Am liebsten plappert er über Filme und übers Leben (wobei er dabei oft durcheinander kommt). Er trägt einen dunlen Mantel und einen Schal, der ihm bis zu den Knien reicht. Sein Freund trägt dasselbe. Die Tage verbringt Alexandre damit, dass er in Cafes Proust vor sich hin hält, aber nicht darin liest. link trailer
Get Your Handkerchiefs Ready - Frau zu verschenken - Preparez vos mouchoirs (1978) (Rating 8,4) (OmeU) DVD8642

Get Your Handkerchiefs Ready - Frau zu verschenken - Preparez vos mouchoirs (OmeU) DVD8642

Bertrand Blier interessiert sich für die Schwächen seines eigenen Geschlechts, was nicht automatisch bedeutet, dass er besonders aufgeklärt wäre über die Belange der Frauen (denen seine lächerlichen Helden hinterher laufen). Sein Blick ist zynisch, aber manchmal auch sehr witzig. link trailer
Maitresse (1976) (Rating 8,6) (OmeU) DVD2668

Maitresse (OmeU) DVD2668

In Maitresse sind die Welt des Alltags und die der geheimen Wünschen nur durch eine geheime Falltür voneinander getrennt. Im oberen Stockwerk befindet sich die Wohnung von Ariane (Bulle Ogier), unten ihr BDSM Studio. Olivier (Gérard Depardieu) ist an sich ganz unbedeutend, ein Kleinkrimineller, der durch Zufall auf das geheime Studio stösst. Sie erwischt ihn während eines Einbruchs und fortan hilft er ihr bei der Arbeit als Domina. Enfant Terrible Barbet Schroeder bietet uns ein gegensätzliches Liebespaar an. Nicht nur der Altersunterschied, die sexuelle Erfahrung und das Einkommen trennen beide. Bis dahin lebte Olivier in der Welt oben und Ariane unten. Eine Liebesgeschichte zwischen den Stockwerken, zwischen Maledom und Femdom beginnt, die wir dem Film nur aus einem einzigen Grund abnehmen: Gerard Depardieu. Seine Figur besitzt nichts, dass er dieser Frau bieten könnte, ausser Neugier und Abenteuergeist. Beides spielt Depardieu nicht nur, er strahlt es mit jeder Faser seines Leibes aus! link trailer
The Main Thing Is to Love - Nachtblende - L'important, c'est d'aimer (1975) (Rating 9,0) DVD119

The Main Thing Is to Love - Nachtblende - L'important, c'est d'aimer DVD119

Die Filme von Andrzej Zulawski beginnen gewöhnlich auf einem Niveau emotionaler Kraft, das normale Filme niemals erreichen werden. So wie The Main Thing Is to Love. Romy Schneider spielt Nadine, die als Schauspielerin in Filmen mitwirkt, die sie anrüchig findet. Sie kämpft darum, Emotionen in reisserischen Szenen zu finden, während Servais (Fabio Testi), ein gutaussehender Fotograf, Fotos von ihr für die Boulevardpresse macht. Besessen von Nadine, dringt er in ihr Haus ein (wo sie gemeinsam mit ihrem schwulen Ehemann, verkörpert vom Sänger Jacques Dutronc) lebt. Servais leiht sich Geld von einem Erotik-Produzenten, um eine exzentrische Theater-Produktion zu finanzieren. Dort soll Nadine auftreten, gemeinsam mit Karl Heinz Zimmer (Klaus Kinski, in voller Kinski Lautstärke). Zulawski filmte in den dreckigsten Ecken von Paris, bevölkert mit grotesken Gestalten. Sein erster französischer Film (und gleichzeitig sein dritter insgesamt) gehört zu Zulawskis zurückhaltendsten Arbeiten, was seinen Stil gut beschreibt. Für alle diejenigen, die noch in sein Werk eingeführt werden müssen: The Main Thing Is to Love wirkt genauso erschütternd wie verwirrend und bietet einen der besten Auftritte von Romy Schneider. link trailer
Going Places - Die Ausgebufften - Les valseuses (1974) (Rating 9,0) (OmeU) DVD5456

Going Places - Die Ausgebufften - Les valseuses (OmeU) DVD5456

Les Valseuses ist ein Film von rauhem Charme und ziemlich vielen Lachern. Berührt haben mich vor allem die Szenen mit Jeanne Moreau, die eine Frau verkörpert, welche gar nichts mehr vom Leben erwartet. Vor allem aber ist es ein äusserst kontroverses Werk, das eindeutig dem Zeitalter der Dekadenz zuzurechnen ist. In Frankreich sind das die 70er Jahre. Man sollte sich auch nichts vormachen, denn mit Sicherheit hat Bertrand Blier hier einen der frauenverachtendsten Filme aller Zeiten erschaffen! Der Frauenhass ist jederzeit spürbar und ziemlich abstossend. Hält der Film hier genügend Abstand zu seinen beiden "Helden" - verkörpert von Gerard Depardieu und Patrick Dewaere? Ich denke, die Frage ist falsch gestellt. Wir übernehmen radikal deren Perspektive und Les Valseuses schert sich weder um Moral, noch um sonstige Konventionen. Dafür gibts eine Reihe wirklich lauter Lacher! link trailer
The Valley - La Vallee (1972) (Rating 7,4) (OmeU) DVD7234

