Dheepan gewann die Goldene Palme in Cannes, hatte etlche Fans, aber auch Kritiker. Dheepan, der Hausmeister, zieht eine weisse Linie zwischen zwei Gebäuden. Sie markiert so etwas wie eine Friedenslinie. Der illegale Migrant aus Sri Lanka versucht einen sicheren Bereich im Viertel abzugrenzen, den die verfeindeten Banden nicht überqueren sollen. Seine Frau muss die Linie täglich überqueren, weil sie im gegenüberliegenden Trakt als Altenpflegerin Geld verdient. Während er den Strich markiert, wird er Opfer von Witzen, ob seine Linie wohl mit Curry gestreckt sei. Dheepan aber hat keinen Humor. In seiner Heimat kämpfte er für die tamilischen Rebellen und verlor seine Familie. Um nach Europa zu gelangen, wechselte Dheepan seine Identität. Vorher hiess er Sivadhasan. Die neue Familie ist in Wahrheit eine Zweckgemeinschaft. Yalini wurde seine neue "Frau", weil sie der auf dem Passfoto ähnlich sah. Sie teilen eine Wohnung, aber jeder lebt für sich. Für die Frauenfiguren oder kulturellen Brüche aber hat Audiard wenig Interesse. Wichtiger sind ihm die Parallelen zweier Gesellschaften, die sich in einer Art Krieg befinden: In Sri Lanka kämpfen zwei ethnische Gruppen miteinander, in Frankreich genauso. Während Dheepan den Krieg in seiner Heimat wohl noch verstand, muss er sich in Frankreich wie ein Idiot vorkommen. Seine Hautfarbe ist noch dunkler als die der einen Ethnie, der "Araber", dadurch steht er in der Hierachie unter ihnen. In Frankreich teilen verschiedene Gruppen von Migranten ihr Territorium mit Gewalt ab. Audiards Film wirkt wie die Apokalypse der Kulturen. Er entwickelt sich vom Flüchtlings-Drama zum Thriller durch die Figur der Yalini: Im Gegensatz zu Dheepan lebt sie ihre Wut darüber, dass sie jede Drecksarbeit annehmen muss und in jedem Dreckloch leben soll, aus. Audiard gibt ihr Recht und wirft sie im Showdown zwischen die verfeindeten Gruppen, den Staat, den Krieg der Kulturen. Dheepan besinnt sich auf seine Rolle als Widerstandskämpfer und wir werden in einen Action Film geworfen, den Audiard in seiner Unbedingtheit, in seiner Konzentraion vorführt, die ihn immer ausgemacht haben. Für dieses Finale hat man den Regisseur kritisiert (es sei zu unvermittelt, zu impulsiv). Ich aber meine, dass diese Zuspitzung Dheepan erst die filmische Legitimation erteilt. Dheepan entwickelt sich, er bricht aus, er explodiert! Stille Sozial-Dramen können andere besser, dafür brauchen wir Jacques Adiard gar nicht. - Dheepan won the Golden Palm in Cannes, had some fans, but also critics. Dheepan, the caretaker, draws a white line between two buildings. It marks something like a line of peace. The illegal migrant from Sri Lanka tries to define a safe area in the neighbourhood that the enemy gangs should not cross. His wife has to cross the line every day because she earns money as a geriatric nurse in the opposite wing. While he marks the line, he is the victim of jokes about whether his line is probably stretched with curry. Dheepan, however, has no humor. In his homeland he fought for the Tamil rebels and lost his family. To get to Europe, Dheepan changed his identity. His previous name was Sivadhasan. The new family is in fact a community of convenience. Yalini became his new "wife" because she looked similar to the one in the passport photo. They share an apartment, but everyone lives for himself. But Audiard has little interest in the female figures or cultural breaks. More important to him are the parallels between two societies that are in a kind of war: In Sri Lanka two ethnic groups are fighting with each other, in France as well. While Dheepan still understood the war in his homeland, he must feel like an idiot in France. Its skin colour is even darker than that of the one ethnic group, the "Arabs", which makes it one of them in the hierarchy. In France, various groups of migrants divide their territory by force. Audiard's film is like the apocalypse of cultures. It evolves from a refugee drama to a thriller through the character of Yalini: unlike Dheepan, she lives out her anger that she has to take on every dirty job and should live in every sinkhole. Audiard gives her right and throws her in a showdown between the enemy groups, the state, the war of cultures. Dheepan recalls his role as a resistance fighter and we are thrown into an action film that Audiard presents in its unconditionality, in its concentration traion, which have always made it out. The director was criticized for this finale (it was too sudden, too impulsive). But I think that this escalation gives Dheepan the cinematic legitimacy. Dheepan's evolving, breaking out, exploding! Silent social dramas are better for others, we don't need Jacques Adiard for that.
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Kommentare
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Ganz besonders wegen der
Ganz besonders wegen der Thematik mutig und richtig. Danke Audiard!
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ich gehe wirklich oft ins
ich gehe wirklich oft ins kino, aber jacques audiard ist immer etwas besonderes. auch sein neuer film mit der flüchtlingsthematik. das ist nicht nur aktuell, sondern auch viel spannender als es ein normaler krimi sein könnte. das umfeld der vorstadt, die probleme der einwanderer, alles das mit viel spannung als thriller. besser gehts denke ich nicht und deshalb hat er die goldene palme von cannes auch verdient.
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