Mi, 17/09/2025 - 12:15
Robert Redford war Schauspieler und Regisseur und Mentor und Aktivist. Er war gleichzeitig nahbar und auch überlebensgross. Er war schöner als die allermeisten Hollywood Stars und doch fühlten wir uns nie fern von ihm. Er gründete das Sundance Filmfestival und veränderte damit für immer die Landschaft des Indie Films. Ganz sicher wäre FILM ohne Robert Redford nicht dasselbe wie mit ihm, denn die Anzahl derer, die heute dank Sundance im Geschäft sind, geht in die Tausende. Seine Macht setzte er ein für gute Zwecke. Seit 1967, seit Barefoot in the Park und vor allem seit Butch Cassidy and the Sundance Kid, dem Film, der bei jedem Publikum gut ankommt. Guck dir die Liste durch und du hast einen Überblick über das amerikanische Filmschaffen überhaupt! - Robert Redford was an actor, director, mentor, and activist. He was both approachable and larger than life. He was more handsome than most Hollywood stars, yet we never felt distant from him. He founded the Sundance Film Festival, forever changing the landscape of indie film. FILM would certainly not be the same without Robert Redford, because thousands of people are in the business today thanks to Sundance. He used his power for good causes. Since 1967, since Barefoot in the Park and especially since Butch Cassidy and the Sundance Kid, the film that appeals to every audience. Take a look at the list and you'll get an overview of American filmmaking as a whole!
Filme in der Liste
Butch Cassidy und Sundance Kid - Butch Cassidy and the Sundance Kid (1969) DVD7019
Butch Cassidy And The Sundance Kid mag einer der grossen New Hollywood Klassiker sein und hat das Team Newman & Redford zusammengebracht. Als ich ihn aber jetzt noch einmal sah, kam er mir schwerfällig und ziemlich enttäuschend vor. Vor allem vermisse ich, dass sich George Roy Hills Film überhaupt zu dem bekennt, was er ist: Einem Western! William Goldmans Drehbuch aber versucht permanent, die "niedlichen" Aspekte der Geschichte zu betonen. Dabei beginnt alles so vielversprechend: Butch (Paul Newman) und Sundance (Robert Redford) führen eine Bande von Zugräubern an. Harriman, der Tycoon der Eisenbahngesellschaft, versucht, sie zu stellen, doch die beiden flüchten nach Bolivien, wo sie Banken überfallen. Sundance tritt einem Spieler gegenüber, Butch schlägt eine Rebellion in der Gang nieder, wir erleben einen hervorragend inszenierten Eisenbahnraub und schliesslich kommt noch Sundance Freundin (Katherine Ross) ins Spiel...
Jeremiah Johnson (1972) DVD6848
Wir müssen uns einmal vorstellen, was für eine magische Anziehungskraft der Westen auf ein ganzes Volk ausübte. Der Westen hypnotisierte die Menschen zu einem langen Marsch, der erst am Pazifik aufhörte - und daraus entspringt das amerikanischste aller Genres: Der Western. Nimm Indianer, Ranches, maskierte Bösewichte und Cowboyhüte - die Ausstattungsmerkmale des Westerns. Doch erklären sie wirklich jene unaussprechlichen, kaum greifbaren Qualitäten vom Mythos des Westens? Jeremiah Johnson aber ist so nahe dran an diesem majestätischen und grausamen Ort wie kaum ein Film! Wir befinden uns irgendwann im 19. Jahrhundert jenseits der Grenzen der amerikanischen Zivilisation. Im unerforschten Gebiet. Johnson (Robert Redford) ist ein unzufriedener Soldat, der die Gräuel des mexikanischem Krieges miterlebte. Mit einem Kahn reist er bis zu einer Siedlung an der Grenze zur Wildnis und macht sich auf den Weg. Dorthin, wo die Sonne am Horizont untergeht.
So wie wir waren - The Way We Were (1973) DVD6645
Barbra Streisand ist einfach phantastisch in der Rolle des Mädchens von nebenan, fröhlich und witzig, die sich verliebt - ohne sich dagegen wehren zu können. Streisand spielt Katie Morosky. Wir begegnen ihr in den späten 30ern als Sekretärin der jugendlichen kommunistischen Liga in New York an der Universität. Robert Redford gibt Hubbell Gardiner, der Katie fasziniert - nicht nur wegen seines glänzenden Äusseren und weil er beste Athlet auf dem Campus ist - vor allem wegen einer Kurzgeschichte, die er für die Short Story Class verfasst: "Like his country, things had come too easily to him"; mehr hören wir davon nicht, doch wir können uns vorstellen, wie sehr Katie damit übereinstimmt. Obwohl talentiert und charmant, ist Hubbell an sich schwach. Er wird in seine Liebesbeziehungen getrieben, er stolpert hinein und entgleitet wieder, wenn das Mädchen zu unabhängig ist für ihn. Katie ist zu unabhängig in ihrem Denken. Sie kann Hubbells Freunde aus der (konservativen) Studentenverbindung mit ihren Witzen über Roosevelt nicht leiden und ist gelangweilt von ihren Cocktail-Parties. Hubbell dagegen hält nicht viel davon, dass Katie alles politisiert. Beide haben nichts gemeinsam. Doch natürlich verlieben sie sich und heiraten auch. Katie umsorgt Hubbell und liest aufmerksam seinen ersten Roman. Schliesslich verkauft Hubbell ein Skript nach Hollywood. Das Paar kommt in der Traumfabrik an während der McCarthy-Ära. Während Katie die Hollywood 10 (Autoren der schwarzen Liste) verteidigt, schert sich Hubbell nicht darum. Während sie für ihre Prinzipien steht, ist Amerika für Hubbell zweifellos kein freies Land - doch das ist nichts, wofür es sich zu kämpfen lohnt.
