Achtet man auf die Parallelen in Viscontis wunderschönem Schwarzweiss-Film mit der genauso wunderschönen Claudia Cardinale, dann fällt auf, dass hier die griechische Tragödie der Elektra in die moderne Zeit übersetzt wurde. Cardinale als junge Italienerin kehrt mit ihrem amerikanischen Ehemann zurück nach Hause zu ihrer "antiken" Familie nach Volterra in den Hügeln der Toscana. Sandra verdächtigt ihre Mutter, den Tod ihres (jüdischen) Vaters zu verantworten, ihn aus dem Weg geräumt zu haben, um einen Anwalt zu heiraten. Der Vater starb in einem Konzentrationslager. Mit ihrem Bruder dagegen verirrte sie sich in eine inzestuöse Beziehung, die vermutlich sogar andauert? Elektra und Orestes, vereint in Einsamkeit und Trauer als jugendliche Liebhaber. Während Sandra sich in den schrecklichen Erinnerungen ihrer Kindheit, die in dem alten Haus in jeder Ecke spuken, verliert, wird sie von ihrem amerikanischen Ehemann voller Sorge beobachtet. Die Strassen und antiken Ruinen von Volterra werden als verlassene Gegend ausgeleuchtet. In einer Schlüssel-Szene in einem Museum mit etruskischen Urnen, meint man, die Leere des Todes förmlich zu spüren. Viscontis Film erzählt keine besonders spannende Geschichte, auch erweckt sie wenig Interesse an einer inzestuösen Liebesgeschichte. Vielmehr ist es ein weiterer Film Viscontis über die verzweifelte Lage einer bröckelnden italienischen Oberschicht und in diesem sinne ist Vaghe Stella Dell 'Orsa rückwärts gewandt. Leider beschäftigt sich Sandra aber zu sehr mit der symbolüberladenen Oberfläche und nimmt uns nicht mit hinein in das Geschehen des Films. Warum sollte man den Film trotzdem sehen? Wegen Claudia Cardinale. -
If you look at the parallels in Visconti's beautiful black and white film with the equally beautiful Claudia Cardinale, you will notice that the Greek tragedy of Elektra has been translated into modern times. Cardinale as a young Italian returns home with her American husband to her "antique" family in Volterra in the hills of Tuscany. Sandra suspects her mother of being responsible for the death of her (Jewish) father, of having cleared him out of the way to marry a lawyer. The father died in a concentration camp. With her brother, on the other hand, she got lost in an incestuous relationship, which presumably even lasts? Elektra and Orestes, united in loneliness and sadness as youthful lovers. While Sandra loses herself in the horrible memories of her childhood, which haunt every corner of the old house, she is watched by her American husband with concern. The streets and ancient ruins of Volterra are illuminated as abandoned areas. In a key scene in a museum with Etruscan urns, one feels the emptiness of death. Visconti's film does not tell a particularly exciting story, nor does it arouse much interest in an incestuous love story. Rather, it is another film by Visconti about the desperate situation of a crumbling Italian upper class and in this sense Vaghe Stella Dell 'Orsa is backwards turned. Unfortunately, Sandra is too busy with the symbolically overloaded surface and doesn't take us into the events of the movie. Why should you see the film anyway? Because of Claudia Cardinale.
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Ich war erstaunt, den Film
Ich war erstaunt, den Film bei euch zu finden. Die Adaption eines Mythos gelang Visconti nicht, dafür hat er in exquisiten Aufnahmen ein Portrait der Schauspielerin Claudia Cardinale geschaffen.
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