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Pickpocket (1959) (Rating 9,0) DVD2572

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Pickpocket
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Do, 27/03/2014 - 16:53
Directed by: Robert Bresson
Schauspieler: Martin Lasalle Pierre Leymarie Marika Green Jean Pélégri Pierre Étaix
Video: Trailer
Es hat Humor, dass manche Kunden unserer Videothek Robert Bressons Pickpocket ausleihen in der Hoffnung, einen "hippen" Film wie Godards "Breathless" zu bekommen. Das Gegenteil ist der Fall. Bressons Held Michel gehört in eine gänzlich andere Welt. Sein Blick ist erregt und von Angst besessen. Er wohnt in einem winzigen schmucklosen Raum voller Literatur. Er lebt davon, Brieftaschen zu klauen. Dabei muss er möglichst unbeteiligt und zwanglos wirken. Wir aber kennen ihn besser. Wir sehen die Trance in seinen Augen. Wie die Ekstase eines zwanghaften Mannes. Oder doch nicht? Robert Bresson gehört zu den nachdenklichsten Regisseuren. Ein Philosoph des Kinos! Seine Filme sind von jeglichen Emotionen befreit. Was wir in den Augen des Taschendiebs sehen, ist das, was wir selbst hinein interpretieren. Bressons Films lässt eine Leerstelle. Martin Lassalle spielt Michel. Er hat ein Jedermann Gesicht, sieht nicht besonders gut aus, aber auch nicht hässlich. Alltäglich eben. Wahrscheinlich könnte Michel einer ganz normalen Arbeit nach gehen. Aber das tut er nicht. Stattdessen lebt er in einer winzigen Kammer voller Bücher. Ein wahrer Narzisst. Der Moment, da er fremde Brieftaschen entwendet, muss für ihn wie eine Befreiung wirken. Doch sein Gesicht spiegelt niemals Freude wider. Irgendwie steht er aber auch über allen Anderen. Mit einer Lizenz, Verbrechen zu begehen. Anders als wir. Und doch hat es den Anschein, als wollte Michel erwischt werden... Wer mehr Filme von Bresson kennt, weiss, dass sie sich um das Thema Erlösung drehen. Man kann Bressons Filme unmöglich verstehen, ohne sie theologisch zu erklären. Weshalb handelt Michel ausserhalb des Gesetzes? Weil er über Anderen steht? Oder weil er Bestrafung sucht? Am Ende sitzt er wirklich hinter Gittern und trifft dort die gute Frau. Sie heisst natürlich Jeanne: “Oh, Jeanne, what a strange way I had to take to meet you!” Michel nimmt die Gitter nicht wahr. In einem klugen Artikel las ich, dass er durch Liebe die Gefängnisgitter überwindet. Liebe. Transzendenz. Leidenschaft. ohne, dass wir es Bressons Figuren ansehen. Er filmt sie direkt. Sie sehen direkt in die Kamera, zeigen keine Regung. Wie eine offene Frage. - It is humorous that some customers of our video store rent Robert Bresson's Pickpocket in the hope of getting a "hip" movie like Godard's "Breathless". The opposite is the case. Bresson's hero Michel belongs in a completely different world. His gaze is aroused and obsessed with fear. He lives in a tiny, unadorned room full of literature. He lives off stealing wallets. He must be as uninvolved and casual as possible. But we know him better. We see the trance in his eyes. Like the ecstasy of a compulsive man. Or is it not? Robert Bresson is one of the most thoughtful directors. A philosopher of cinema! His films are free of all emotions. What we see in the eyes of the pickpocket is what we ourselves interpret into it. Bresson's film leaves a void. Martin Lassalle plays Michel. He has an everyone's face, he doesn't look very good, but he doesn't look ugly either. Everyday. Michel could probably do a normal job. But he doesn't. Instead, he lives in a tiny chamber full of books. A true narcissist. The moment he steals foreign wallets must seem like a liberation to him. But his face never reflects joy. But somehow he stands above everyone else. With a license to commit crimes. Different from us. And yet it seems as if Michel wants to be caught... Anyone who knows more of Bresson's films knows that they revolve around the theme of salvation. It is impossible to understand Bresson's films without explaining them theologically. Why does Michel act outside the law? Because he stands above others? Or because he seeks punishment? In the end he really sits behind bars and meets the good woman there. Her name, of course, is Jeanne: "Oh, Jeanne, what a strange way I had to take to meet you! Michel doesn't notice the bars. In a clever article I read that he overcomes the prison bars through love. Love. Transcendence. Passion. without us looking at Bresson's figures. He films them directly. They look directly into the camera, show no movement. Like an open question.

Kommentare

Eure letzten Kommentare
deihei
deihei
Mi, 03/02/2016 - 14:39

In "Pickpocket" begleitet man

In "Pickpocket" begleitet man den Taschendieb Michel ab seinen ersten Versuchen als Taschendieb. Des Weiteren bekommt man die Geschichte von ihm aus dem Off erzählt. Das habe ich als sehr entspannend wahrgenommen und noch dazu schafft es ein Vertrautheit zur Hauptperson. Sehr intensiv sind die Diebstähle inszeniert, auch weil die Stimme aus dem Off die Gefühle beschreibt die während dessen durch den Kopf gehen. Man bekommt mit was es für eine Überwindung kostet, jemanden in der Bahn in die Taschen zu greifen und in was für einer Gefahr man in diesem kurzen Augenblick ist. Das in dem gesamten Film nur sehr selten Musik eingespielt wird tut der Stimmung sehr gut.
Michel entwickelt sich weiter und die Gefahr erwischt zu werden wächst. Und ich war von alldem bis zum Ende sehr fasziniert.

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