Der Clou - The Sting (1973) DVD3629
Das Wort "stylish" wird gern überstrapaziert, doch in diesem Falle triffts: The Sting ist einer der "stylischsten" Filme seiner Zeit. Baujahr 1973 muss man dazufügen: Weit über seine Zeit hinaus! Unter der Regie von George Roy Hill finden hier (erneut) Paul Newman und Robert Redford zusammen - eines der besten Buddy Teams der Geschichte! Beide verkörpern Betrüger, die sich ein besonders reiches Opfer (Robert Shaw) vorgenommen haben. Ihre Methode ist dabei derart komplex, dass sie den Rahmen einer Kurzbeschreibung sprengen würde. Erfreulich, dass Hill dabei stets die Zügel fest in der Hand hält und ein Skript, auf das er sich verlassen kann. Umwege gibts keine! The Sting spielt in Chicago um 1930 - und eines der Qualitätsmerkmale des Films sind die vielen Aussendrehs. Wer die Vergangeheit spürbar machen will, suche einen Bahnhof auf. George Roy Hill hält sich an diese Faustregel und bekommt seine eindrucksvollste Sequenz in der Union Station. Chicago, eine wollüstige, quirlige Stadt, in der die Typen mit Muskeln immer wieder verlieren gegen die mit Köpfchen. Shaw gibt einen hochklassigen Zocker zwischen Chicago und New York. Die Idee Redfords: Shaw muss meinen, er würde immer gewinnen. Er muss sich sicher darin fühlen. Newman und Redford beginnen also mit ihrer Arbeit, um ihn herum eine Verschwörung anzuzetteln; Shaw zu manipulieren. Er darf nicht einmal wissen, dass die Beiden sich kennen und das macht einen grossen Teil des Charmes aus!
Der grosse Gatsby - The Great Gatsby (1974) DVD905
Mit der Prosa von F. Scott Fitzgeralds hat diese oberflächlich schöne Verfilmung nicht allzu viel gemein. Das aber dürfte in den meisten Fällen dem Wesen von Literatur-Verfilmungen entsprechen, denn die Verfilmung bleibt dem Original zwar mit aller Macht treu im Sinne der äusseren Handlung - nicht aber der Stimmung, dem Geist des Originals. Viele meinen, Fitzgerald, der aus dem mittleren Westen kam, IST Gatsby: Ein Mann, der seine einfachen Wurzeln einfach durch eine neue Persönlichkeit ersetzt. Und doch bleibt etwas immer unerreichbar für ihn; die verlorene Liebe seiner Jugend. Tatsächlich - wenn du die zeitgenössische Film-Kritik liest - gab es sogar Bedenken, ob der nun leider verstorbene Robert Redford überhaupt Gatsby verkörpern könnte. Ob Redford nicht zu männlich, zu gutaussehend, zu selbstbewusst wirkte?
Die drei Tage des Condor - The Three Days of the Condor (1975) DVD691
"Three Days of the Condor" wirkt besonders, wenn man sich vorstellt, dass er in der angespannten Zeit nach Watergate ins Kino kam. Das Schreckliche, was in diesem Thriller geschieht, war und ist echt! Verschwörungen mit Mord durch die Bundesbehörden. Das war zuvor kein Thema in einem grossen Hollywood Film. Watergate aber machte es möglich! Und heute? Wir haben uns daran gewöhnt, dass Regierungen ihre Bürger ausspionieren. Filme darüber dienen uns zur Unterhaltung. Robert Redford als Turner spielt dabei nichts mehr als eine menschliche Zielscheibe. Mit seinem Tweed-Mantel plus Turnschuhen sieht er aus wie ein Student. Was er aber genau tut, wird nicht wirklich deutlich. Er sucht nach Codes und geheimen Botschaften. Ein Forscher, der an der Erarbeitung eines Sachbuchs beteiligt war, das in nur drei Sprachen übersetzt erschien. Spanisch, niederländisch und arabisch. Die Sprachen der grossen Ölexport-Gebiete. Alle beteiligten Mitarbeiter werden erschossen. Von der Regierung?