The Valley - La Vallee (OmeU) DVD7234

Barbet Schroeders Abgesang auf die Generation der Hippies mit der Musik von Pink Floyd. link trailer
The Last Woman - Die letzte Frau - La dernière femme (1976) (Rating 8,0) DVD -

The Last Woman - Die letzte Frau - La dernière femme DVD -

The Last Woman wurde von Provokateur Marco Ferreri als feministischer Film konzipiert. Denke ich. Es geht um Männlichkeit, die als "Fehler" betrachtet wird. Deshalb greift der Depardieu Charakter zum Elektromesser und entledigt sich einfach seiner Männlichkeit. Doch natürlich muss Ferreris Film als Werk seiner Zeit betrachtet werden. Fast einhellig bezeichnete man seine Ideen damals als Schande. Wohl situierte Herren, die sich zu Tode fressen und in ihren Exkrementen verrecken. Solche Ideen versuchte Ferreri mit Gesellschaftskritik zu unterfüttern (z.B. die moderne Konsum-Gesellschaft oder eben das moderne Familien-Bild). Heute kannst du The Last Woman als Grindhouse goutieren. Als eine Art von Film wie sie wohl nie wieder produziert werden wird. link trailer + FREE ON YOUTUBE
The Big Feast - Das grosse Fressen - La grande bouffe (1973) (Rating 8,5) DVD271

The Big Feast - Das grosse Fressen - La grande bouffe DVD271

La Grande Bouffe ist der Horrorfilm jeglicher Gastronomie. Ein ekelhaftes Werk! Als die Bar 25 noch existierte, versuchte sie, ein ähnliches Buffet nachzustellen. Mit nackten Mädchen zwischen den Auslagen (z.B. neben einem Fischkopf und einer ausgestopften Gans). Eine Dekadenz, die dem Original schon recht nahe kommt. La Grande Bouffe handelt von vier Freunden, die sich an einem Wochenende treffen, um zu fressen und zu klagen. Langsam entwickelt sich das zu einer Selbstmord-Idee. Sie wollen sich zu Tode fressen. Nicht metaphorisch, sondern in echt. All das wird filmisch dokumentiert. Eine Chronik der Völlerei und des Selbsthasses. Womöglich auch noch eine Zivilisationskritik? Doch wer weiss das schon! Du hast die Wahl das Werk wie folgt zu bewerten: 1.) ein widerwärtiger, barbarischer Film. 2.) Eine Satire auf die berühmte französische "Bourgeoisie". link trailer
Don't Touch the White Woman! - Berühre nicht die weisse Frau - Touche pas à la femme blanche! (1974) (Rating 8,5) DVD6766

Don't Touch the White Woman! - Berühre nicht die weisse Frau - Touche pas à la femme blanche! DVD6766

Die Filme von Marco Ferreri zeichnen sich durch einen seltenen Balance Akt aus; sie stolpern hin und her auf dem schmalen Grad zwischen intellektuell und dämlich. Manche erkennen darin philosophisches Potential, andere sind stink wütend. Don't Touch The White Woman jedenfalls feiert den nackten Wahnsinn und ist ganz bestimmt der originellste Un-Western überhaupt! Er folgt der Handlung von Custer's Last Stand. Jedenfalls in etwa. Doch wer genauer hinsieht, der bemerkt so einige Ungereimtheiten. Alle Figuren sprechen französisch. Und am Set hängt ein Typ mit einem Pullover der Universität Denver herum. Er isst Kartoffel Chips. Während die Haupt-Charaktere historische Kleidung tragen, sind sie umringt von Typen in Jeans. Klingt schön billig, oder? Dabei bietet Ferreri jeden grossen Star seiner Zeit auf - neben Catherine Deneuve Marcello Mastroianni, Michel Piccoli, Philippe Noiret und und und... Am tollsten: Ugo Tognazzi als Native American, der selbstverständlich Mitch heisst und ein richtig übler Bursche ist. link trailer
Barocco (1976) (Rating 8,1) (OmeU) DVD2681

Barocco (OmeU) DVD2681

Angeblich wurde Andre Techine von einem Gemälde Rubens inspiriert, dem Austausch der Prinzessinnen: Eine Figur wird zur Kopie einer anderen. So spaltet dieser Film mit Isabelle Adjani und zwei Gerard Depardieus euch in zwei Lager: Diejenigen, die das für ein existentielles Werk halten und diejenigen, die meinen, das sei ein furchtbares Durcheinander. link trailer

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