Die Unbestechlichen - All the President's Men (1976) DVD3471
Ein ungewöhnlicher Ansatz: Alan J. Pakuls All The President's Men folgt den Ansätzen investigativen Journalismus mehr als dem Handwerk des Geschichtenerzählers im Kino. Für uns bedeutet das: Wir werden mit Daten, Namen, falschen Hinweisen (…) überflutet. Schliesslich führten tausende von Details zu Watergate und dem Fall von Richard Nixon. Kommt uns das 2019 bekannt vor? Derzeit werden genauso viele Details aufgedeckt. Mit dem Unterschied, dass Fakten in Amerika 2019 einen anderen Stellenwert haben. All The President's Men handelt vielmehr von Details als von Ergebnissen. Wissend, dass der Teufel im Detail steckt. Ist das spannend, Journalisten bei der Arbeit zuzusehen? Sie durchleben Selbstzweifel und Mut und Paranoia während ihrer Arbeit für die Washington Post. Und schliesslich die Befreiung! Natürlich erleben wir im Film nur die Höhepunkte, nicht das unendliche Warten. Nicht die Langeweile. Der Film aber erschien als jeder wusste, wie Watergate ausgehen würde. Das sorgt dafür, dass wir auch vermeintlich unwichtigen Hinweisen offen gegenüber reagieren. Dadurch verfolgen wir nervös, wie Woodward und Bernstein am Schreibtisch telefonieren. Durch seine gute Machart entwickelt der Film eine ungeheure Dynamik. Wo doch eigentlich zwei Männer am Schreibtisch telefonieren!
Der elektrische Reiter - The Electric Horseman (1979) DVD7766
Als The Electric Horseman 1979 ins Kino kam, durfte man ihn schon als angenehm altmodisch bezeichnen. Eine merkwürdige Liebesgeschichte, die aus der klassischen Hollywood Phase stammen könnte, nur dass man eben Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen sah. Ich denke, das ist Absicht! Es gibt Bösewichte aus einem grossen Unternehmen und tiefe Küsse vor dem Sonnenuntergang. Die Grund-Situation Junge (mit Pferd) trifft Mädchen wird mit zeitgenössischen Themen verkleidet, doch wir fühlen uns sofort heimisch. Nie hegen wir einen Zweifel an einem Happy Ending. Redford ist der Electric Horseman, ein Cowboy im Niedergang. Der ehemalige fünfmalige Rodeo Meister hat sich aus dem Wettkampf zurück gezogen und macht nun Werbung für einen Müsli Konzern. Ein Cowboy in Lack und Leder, behangen mit elektrischen Lichterketten und gesunden Vitaminen. Doch einzig sein Kostüm leuchtet; der Electric Horseman selbst fällt besoffen vom Pferd. Der Höhepunkt ereignet sich in Las Vegas, da er auf einem Multi-Millionen Dollar Rennpferd in die Arena reiten soll. Er entdeckt, dass sein Pferd unter Stereoiden steht, deshalb reitet er von der Bühne direkt hinaus in die Wüste...
Jenseits von Afrika - Out Of Africa (1985) DVD93
Die Baronin, hoch zu Pferd. Vor ihr der Löwe. Das Pferd geht durch. Greift der Löwe an? Plötzlich ertönt hinter dem Tier eine ruhige Stimme. Der Löwe greift nicht an, wendet sich ab. Die ruhige Stimme gehört Deny. Deny und die Baronin unternehmen eine Safari. In diesem zentralen Moment von Sydney Pollacks Out Of Africa wird deutlich, wer das Kommando übernimmt: Wieder einmal ein Mann. Oder doch nicht? Denn plötzlich erscheint noch ein Löwe und bringt Deny zu Fall. Ein Schuss fällt. Diesmal hat die Baronin Deny gerettet. Vor Angst aber hat sie sich auf die Lippe gebissen und blutet. Er berührt ihr Blut. Leidenschaft flammt auf. Kannst du sie spüren? Dann bist du im richtigen Film! In dieser epischen Romanze, die gar nicht aus den 80ern zu stammen scheint, sondern aus dem klassischen Hollywood Kino.
All is lost (2013) DVD8124
Bestimmt ist Robert Redfords Charakter aus All Is Lost, der noch nicht einmal einen Namen trägt, der einsamste Mann der Filmgeschichte! Über seine Vorgeschichte erfahren wir nichts und auch nichts darüber, was er erreichen will. Seine Gedanken kennen wir nicht und er redet auch nicht mit sich selbst (anders als die meisten Überlebenskünstler). Das braucht er auch nicht, denn Robert Redfords Leinwand-Präsenz reicht vollkommen aus! Neben all seinen mittelmässigen Filmen als Regisseur hatte man fast vergessen, wie gewaltig Redfords Ausstrahlung ist! In All Is Lost muss er mit Improvisationstalent und Geschick ums Überleben kämpfen. Seine Yacht, auf der er sich befindet, kollidierte mit einem Container und weckt Redford aus dem Schlaf. Ein Leck in der Schiffseite ist der Beginn einer Kettenreaktion und Redfords Rückzugsgefechten. Die Technik an Bord ist hin, Funksprüche sind nicht möglich und ein Sturm zieht auf... All Is Lost ist ein Werk von grosser Schlichtheit. Nicht nur Redfords Schauspiel ist aufs Wesentliche reduziert, sondern einfach alles in dem Film. Dabei gibt es keinerlei Verschnaufpausen und für Redford keine Möglichkeit, verzweifelt zu reagieren.
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